Publiziert am: Freitag, 10. Juni 2016

«Wachstum für die Eurozone»

Interview – Sibille Duss, Ökonomin, UBS Chief Investment Office WM.

Schweizerische Gewerbezeitung: Die EU vermeldet sachte Wachstumszahlen; wie nachhaltig ist das Wirtschaftswachstum der EU?

Sibille Duss: Die Wirtschaftswachstumszahlen in der Eurozone haben im ersten Quartal positiv überrascht. Deutschland ist im ersten Quartal mit 1,7 Prozent gewachsen und auch Frankreich und Italien haben gute Zahlen publiziert. Insgesamt sind wir für die Eurozone in diesem Jahr ziemlich optimistisch und rechnen im laufenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent.

«Insgesamt sind wir für die Eurozone in diesem Jahr ziemlich optimistisch. Wachstumsmotor bleibt Deutschland.»

Wachstumsmotor bleibt dabei Deutschland, aber auch die Periphe­rieländer wie Spanien und Irland erholen sich langsam. Weiterhin Sorgenkinder bleiben aber trotz der jetzt guten Zahlen Frankreich und Italien.

Wie gross ist das Risiko, das aus dem Referendum in Grossbritan­nien ausgeht?

Ein allfälliger Austritt Grossbritanniens aus der EU, sofern er ohne gros­se Verwerfungen an den Finanzmärkten vonstattengeht, würde die Schweizer Wachstumsaussichten nur kurzfristig belasten. Im Fall, dass die Stabilität der EU tangiert wird oder dass der gemeinsame europäische Markt Schaden nimmt, ist für die Schweizer Exporteure und damit auch für die Schweizer Wirtschaft mit einem geringeren Wirtschaftswachstum zu rechnen.

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Austritt GRossbritanniens aus der Eu würde die Schweizer Wachstumsaussichten nur kurzfristig belasten.»

Stellt die momentane «Flüchtlingskrise» auch ein ökonomisches Risiko dar?

Ob die «Flüchtlingskrise» ein ökonomisches Risiko darstellt, hängt sehr stark vom Bildungsstand der Flüchtlinge ab und ob derer Integration in die Wirtschaft langfristig gelingt.

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