Publiziert am: Freitag, 18. März 2016

Realitätsfremd, wirr und schlicht unbezahlbar

BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN – Es gibt Ideen, die sind einfach nur schlecht. Dazu gehört das bedingungslose Grundeinkommen. Die Volksinitiative, die von allen – auch den Linken – abgelehnt wird, ist derzeit in der parlamentarischen Beratung.

Doch warum ist das bedingungslose Grundeinkommen so eine schlechte Idee? Jede erwachsene Person soll 2500, jedes Kind 625 Franken pro Monat bedingungslos erhalten. Als Gegenleistung würde die AHV entfallen. Ist das realistisch? Nein, ist es nicht, wie bereits eine einfache Milchbüechlirechnung zeigt. Um 
das Grund­ein­kommen auszuzahlen, müsste der Bund 200 Milliarden Franken ausgeben. Bei der entfallenden AHV könnte er 50 Milliarden Kosten einsparen. Selbst wenn man bei anderen Sozialwerken und bei der Bildung spart – das schlagen die Initianten vor –, so kommt man auf 65 Milliarden. Also bleiben immer noch Mehrausgaben von 135 Milliarden Franken im Jahr.

Damit zeigt sich: Der Mechanismus der Volksinitiative hat nichts mit der finanz­politischen Realität der Schweiz zu tun. Das utopistische Vorhaben ist teuer, bürdet dem Staat höhere Ausgaben und damit dem Volk viel höhere Steuern auf.

Arbeit ist mehr als bloss Arbeit

Doch das Konzept der Volksinitiative ist noch verrückter. Es basiert auf einem unerfreulichen Menschenbild. Die Idee vom bedingungslosen Grundeinkommen setzt nämlich voraus, dass Menschen weder von alleine etwas leisten wollen noch etwas für sich tun können. Man kann es noch krasser ausdrücken – auch wenn sie das nie zugeben würden: Für die Supporter des bedingungslosen Grundeinkommens sind Menschen im Grunde genommen nichts als dumme, unfähige Konsum­automaten.

«DIE INITIATIVE GEHT VON VÖLLIG FALSCHEN VORAUSSETZUNGEN AUS.»

Das Gegenteil ist wahr: Menschen sind flexibel und erfinderisch. Sie leben von den eigenen Ideen und arbeiten, um die eigene Lage zu verbessern. Menschen möchten etwas leisten und für diese Leistung entsprechend honoriert werden. Arbeit ist ein wichtiges sinnstiftendes Moment im menschlichen Leben. Wir bilden uns (unter anderem) für die Arbeit; wir definieren uns (unter anderem) durch die Arbeit; und wir sorgen für unsere Mitmenschen (unter anderem) durch unsere Arbeit.

Das alles zu verteufeln, wie es die Initiative für ein bedingungsloses Grund­ein­kommen es tut, ist schon sehr überheblich. Und es ist auch gefährlich: Woher sollen Innovationen kommen? Wie sollen Leute aus einfacheren Verhältnissen sozial aufsteigen können? Was geschieht mit der stetigen Verbesserung der Lebens­qualität?

Vernichtende Bilanz

Damit ist die Beurteilung vernichtend: Das bedingungslose Grundeinkommen ist realitätsfremd. Es lässt sich nicht bezahlen. Und es ist unmenschlich: Denn Menschen sind nicht blosse Parasiten, sondern erfinderisch, leistungsfähig und lebensfreudig. Sc