Publiziert am: Freitag, 8. April 2016

100 Jahre Erfolg mit Nachhaltigkeit

PISTOR AG – Das KMU im Luzernischen Rothenburg hat sich vom einfachen Lieferanten für Backzutaten zum umfassenden Dienstleister entwickelt. Hohe Qualität, Versorgungssicherheit und Frische zu fairem Preis gehören zum Erfolgsrezept.

Die Pistor AG kann auf eine 100jährige Erfolgsgeschichte zurückschauen: Was mit einem kleinen Lager in der Luzerner Altstadt begann, entwickelte sich während der vergangenen Jahre zu einem Unternehmen mit rund 480 Mitarbeitenden und jährlich 622 Millionen Franken Umsatz. Das Traditionsunternehmen wurde 1916 als Einkaufsgenossenschaft für Bäcker und Konditoren gegründet. «Noch heute ist Pistor nach wie vor der Genossenschaftsidee verpflichtet, hat sich aber in der Rechtsform als Holding fit gemacht», erklärt Andrea Fischer von der Unternehmenskommunikation. Nebst Qualität, Termintreue, Zuverlässigkeit, Hightech und Innovation führt Fischer den langjährigen Erfolg des Logistikdienstleisters auf die Nachhaltigkeit zurück. «Nachhaltigkeit ist für uns ein grosses Thema und äussert sich sehr breitgefächert. Wir verwenden zwei Photovoltaikanlagen, liefern unsere Ware ins Verteilzentrum in der Westschweiz per Bahn und haben uns auch einen Elektro-LKW angeschafft», so Fischer. Nebst nachhaltigen Transportwegen spiele auch die soziale Nachhaltigkeit mit Wiedereingliederungen von sozial schwächer gestellten Menschen sowie Umschulungen von Mitarbeitenden eine wichtige Rolle. «Gerade weil wir unsere Kunden als echte Partner wertschätzen, schaffen wir langfristige, tragfähige Beziehungen», betont Fischer und ergänzt: «Wir müssen nicht den schnellen Erfolgen hinterherrennen, sondern können unsere Ziele nachhaltig verfolgen.» Dieser bodenständige, solide Geist zieht sich durch das gesamte Unternehmen, bis hin zum Verwaltungsratspräsidenten Willi Suter.

«Wir sCHAFFEN langfristige, tragfähige Beziehungen.»

Heute ist die Pistor AG das führende Handelsunternehmen für die Bäcker-Confiseur-Branche und ein bedeutender Grosshändler im Gastronomiebereich. Zur Pistor Holding Genossenschaft gehören neben der Pistor AG auch das Beratungsunternehmen Proback AG und das Rohstoffhandelsunternehmen Fairtrade SA. Alles sind 100 prozentige Tochterfirmen der Pistor Holding Genossenschaft. Das Unternehmen beliefert Standorte in der ganzen Schweiz und verfügt über eine leistungsstarke Logistik. Dank moderner Drei-Zonen-Camions können tiefgekühlte und ungekühlte Artikel kombiniert ausgeliefert werden. Pistorkunden profitieren von einem umfassenden Warensortiment mit über 13 000 Produkten von renommierten Marken. Zudem stehen ihnen individuelle Dienstleistungen wie Bestell- und Kontierungshilfen zur Verfügung.

Im Markt behaupten

60 Prozent der Kunden sind Bäckereien und Confiserien, 40 Prozent andere Lebensmittelverarbeitende Betriebe. Dazu gehören viele Gemeinschaftsküchen, Mensen, Spitäler, Heime, Hotels und Restaurants. «Unsere Kunden schätzen besonders, dass sie sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können und wir sie zuverlässig in all den anderen Prozessen unterstützen», stellt Fischer fest.

Pistor erzielte im Geschäftsjahr 2015 einen Zuwachs von 1,35 Prozent. «Dieses Wachstum ist vor allem auf den Umsatzanstieg im Segment Gastronomie zurückzuführen, in welchem Pistor um 7,47 Prozent gewachsen ist.» Das Gewinnen neuer Kunden sowie eine Sortimentspenetrierung führten gemäss Fischer dazu. Hingegen spürt Pistor den Strukturwandel bei Bäckereien und Konditoreien. Im Zuge des «Lädelisterbens» verschwinden jährlich 50 Betriebe. «Wir spüren in diesem Kundensegment eine Umsatzstagnation», so Fischer. «Wir müssen ständig flexibel bleiben und uns den Änderungen im Markt, dem sich stetig wandelnden Konsumverhalten und den Bedürfnissen der Endkunden anpassen. Dabei bleiben wir unseren Kunden und Partnern stets eng verbunden.» Und so gelingt es Pistor, sich mit dem neuen Sortiment und der Erschliessung des Kundensegmentes Gastronomie im Markt zu behaupten.

Pistor ist bei den Mitarbeitenden ein sehr beliebter Arbeitgeber. Ein sozialer, menschlicher und fürsorglicher Umgang prägt das Firmenklima. ­Dabei liegt dem Hauptzulieferer der SV-Betriebe der Nachwuchs sehr 
am Herzen. Der Betrieb beschäftigt 13 Lernende in fünf Berufen. Aber auch die Weiterbildung der Mitarbeitenden wird stark gefördert. «Wir unterstützen die Berufswettbewerbe. Dies, um sowohl den eigenen Nachwuchs als auch denjenigen unserer Kunden zu sichern. Denn die Bäckereibranche ist eher rückläufig und auf gute Fachkräfte angewiesen», erklärt Fischer.

«Wir bleiben unseren Kunden und 
Partnern stets
eng verbunden.»

Mit einer Mischung aus Nachhaltigkeit und Innovationsfreude will Pistor in das neue Jahrhundert starten. «Wir wollen das Unternehmen für die zukünftigen Generationen fit halten. Dazu müssen wir interne Prozesse optimieren. Langfristige Themen sind sicher auch die Digitalisierung, die Infrastruktur sowie der Ausbau des Sortiments», sagt Fischer.

Corinne Remund

DIGITALISIERUNG Im BEtrieb

Viele digitale Helfer

Die Digitalisierung hat auch vor dem Logistikdienstleister in Rothenburg nicht Halt gemacht. Das dynamische Warenumschlagzentrum, das sich aus ringförmig angeordnetem Gebäude zusammensetzt, macht sich die neuen Technologien voll zu Nutze. «Die Lieferung der Waren erfolgt von den einzelnen ‹Satelliten› ins Zentrum, wo sie zusammengefasst, bereitgestellt und verladen werden. Das passiert weitgehend automatisch», erklärt Andrea Fischer von der Unternehmenskommunikation. Aber auch die Qualitätsprüfung greift auf digitale Kontrollsysteme zurück. So wird beispielsweise mittels Waage das Soll- und Ist-Gewicht bestimmt und so kontrolliert, ob alle bestellten Produkte eingepackt sind. Ebenso ein Hilfsmittel ist der Temperaturmesser im Lastwagen, der die Frische der Produkte regelt.

Ohne neue Technologien 
geht es nicht mehr

Die Verwaltung der Kundendaten sowie der Auftritt in den sozialen Medien greifen ebenso auf die neuen Technologien zurück. «Die Digitalisierung ist ein Instrument, das im Marketing nicht mehr wegzudenken ist und immer stärker eingesetzt wird», erklärt Fischer. So soll beispielsweise der E-Commerce noch stärker ausgebaut werden oder in der Mensa sollen künftig die Nahrungsmitteldaten vor Ort abgerufen werden können – dies eine Dienstleistung für Allergiker und alle, die sich gesundheitsbewusst ernähren wollen. Die Digitalisierung sei eine schnelle Entwicklung. Hier gelte es, sich intern ein Know-how aufzubauen und flexibel reagieren zu können, stellt Fischer fest.

CR