Publiziert am: 22.05.2015

«Workspace gehört die Zukunft»

Arbeitsplatzmanagement – Ganzheitliche Steuerung von Geräten, Apps und Inhalten: In der modernen Arbeitswelt verschmelzen zunehmend die Grenzen zwischen Hard- und Software.

Wer heute durch die Büros einer beliebigen Firma geht, wird dort sicher noch «ganz klassische» Arbeitsumgebungen finden: Schreibtische mit Bildschirmen, Tastatur und Maus, einem PC unter dem Tisch oder einem Laptop darauf – verbunden dem Unternehmensnetzwerk über ein Ethernet-Kabel oder WLAN.

Es gibt aber auch Unternehmen, die für ihre Mitarbeiter bereits überhaupt keine festen Arbeitsplätze mehr besitzen. Vielmehr können sich die Mitarbeiter jeden Morgen zum Arbeiten einen beliebigen Ort in der Firma aussuchen, das Home Office nutzen oder unterwegs arbeiten. Arbeit ist also kein Ort mehr, sondern vielmehr ein Zustand. Das hat signifikante Auswirkungen auf die Verwaltung von IT-Arbeitsplätzen, die Management-Werkzeuge und den Content. Die Steuerung und Kontrolle von IT-Arbeitsplätzen werden deshalb für die Unternehmen zu einer immer grösseren Herausforderung, zumal die Anwender mobiler werden und ein agiles Arbeitsumfeld einfordern.

Wer diese individuelle Multi-Geräte-Arbeitsumgebung inklusive der dazugehörigen Daten technisch, prozessual und kostenseitig im Griff behalten möchte, benötigt ein innovatives Workspace-Management.

Ein anderer Arbeitsplatz

Bis jetzt haben IT-Abteilungen mit Hilfe des traditionellen Client-Managements einen Grossteil der Endgeräte in den Unternehmen sicher und zuverlässig verwalten können: Sie kennen sich aus, wenn es darum geht, Software zu verteilen, und wissen, wie man IT-Servicemanagement oder den Service-Desk in den Griff bekommt.

Das aber ist Schnee von gestern – zukünftig müssen komplexere Situationen gelöst werden, und diese erfordern einen Perspektivenwechsel: Traditionelle Management-Werkzeuge verfolgen einen zentralistischen Ansatz, bei dem die IT-Abteilung alleine entscheidet, wer welche Applikationen, Arbeitsplatzkonfiguration und IT-Services bekommt.

Moderne Workspace-Management-Lösungen dagegen geben dem Anwender mehr Eigenverantwortung und gewähren gleichzeitig der IT weiterhin die Kontrolle.

Neben PCs jetzt auch Tablets 
mit Apps

Die Veränderung der Arbeitsumgebungen hat in vielen Unternehmen schon begonnen und wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Klassischerweise wurden Desktops, Laptops und Notebooks sowie Thin Clients von der IT verwaltet.

Hinzu kommen mobile Geräte, alsbald neue Endgeräte wie Wearables und sogar Maschinen, die über das sogenannte «Internet of Things» (IoT) angesteuert werden; alles, was ein Display besitzt, kann in Zukunft eine Erweiterung der Arbeitsumgebung werden und muss deshalb eventuell verwaltet werden. Sprach- und Touch-Steuerung werden einen grös­seren Anteil für sich beanspruchen. IT-Abteilungen sehen sich heute zudem mit den unterschiedlichsten Systemen (Mac OS, Chrome, Android, Windows Phone, iOS) konfrontiert. Bei den Anwendungen sieht es ähnlich aus: Waren bislang 90 Prozent der eingesetzten Applikationen Windows-Programme, so halten nun mobile Apps Einzug.

Die 4.0-Revolution

Wer glaubt, dass der Arbeitsplatz zukünftig weiterhin standardisierbar ist, muss umdenken.

Was der Unternehmens-IT bevorsteht, wird auch als die Workspace-4.0-Revolution bezeichnet: Der IT-Arbeitsplatz wird zu einer Multigeräte-Arbeitsumgebung, in der Rechner, Laptops, mobile Geräte und sogar Maschinen zum Einsatz kommen.

Beim modernen Workspace-Management werden deshalb nicht mehr die einzelnen Geräte, Anwendungen oder Inhalte verwaltet, sondern dem Anwender wird eine persönliche Cloud bereitgestellt.

Für die Verwaltung der Arbeitsplätze bedeutet das, dass hier ganz neue Prinzipien im Vergleich zum traditionellen Client-Management gelten: Die Lösung muss Einfachheit heissen, Einfachheit, die ein modernes Workspace-Management bieten kann.

Oliver Bendig

CTO Matrix42