Publiziert am: 17.05.2019

Wachstum dank reifer Märkte

EXPORT – Reife Märkte wie Europa, die USA oder Japan sind für die Schweizer Exportwirtschaft essenziell. Eine neue Studie von Switzerland Global Enterprise (S-GE) und Credit Suisse zeigt, dass hoch entwickelte Industriestaaten der Motor des Schweizer Aussenhandels sind.

Auch wenn ein Grossteil des Grundbedarfs an Waren und Dienstleistungen in reifen Märkten bereits gedeckt ist, positionieren sich Schweizer Exporteure in diesen Ländern in gewinnträchtigen Nischen. Etwa drei von vier Exportfranken verdient die Schweiz in reifen Märkten. Diese sind zudem auch der Haupttreiber für das Wachstum im Aussenhandel. Seit der Weltwirtschaftskrise 2009 sind zwei Drittel des Exportwachstums auf reife Märkte zurückzu­führen. Der mit Abstand wichtigste Handelspartner der Schweiz ist die Eurozone. Die Exporte in diese Länder machen fast die Hälfte des Aussenhandelsvolumens aus. Dies ist umso bemerkenswerter, weil sich die Eurozone auch nach der Weltwirtschaftskrise noch in einem Tief befand. «Die kulturelle und geografische Nähe sowie der privilegierte Marktzugang machen den Export in die Euroländer attraktiv. Zudem haben sie sich als gute Einstiegsmärkte für Exportanfänger eta­bliert», kommentiert Daniel Küng, CEO von Switzerland Global Enterprise. Gemessen am Exportvolumen folgen an zweiter Stelle die USA mit 16 Prozent, Japan und Kanada machen 3,3 Prozent und 1,6 Prozent der Gesamtexporte aus.

Reife Märkte als Rückhalt für die Internationalisierung

Der Export in reife Märkte ist jedoch auch an Herausforderungen geknüpft, die Exporteure aufgrund der kulturellen Nähe häufig unterschätzen. So müssen sie lokale Regu­lierungen berücksichtigen, die Geschäftsmodelle dem Zielland anpassen und mit einer herausragenden Innovationskraft überzeugen, um sich gegen die starke Konkurrenz durchzusetzen. Hinzu kommt eine zunehmende Zahl an Handels­hürden sowie politischen Unsicherheiten wie der Brexit oder die noch unklare Zukunft der Schweizer Beziehungen zur EU. «Der Export in reife Märkte ist kein Sonntagsspaziergang. Häufig bildet er aber die geschäftliche Basis, um auch aufstrebende Märkte mit höheren Wachstumsraten zu erschliessen», so Daniel Küng.

Wachstum geht weiter

Die Schweizer Exporte in reife Märkte dürften in den nächsten Jahren weiter zulegen – allen voran nach Deutschland. Grosses Wachstumspotenzial besteht aber auch in anderen Ländern wie Kanada. Zwar spielt das nordamerikanische Land in der Statistik derzeit noch keine grosse Rolle, hält der Wachstumstrend allerdings an, dürfte Kanada für die Schweizer Exportwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen. Allein in den letzten 20 Jahren sind die Warenexporte dorthin durchschnittlich um 7,5 Prozent pro Jahr angestiegen. Der hohe Wohlstand in den reifen Märkten sorgt zudem dafür, dass die Nachfrage nach Schweizer Luxusgütern weiter bestehen bleibt, was unter anderem die Exporte der Uhrenindustrie unterstützt. Die demografische Entwicklung in Japan ermöglicht darüber hinaus neue Geschäfts­möglichkeiten für die Chemie- und Pharmaindustrie.

Über die Studie

Die Studie von Switzerland Global Enterprise ist in Zusammenarbeit mit Credit Suisse entstanden und beleuchtet die fünf Märkte Deutschland, USA, Frankreich, Kanada und Japan. Es werden die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und dem jeweiligen Land, die Entwicklung des Exportgeschäfts sowie das Potenzial für die verschiedenen Branchen aufgezeigt. Ergänzt werden diese Fakten zum Aussenhandel mit praxisnahen Tipps, wie Schweizer und Liechtensteiner KMU den jeweiligen Zielmarkt erfolgreich erschliessen und ihr Geschäft vor Ort ausbauen können.

Download der Studie:
www.s-ge.com/gewerbezeitung

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