Publiziert am: 20.01.2023

Gute Zukunft für Boden-Parkettleger

BODENSCHWEIZ – Die Branche bewegt sich in einem dynamischen Umfeld und ist mit einer grossen Nachwuchs-kampagne sehr aktiv in der Lehrlingsrekrutierung. Aufgrund zahlreicher Projekten wie der Totalrevision der Grundbildung, dem Ausbau der Fachmesse Suisse Floor und der Einführung eines Gesamtarbeitsvertrages weht ein frischer Wind.

Schön wohnen, sich behaglich einrichten und ein heimeliges Zuhause, wo man sich gerne aufhält: Dieses Bedürfnis hat in der Pandemie neuen Auftrieb erhalten und ist nach wie vor im Trend. Dazu gehört auch ein optisch ansprechender und hochwertiger Boden. Die Palette der Möglichkeiten im Bodenbelagsbereich ist breit gefächert und reicht von Parkett, Laminat, Teppich-, Linoleum-, und Korkboden bis hin zu neusten Designer-Böden. Grundsätzlich werden drei Arten von Bodenbelägen, die textilen, die elastischen und die Holz-Bodenbeläge, unterschieden. «In den letzten Jahren hat sich innerhalb der verschiedenen Bodenbelagsarten einiges verändert. Die Auswahl ist unerschöpflich», erklärt Daniel Heusser, Geschäftsführer von BodenSchweiz. «Es ist für einen Laien kaum möglich, die Übersicht zu behalten und eigenständig zu beurteilen, welcher Bodenbelag nun der richtige ist.» Die Schweiz ist im Vergleich zu den Nachbarländern kein Laminatmarkt. «Wir verlegen in der Schweiz ungefähr gleich viele Quadratmeter Teppiche wie Parkett. Der Markt der handgeknüpften Teppiche ist allerdings seit Jahren stark eingebrochen und wird sich wohl kaum mehr jemals auf das frühere Niveau erholen», sagt Heusser.

Gerade der Beratung und der fachlich kompetenten Verlegung kommt eine grosse Bedeutung zu. Denn Bodenbeläge kauft man nicht jeden Tag neu. Bodenbeläge prägen entscheidend den Stil, das Aussehen und das Wohlbefinden in einer Wohnung, in einem Haus oder in einer Geschäftsliegenschaft. Die Ansprüche der Bauherren an einen Boden sind heute vielfältig: Der Boden muss ästhetisch zum Hausstil passen, sich harmonisch in die Möbelumgebung einfügen sowie pflegeleicht und langlebig sein. «Wir verkaufen in der Schweiz schon lange nicht mehr qualitativ mangelhafte Bodenbeläge. Viel mehr kommt es darauf an, den richtigen Bodenbelag am richtigen Ort zu platzieren», erklärt Heusser. Ebenso sind die Ansprüche der Bauherrschaft in den letzten Jahren gestiegen und auch die Verlegetechniken sind anspruchsvoller geworden.

«Jedes Jahr gründen junge Berufsleute ihr eigenes Bodenbelagsfachgeschäft.»

Zudem werden die Böden immer nachhaltiger hergestellt. «Leider existieren noch nicht für alle Bodenbeläge Recyclingmethoden», bedauert der Geschäftsführer. «PVC-Bodenbeläge können allerdings gut recycelt werden.» BodenSchweiz unterstützt und fördert das Thema Nachhaltigkeit in der Branche und führt dazu die Geschäftsstelle die Arbeitsgemeinschaft für das Recycling von PVC-Bodenbelägen ARP Schweiz. Seit nahezu 25 Jahren organisiert die ARP Schweiz ein Rücknahme- und Verwertungssystem für ausgediente PVC-Bodenbeläge. «Das Problem des Rezyklierens ist die sortenreine Trennung, was bei mehrschichtigen Bodenbelägen so gut wie unmöglich ist. Hier gilt es, noch viel Pionierarbeit zu leisten», betont Heusser. Die Notwendigkeit einer Kreislaufwirtschaft kommt aber zunehmend mehr bei den Herstellern an und viele sind derzeit daran, Konzepte zu entwickeln, die in der Praxis dann auch funktionieren und letztlich finanzierbar sind.

Attraktive Karrieremöglichkeiten

Ein zentraler Schwerpunkt des Verbandes ist die Aus- und Weiterbildung. BodenSchweiz bietet ein ausgedehntes und spezifisch auf die Bodenbelagsbranche ausgerichtetes Aus- und Weiterbildungsangebot an. «Wir bieten in der Grundbildung den Boden-Parkettleger/-in EFZ an. Ebenso bestehen Karrieremöglichkeiten und man kann sich auf der Stufe Berufsprüfung zum Bodenbelagsberater, Chefbodenleger sowie in der Stufe höhere Fachprüfung zum Bodenlegermeister ausbilden lassen. Die Nachfrage nach dem Beruf Boden-Parkettleger ist leicht gestiegen. Gesamtschweizerisch schliessen rund 120 Berufsleute jährlich ab. Der Beruf gilt als krisenresistent und man kann schnell selbstständig werden. Dies sind starke Argumente für handwerklich begabte Schulabgänger: «Unsere Karrieremöglichkeiten sind sehr attraktiv und die Branche ist nicht überaltert. Jedes Jahr gründen zahlreiche junge Berufsleute ihr eigenes Bodenbelagsfachgeschäft.»

«links-grün regierte STädten machen den Handwerkern mit erschwerten Zufahreten das Leben unnötig schwer.»

Der Verband ist mit der grossen Nachwuchskampagne «Bodenhelden» seit 2019 sehr aktiv in der Lehrlingsrekrutierung. «Wir besuchen dabei mit einem perfekt ausgestatteten Showtrailer Berufsmessen wie auch zahlreiche andere Veranstaltungen und machen so publikumswirksam auf unseren Beruf aufmerksam. Ergänzend dazu gibt es verschiedene Social-Media-Kampagnen, Filme, Plakate usw.», sagt Heusser und ergänzt: «Wir können die jungen Menschen vor allem über Instagram, aber auch mit der speziell für Junge konzipierten Homepage www.bodenhelden.ch sehr gut erreichen. So steigerten wir den Bekanntheitsgrad unseres Berufs Boden-Parkettleger in den letzten Jahren markant.» Eine wichtige Rolle spielen dabei aber auch nationale Berufswettbewerbe wie die Schweizermeisterschaften Swiss Skills. «So können wir einem breiten Publikum unseren Beruf niederschwellig präsentieren und vorstellen.»

Weniger Regulierungen und Entlastung der KMU

Genügend Berufsnachwuchs, aber auch eine sinnvolle Kreislaufwirtschaft sind die grössten Herausforderungen der Branche. Möglichst wenig Regulierung, Entlastung der KMU, Arbeitssicherheitsvorschriften sinnvoll einführen, nicht überborden, aber dann auch einen korrekten Vollzug sicherstellen – dies sind die Hauptanliegen der Branche auf politischer Ebene. Immer wieder eine grosse Hürde für die Branche ist die Zufahrt in die Innenstädte. «Die links-grün regierten Städte möchten die Autos beschränken und machen damit den Handwerkern, welche nur mit dem Lieferwagen anreisen können, das Leben unnötig schwer. Ist man dann endlich einmal in einer Stadt angelangt, werden auch Parkplätze abgebaut, und die Handwerker müssen bereits bei Offertstellung Parkbussen einkalkulieren – eine unmögliche Situation», ärgert sich Heusser.

Noch besser und spezifischere Dienstleistungen

Für dieses Jahr stehen einige wichtige Projekte auf der Agenda des engagierten Verbandes. Dazu gehört die Einführung eines Gesamtarbeitsvertrags: «Es muss endlich gelingen, verbindliche Minimalanforderungen zu definieren, welche überregional Gültigkeit erlangen.» Ebenso steht die Totalrevision der Grundbildung mit dem Arbeitstitel «Raumgestalter» an. «Nicht nur der Beruf selbst, sondern auch die Berufsbezeichnung muss attraktiver gestaltet werden, denn es ist wie immer im Leben: Der erste Eindruck zählt!» Weiter soll ebenso die verbandseigene Fachmesse Suisse Floor ausgebaut werden. Sie ist ein wichtiger sozialer Treffpunkt der Branche und soll nun wieder im alten Glanz vor der Pandemie erstrahlen. Frischer Wind soll auch in der verbandseigenen AHV-Ausgleichskasse wehen, um möglichst sinnvolle Synergie zu generieren. BodenSchweiz will als Kompetenzzentrum der Bodenbelagsbranche für alle Akteure da sein und Dienstleistungen, auch zum individuellen Leistungsbezug, welche es sonst auf dem Markt nicht gibt, anbieten. «Wir wollen auch als moderner, top professioneller Verband wahrgenommen werden», so Heusser. Ein erster Schritt dazu ist mit der neuen Homepage bereits erfolgt. Sie dient als gute Informationsplattform für alle möglichen Anspruchsgruppen. Corinne Remund

www.bodenschweiz.ch

www.bodenhelden.ch

www.boden-parkettleger.ch

www.suissefloor.ch

DAS MACHT BODENSCHWEIZ

Grosses Engagement fĂĽr den Nachwuchs

BodenSchweiz ist der führende Verband der Schweizerischen Bodenbelagsbranche. Der Verband wurde 1917 von Bodenlegern sowie der Industrie gegründet. Ab 1929 waren dann auch die Spezialisten für Teppich Mitglied. Bald fusionierten die zwei Verbände zum Verband der Schweizerischen Linoleumhändler und Teppichhändler VSLT. Die Schaffung eines Preiskartells führte damals zur Gründung des Verbandes, um die «Verkaufspreise in geordnete Bahnen zu lenken», wie es damals in den Statuten hiess. In den 1950er-Jahren untersagte das Bundesgericht diese Praxis, und erst ab dann diversifizierte sich der Verband nach und nach. Seit 2000 nennt sich der Verband BodenSchweiz. Der Wirtschaftsverband erbringt für seine Mitglieder spezifische Dienstleistungen rund um die Bodenbelagsbranche. Dazu gehören Beratungen aller Art, das Erstellen von Gutachten und Expertisen sowie das Abgeben von Empfehlungen. Der Verband verfügt über eine eigene Arbeitssicherheitslösung mit der SUVA. Er setzt sich zudem für die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Branche ein und führt alle zwei Jahre die Fachmesse Suisse Floor in Luzern durch. Der engagierte Verband ist bestens vernetzt mit anderen Organisationen, Institutionen, und Verbänden und vertritt auf nationaler und internationaler Ebene die Interessen der Bodenbelagsbranche.

Der Verband zählt rund 600 Aktivmitglieder, was einem Organisationsgrad von 50 Prozent entspricht. Dies sind alles KMU, Bodenbelagsfachgeschäfte. Rund 100 Lieferanten aus dem Grosshandel und der Industrie sind Partnermitglieder. Ein zentraler Schwerpunkt ist die gesamte Berufsbildung. Hier setzt sich der Verband mit der Teilnahme an Berufswettbewerben und Berufsmessen, mit einer branchenspezifischen Ausbildung und mit Imagekampagnen für den Nachwuchs ein. Die Branche beschäftigt rund 5000 Personen. CR

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