Publiziert am: Freitag, 22. April 2016

Wenn der Albtraum zur Realität wird

Schlaflosigkeit – Schlafprobleme sind in der Schweiz bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern weit verbreitet. Betroffen sind derweil vor allem Frauen und ältere Menschen.

Links. Rechts. Decke nach oben ziehen. Decke zurückschlagen. Schwitzen. Gedankenkreisen. Jede vierte Schweizerin oder jeder vierter Schweizer leidet an Schlafstörungen. Diese können das Burn-out-Risiko erhöhen, zu Absenzen am Arbeitsplatz führen und sich auf die Arbeitszufriedenheit auswirken. Dies schreibt das Bundesamt für Statistik (BfS) in seiner im Jahr 2012 durchgeführten Schweizerischen Gesundheitsbefragung.

Dass ausreichender und guter Schlaf essenziell für Wohlbefinden und Lebensqualität ist, ist allgemein bekannt. Schlafstörungen zeichnen sich derweil nicht nur durch Mühe beim Einschlafen aus, sondern auch durch unruhiges Schlafen oder frühzeitiges und mehrmaliges Erwachen. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. Nur gerade fünf Prozent der Bevölkerung haben nie Probleme mit dem Einschlafen, schlafen ruhig und ohne Unterbrüche durch. Die Schlafstörungen nehmen mit zunehmendem Alter zu: Personen ab 85 Jahren sind fast doppelt so häufig betroffen wie die 15- bis 24-Jährigen.

Meistens haben Schlafstörungen berufliche Gründe

Viele Schlafstörungen entstehen erwiesenermassen am Tag. Die Menschen können gedanklich nicht loslassen. Auf Dauer nagt der Schlafentzug an der Leistungsfähigkeit. Dies gilt sowohl für Arbeitgeber wie auch für Arbeitnehmer. Die Konzentration lässt nach, der Orientierungssinn leidet, das Gedächtnis arbeitet nicht so gut, wie es theoretisch könnte. Berufstätige befinden sich dadurch über kurz oder lang oft in einem Teufelskreis: Weil sie sich tagsüber aufgrund des fehlenden Schlafs nicht gut konzentrieren können, stehen sie früher auf, um zeitig im Büro zu sein. Häufig arbeiten sie bis zu zwölf Stunden ohne Mittagspause. Die Produktivität sinkt dadurch wiederum.

Unter Arbeitstätigen sind die Gründe für Schlaflosigkeit allgemeiner oder beruflicher Stress, jobbedingte Überforderung, Nicht-abschalten-Können von der Arbeit und familiäre Probleme sowie die ständige Erreichbarkeit für berufliche Belange.

Behandlung von Schlafproblemen verbessert Arbeitszufriedenheit

Eine im «Sleep Magazine» veröffentlichte Studie beweist, dass Personen mit höheren Arbeitsanforderungen zwei Jahre später an Schlafstörungen leiden. Auch berichteten Personen mit Schlafstörungen zwei Jahre später über mehr Stress, höhere Arbeitsanforderungen, ein geringeres Ausmass an Kontrolle und weniger soziale Unterstützung auf der Arbeit. Die Forscher sind sich einig, dass gestörter Schlaf Stressreaktionen und emotionale Reaktivität erhöht. Wenn also gesünderer Schlaf gefördert wird, verbessert sich auch das Arbeitsleben – man untersteht weniger wahrgenommenem Arbeitsstress und negative Einstellungen reduzieren sich.