Publiziert am: 04.05.2018

Zwei Brüder am Puls der Kundschaft

HEINIGER SPORT AG – Das Sportfachgeschäft in Lyss erreicht mit Innovation, Fachkompetenz und einer grossen Passion für den Sport eine enge Kundenbindung. Einen grossen Stellenwert hat auch die Ausbildung im Familienunternehmen.

Sport vermittelt wichtige Werte in der Gesellschaft. Er verbindet Generationen und Kulturen und fördert Gemeinsamkeit. Sport spornt an, fördert Kommunikation, Solidarität und Begeisterung für eine gemeinsame ­Sache und ist auch ein Stück Kultur. «Das Sporttreiben hat bei unserer Kundschaft einerseits eine grosse ­gesundheitliche Bedeutung, andererseits ist es für unsere Kunden ein Ventil und Ausgleich zum hektischen Berufsleben», sagt Thomas Heiniger.

Zusammen mit seinem Bruder Stephan führt er das renommierte Sportfachgeschäft im Herzen von Lyss in der zweiten Generation. Beides sind begeisterte Sportler – Thomas ein Multisportler, Stephan erfolgreicher Fussballer und Trainer von diversen Vereinen. «Wir wollen jeden Tag unseren Kunden die Begeisterung für den Sport weitergeben», so das Motto des 1967 gegründeten Familienunternehmens. Bereits ihr Vater hat die Leidenschaft für den Sport vorgelebt. Das Geschäft im Hirschen­marktzentrum Lyss beschäftigt im Winter 18 und im Sommer 15 Mitarbeitende (inklusive Lernende und Aushilfe). «Wir sind stetig gewachsen und haben schon drei Mal umgebaut, um mit unserem Sortiment immer ­
up to date zu sein», sagt Thomas ­Heiniger.

«Das Einkaufs­erlebnis und die 
Beratung sind 
gefragter denn je und den Kunden auch wieder 
etwas wert.»

Veränderung, Weitsicht und Innovation sind wichtige Merkmale der Heiniger Sport AG, die sich wie ein roter Faden durch die Firmengeschichte ziehen. Das Angebot des Fachgeschäfts ist breitgefächert. «Wir legen Wert auf eine grosse Auswahl. Bei uns ist fast alles rund um den Winter- und Ganzjahressport erhältlich», sagt Thomas Heiniger. So gehören Skier und Skischuhe, Winter-Outdoor, Fussball, Vereinsausrüstungen für Teamsportarten wie beispielsweise Handball und Hornussen, aber auch Running, Tennis und Outdoor zum umfangreichen Sortiment. Innovation bedeutet für die Gebrüder Heiniger, den Puls der Sportbranche zu spüren: «Neuheiten im Detailhandel sind wichtig. Wir besuchen gerne Messen, um neue Inputs zu erhalten und Produkte zu entdecken, die unsere Mitbewerber nicht haben.» Die Heiniger Sport AG verkaufte als eines der ersten Fachgeschäfte den mittlerweile bekannten Schweizer ON-Laufschuh. Das Zürcher Laufschuhlabel ist übrigens gerade erst am Aussenwirtschaftsforum von Switzerland Global Enterprise (S-GE) mit dem Export Award 2018 ausgezeichnet worden. Es sei auch wichtig, Trends aufzuspüren, «doch unser Credo lautet, nicht immer jede Modeströmung aufzunehmen, sondern nur dann, wenn sie zu uns passt», sagt Thomas Heiniger.

Qualität und Fachkompetenz

Eine Herausforderung für das Unternehmen ist, sich im hart umkämpften Wettbewerb zu behaupten. «Die Konkurrenz ist gross. Der Online-Verkauf, ausländische Anbieter oder grosse Ketten laufen uns den Rang ab. Die Preise sind gesunken und wir haben eine immer geringere Marge und sind so auf der Kostenseite gefordert», stellt Thomas Heiniger fest.

«Neuheiten 
im Detailhandel 
sind wichtig.»

Das Sportfachgeschäft kann diese schwierigen Rahmenbedingungen zum Teil mit hoher Qualität und grosser Fachkompetenz des Personals sowie besonderen Dienstleistungen und ausgeklügelter Kundenbindung ausgleichen. Die langjährigen Mitarbeiter schaffen Vertrauen zu den Kunden. Ebenso gefragt sind auch spezielle Angebote wie Mass-Skischuhe, Bespann-Service für Tennisrackets, Laufschuhanalyse, spezielle Einkaufabende für Vereine oder ein Druckservice für T-Shirts.

Ein wichtiges Tool bezüglich Kundenbindung ist auch der moderne, flippige Auftritt des Sportgeschäftes in den sozialen Medien. Gemäss Thomas Heiniger habe der Detailhandel die Talsohle erreicht und es gehe wieder aufwärts: «Das Einkaufserlebnis und die Beratung sind gefragter denn je und den Kunden auch wieder etwas wert. Es ist ihnen wichtig, zum Beispiel einen Rucksack vor Ort anzuprobieren, die Materialien zu fühlen, zu spüren, zu vergleichen und dann dafür auch den entsprechenden Preis zu zahlen», weiss Thomas Heiniger. «Der nackte Preisvergleich tritt immer mehr in den Hintergrund.»

Natürlich hat auch die Digitalisierung im Detailhandel Einzug gehalten. Stephan und Thomas Heiniger können im Einkauf mit der 3D-Brille Neuheiten entdecken und die verschiedenen Ausführungen und Muster dem Kunden danach mit dem Tablet zeigen. «Wir hoffen allerdings, dass wir unsere Produkte weiterhin in physischem Zustand ein- und verkaufen können und nicht alle digitalen Formate und Ideen übernommen werden», so Thomas Heiniger. Vor diesem Hintergrund ist auch unabdingbar, dass seine Mitarbeitenden sich regelmässig weiterbilden, sei es durch Schulungen oder durch Erfahrungen im ­Geschäftsalltag. «Wir lernen aus 
Fehlern. Die Chance zum Optimieren 
ist immer da.»

Die Branche wird belebt

Gemäss Thomas Heiniger hat die Branche noch viel Potenzial: «Grosse ausländische Ketten wie zum Beispiel Decathlon dringen in den Schweizer Markt ein, das bringt Bewegung in die Branche, ist für uns aber auch eine neue Herausforderung.» Eine weitere Herausforderung für das ­älteste Einzelsportfachgeschäft im Raum Biel-Seeland wird auch die ­absehbare Nachfolgeregelung sein.

Corinne Remund

Berufsbildung GROSSGESCHRIEBEN

«Ausbildung ist bei uns Tradition und Verpflichtung»

Die Nachwuchsförderung liegt Thomas und Stefan Heiniger sehr am Herzen. «Bereits unser Vater legte grossen Wert darauf, in unserem Geschäft jungen Leuten einen attraktiven Ausbildungsplatz zu bieten», erklärt Thomas Heiniger, und er ergänzt: «Für uns ist es Pflicht und Tradition, den Jungen einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen.» Er bildet zurzeit drei Lernende im 1., 2. und 3. Lehrjahr als Detailhandelsfachmann/-frau aus. «Diese Lehre ist sehr attraktiv. Viele junge Leute sind sportbegeistert und können so ihr Hobby zum Beruf machen.» Das bekannte Sportfachgeschäft ist in der glücklichen Lage, immer wieder viele Anfragen für Schnuppertage zu erhalten. Entsprechend werden dann Lehrverhältnisse abgeschlossen. «Es mangelt uns nicht an interessierten Lernenden. Die Ausbildung der jungen Leute kostet uns Geld und Zeit, aber es lohnt sich immer», freut sich Thomas Heiniger, der auch in der ÜK-Kommission des Verbandes Schweizer Sportfachhandel ASMAS tätig ist.

Hobby mit dem Job verbinden

Vielfach bleiben die jungen Fachkräfte auch im Betrieb, wo sie ihr Wissen weiter vertiefen können. Dazu gehört auch Pascale Moser. Sie hat ihre Lehre vor zwei Jahren absolviert und fühlt sich immer noch sehr wohl im ehemaligen Lehrbetrieb: «Meine Lehrzeit hier war spannend, intensiv und lehrreich. Jetzt als Angestellte kann ich mein Wissen vergrössern und immer wieder neue Aufgaben übernehmen», erklärt Moser. Die junge Frau spielt Rollhockey in der Nationalliga A und kann so ihr Hobby mit dem Job verbinden. «Ich fühle mich sehr wohl hier im Verkaufsteam und auch unsere Kundschaft ist sehr abwechslungsreich, jede Altersklasse ist vertreten», sagt Moser. CR