Publiziert am: Freitag, 21. November 2014

Wettbewerbsfähig mit Mut und Dynamik

Swiss LEADERSHIP FORUM – Die Schweizer Wirtschaft und ihre KMU brauchen im heutigen schnellen Wandel Mut und Dynamik, um neue Wege einzuschlagen und in einer erfolgreichen Zukunft zu bestehen. So das Fazit am beliebten Zürcher Wirtschaftsevent.

Das traditionelle Leadership Forum im Kongresshaus Zürich stiess einmal mehr auf grossen Anklang: Mit über 850 Buchungen war der Anlass ausverkauft. Als «Presenting Partner» unterstützte auch der Schweizerische Gewerbeverband sgv das Wirtschaftsform. «Die grosse Nachfrage ist sehr erfreulich», so Geschäftsführer Stephan Isenschmid. «Wir leben in einer Zeit, in welcher Mut und Dynamik im Zusammenhang erfolgreicher Unternehmensführung nicht gross genug geschrieben werden können», so Isenschmid. «Denn anstehende Entscheide müssen heute schnell getroffen werden, Investitionen schnell getätigt und neue Märkte schnell erschlossen werden.»

«Es braucht auch Vernunft, um die guten Rahmenbedingungen zu behalten.»

Die zahlreichen Referenten und Voten von Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft gaben klar zum Ausdruck, dass «Mut und Dynamik» ­heute unentbehrlich seien, um im anspruchsvollen wirtschaftlichen Dschungel, in dem ein eiskalter Wind blase, wettbewerbsfähig zu bleiben. Man war sich zudem einig, dass es die Aufgabe der Politik sei, sich für gute Rahmenbedingungen und Standorte zu engagieren und so einen fruchtbaren Boden für «Mut und Dynamik» der Schweizer Unternehmen zu schaffen. Wer Mut haben sei auch optimistisch. Leider sei dieser Optimismus in unserer Risikogesellschaft manchmal etwas Mangelware, betonte der Zürcher Regierungsrat Ernst Stocker. «Dank den agilen und starken KMU, welche auch mit ihrem Mut und Dynamik konjunkturelle Abkühlungen zu meistern vermögen, steht die Schweiz international gut da», malte er ein zuversichtliches Bild der Schweizer Wirtschaft. Dabei schlug der Vorsteher der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich den Bogen zu den bevorstehenden Abstimmungen, respektive zu der Gold- und Ecopop-Initiative sowie der Initiative zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung: «Neben Mut braucht es auch Vernunft, um die guten Rahmenbedingungen der Wirtschaft nicht zu verschlechtern.»

Potenzial in sozialen Medien

Die Schweiz sei ein starkes und wichtiges Land. Dies wisse jeder im Ausland, nur wir Schweizer nicht, stellte Jean-Claude Biver, CEO Uhrengeschäft LVMH, fest. «Die grösste Gefahr sind wir selbst.» Ein guter Unternehmergeist besteht nicht nur aus Mut und Dynamik. Es braucht auch Fehlerprozesse, aus welchen wir lernen, sowie eine grosse Portion Pragmatismus und Neugierde», so das Erfolgsrezept von Biver.

«Die Politik darf die unternehmerische Freiheit nicht beschneiden.»

Mit dem Einfluss der sozialen Medien auf den Unternehmererfolg setzte sich Petra Jenner, CEO Microsoft Schweiz, auseinander. Sie sieht in den sozialen Medienplattformen wie beispielsweise Twitter oder Facebook grosses wirtschaftliches Potenzial: «Soziale Medien sind sehr geeignet für KMU. Vielleicht braucht es am Anfang etwas Mut, aber sie sind, wenn man damit professionell umgehen kann, der günstigste Weg, das Unternehmen oder seine Produkte bekannt zu machen.»

Anhand der Bankenbranche zeigt Pierin Vincenz, CEO der Raiffeisen Schweiz, auf, wie ein Unternehmen in einem immer wieder veränderten Umfeld mit einem rauen Wind wettbewerbsfähig bleiben kann. «Innovationen in der Führungsstruktur und im Kundenkontakt sind unabdingbar.» Dafür brauche es Mut und Dynamik. Wichtig sei aber, auch diese Kräfte in die Marke zu stecken, denn «eine Marke macht das Unternehmen unverwechselbar».

Podium mit Hans-Ulrich Bigler

Auch um die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz ging es im Leadertalk mit sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler, Bruno Sauter, Chef Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich, Boris Zürcher, Leiter der Direktion für Arbeit beim SECO, Christiane Leister, Inhaberin der Leister-Gruppe, sowie Michael Agoras, CEO Adecco Schweiz. Für Bigler ist klar, dass die Schweiz ihre gute Wettbewerbsfähigkeit unserem Bildungssystem, den innovativen KMU und dem flexiblen Arbeitsmarkt zu verdanken sei. «Allerdings dürfen wir diese gute Position nicht durch Übermut verspielen», warnte Bigler mit einem Wink auf die kommende Abstimmung über die Initiative zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung. Zudem dürfe die Politik nicht die unternehmerische Freiheit mit ihren Regulierungen, Rahmenbedingungen und Einschränkungen beschneiden. Für Zürcher ist klar, dass die Schweiz mit einer tiefen Arbeitslosenquote in einer komfortablen Situation sei, und dazu Sorgen tragen müsse. Dazu ergänzte Sauter in Bezug auf den Fachkräftemangel, dass man das Poten­zial nutzen und sowohl ältere Arbeitnehmer als auch Frauen vermehrt in den Arbeitsprozess eingliedern müsse. Leister als versierte Unternehmerin hatte die Erfahrung gemacht, dass es möglich sei, kompetente Fachkräfte zu rekrutieren, sofern man sich auf dem Werkplatz Schweiz gut positioniere. Gemäss Agoras jedoch fehlten bis 2030 900 000 Fachkräfte, und dazu brauche es eine Strukturveränderung.

Text:CR

Bilder: CR/Swiss Leadership Forum

swiss Leadership Forum

Wertvolle Impulse

Das Swiss Leadership Forum wurde 2004 gegründet und gehört mit jährlich über 800 Teilnehmenden zu den bedeutendsten Wirtschaftsveranstaltungen der Schweiz. Es findet seit jeher in Zürich statt. Es richtet sich an Führungskräfte, welche der Faszination «Leadership» auf die Spur kommen und diese im eigenen Unternehmen nachhaltig leben und fördern wollen. Es unterstützt dabei Generalisten wie Spezialisten, denn «Leadership» ist in jedem Aspekt der Unternehmensführung gefragt.