Publiziert am: Freitag, 2. Oktober 2015

Weniger Emotionen, mehr Kalkül

Eine externe Beratung im Ablöseprozess kann dem Unternehmer bei der Nachfolge sehr helfen.

Die Grundhaltung eines Firmeninhabers beeinflusst die erfolgreiche Nachfolgeregelung erheblich. «Damit sich ein Unternehmer emotional von seinem Lebenswerk trennen oder es verkaufen kann, muss er es ein Stück weit auch als Investment betrachten und so eine gewisse Distanz schaffen», bestätigt Stephan Illi, CEO und Präsident der Consulta AG. Er empfiehlt daher jedem Unternehmer, sich frühzeitig mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, wie es ohne die eigene Person um den Betrieb bestellt wäre. Ferner sollte der Firmeninhaber Aspekte wie die steuerliche Optimierung und seine Vorsorge frühzeitig bedenken. Häufig gibt es in diesem Bereich gesetzliche Sonderregelungen, die bei der Nachfolgeregelung zwingend zu beachten sind. Ganz zentral ist dabei, dass sich der berechnete Unternehmenswert bis zur effektiven Übergabe noch markant verändern kann. «Wer zum Beispiel den Gewinn nachhaltig um 15 000 Franken steigert, kann den Kaufpreis für sein Unternehmen problemlos um 100 000 Franken höher ansetzen», erklärt Stephan Illi.

Die Kosten einer umfassend geplanten Nachfolge veranschlagt Illi auf ungefähr 5 bis 10 Prozent des Unternehmenswerts. In erster Linie hängen die Kosten jedoch davon ab, ob und wie rasch ein geeigneter Nachfolger gefunden wird. Dass die dafür erforderliche Zeit von vorherein kaum abschätzbar ist, weiss auch Rudolf Brauchli, Inhaber der Advise Treuhand AG in Meilen, der seit über 20 Jahren Nachfolgeberatungen anbietet. Im Zentrum stehe zunächst fast immer eine familieninterne Lösung. Klappt diese nicht, bleibt die firmeninterne Nachfolge aus dem Kader oder der Verkauf an Dritte. Als Käufer können sich zum Beispiel auch Kunden oder zwecks vertikaler Integration sogar Zulieferanten aufdrängen. Ebenso die direkte Konkurrenz im Sinne einer horizontalen Integration. «Und wenn der anvisierte Pfad einmal beschlossen ist, muss der Patron aktiv werden», mahnt Rudolf Brauchli. Eine offene Kommunikation nach innen und zeitgerecht nach aussen sei wichtig. «Nur wenn der Unternehmer dazu steht, was alle sowieso wissen, handelt er auch authentisch.»

Findet sich im Netzwerk des Unternehmers kein geeigneter Nachfolger, verfügt das begleitende Beratungsunternehmen in der Regel über einen Adressenpool mit eventuell geeigneten Kandidaten. Und wenn auch diese Quelle nicht zum gewünschten Erfolg führt, empfehlen die Berater eine Anzeige auf spezialisierten Onlineplattformen, auch wenn diese häufig satte Provisionen verlangen. Ein Inserat in einer Fachzeitschrift kann durchaus erfolgreich sein, sollte aber in jedem Fall anonymisiert werden.

Nachfolgeseminare

Die AXA Winterthur bietet in Zusammenarbeit mit der Consulta AG spezielle Nachfolgeseminare für Unternehmen im vertrauenswürdigen Rahmen von ca. 10 Personen an. Denn rund 40 Prozent aller Schweizer Unternehmen stehen in einer Kundenbeziehung mit der AXA Winterthur. Bei geschätzten 30 000 dieser Firmenkunden stehen in den kommenden fünf Jahren gewichtige Veränderungen im Sinne einer Nachfolge an. Das Interesse für die professionell geführten Nachfolgeseminare ist daher sehr gross. Fühlen auch Sie sich herzlich eingeladen, an einem dieser Seminare teilzunehmen. Weitere Informationen zu Seminaren in Ihrer Nähe finden Sie hier: