Publiziert am: Freitag, 10. Februar 2017

Aus Garagist wird Mobilitätsberater

TAG DER GARAGISTEN – Das Schweizer Autogewerbe will als «Stimme der Vernunft» gehört werden. Der «Tag der Schweizer Garagisten» 2017 stand im Zeichen des «Garagisten mit Zukunft».

Sechs Millionen Motorfahrzeuge sind in der Schweiz unterwegs, der Anteil des motorisierten Individualverkehrs (MIV) beträgt inzwischen über 75 Prozent der gesamten Verkehrsleistung. Und er wird in Zukunft noch an Stellenwert gewinnen: Dies die Bilanz am diesjährigen «Tag der Schweizer Garagisten» in Bern. «Gerade in Zeiten sinkender Margen und steigender Risiken sind das gute Nachrichten für das Schweizer Autogewerbe, das sich als ‹Stimme der Vernunft› künftig noch stärker politisch engagieren wird», so AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli.

Unternehmer mit Zukunft

«Die Garagisten leisten seit Jahrzehnten einen beträchtlichen Anteil daran, dass die Sicherheit der Fahrzeuge auf den Strassen trotz Mehrverkehr kontinuierlich besser wird»: Nationalratspräsident Jürg Stahl wies in seiner Ansprache auf die oft unterschätzte Bedeutung des Schweizer Autogewerbes hin. Und er erkannte auch neue Aufgaben: «Im Bereich Umweltschutz und Energiereduktion kommt den Garagisten eine immer wichtigere Rolle zu.»

Diese Ausrichtung auf Energieeffizienz und Dienstleistung entspricht exakt der künftigen Rolle, wie sie AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli für seine Mitglieder sieht. Der Garagist von morgen wird zum Mobilitätsberater. «Jemanden mobil zu halten, bedeutet, Kundenbedürfnisse im Bereich Mobilität rechtzeitig zu erkennen und sie als Dienstleister möglichst breitflächig abzudecken», sagte Wernli.

Auch aus diesem Grund stand der «Garagist als Unternehmer mit Zukunft» im Zentrum der Tagung. Und diese Zukunft bietet Chancen, trotz immer höheren Auflagen, sinkenden Margen und grösseren Risiken. So sahen es auch die anwesenden Referenten und Gesprächsteilnehmer aus der Politik, Nationalrätin Doris Fiala (FDP/ZH), alt Bundesrat Christoph Blocher sowie die Nationalräte Ulrich Giezendanner (SVP/AG) und Hans-Ulrich Bigler (FDP/ZH), die den 650 anwesenden Garagisten und Gästen ihre Unterstützung zusicherten.

«DAS AUTOGEWERBE WIRD SICH ALS ‹STIMME DER VERNUNFT› KÜNFTIG NOCH STÄRKER POLITISCH ENGAGIEREN.»

Stärkeres politisches Engagement für die Strasse

Dass die grösste und wichtigste jährliche Fachtagung der Schweizer Autobranche dieses Jahr in Bern in direkter Nähe zum Bundeshaus stattgefunden hat, ist kein Zufall: Am 
12. Februar stimmt die Schweiz über den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) ab, für den sich das Schweizer Autogewerbe stark einsetzt. AGVS-Zentralpräsident Urs Wernli rief die Tagungsteilnehmer eindringlich dazu auf, im Hinblick auf die Abstimmung zu mobilisieren. Für die Zukunft kündigte er gleichzeitig ein noch stärkeres politisches Engagement seines Gewerbes an, ganz nach dem Motto: «Wer nicht Politik macht, mit dem wird Politik gemacht.»

Aktiv seit 1927

1927 gegründet, ist der Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS) heute der führende und verantwortungsbewusste Branchen- und Berufsverband der Schweizer Garagisten. Rund 4000 kleine, mittlere und grössere Unternehmen, Markenvertretungen sowie unabhängige Betriebe sind Mitglied beim AGVS. Die insgesamt 39 000 Mitarbeitenden in den AGVS-Betrieben – davon um 8500 in der Aus- und Weiterbildung stehende Nachwuchskräfte – verkaufen, warten und reparieren den grössten Teil des Schweizer Fuhrparks mit rund sechs Millionen Fahrzeugen.