Publiziert am: 06.10.2023

Innovationsfähigkeit unterstützen

B√úRGSCHAFTEN ‚Äď Sollen Klima- und Digitalisierungstechnologien st√§rker unterst√ľtzt werden? B√ľrgschaften daf√ľr sind richtig. Wichtiger aber sind KMU-taugliche Rahmenbedingungen.

Braucht es ein B√ľrgschaftsprogramm f√ľr Schweizer KMU f√ľr Investitionen in klimafreundliche Technologien und Digitalisierung, wie es eine Motion der Waadtl√§nder Nationalr√§tin Sophie Michaud Gigon vorschl√§gt? Zwar ist die Schweiz eines der innovativsten KMU-L√§nder der Welt. Doch wie √ľberall auf der Welt werden die verf√ľgbaren finanziellen Mittel zu einem wichtigen Thema, wenn Firmen ihre Innovationen zur Marktreife entwickeln wollen. Unternehmen, insbesondere KMU, z√∂gern manchmal aufgrund der damit verbundenen finanziellen Risiken, massiv in klimafreundliche Technologien und die Digitalisierung zu investieren.

Innovative KMU unterst√ľtzen

Um die finanziellen Risiken zu begrenzen, hat die Schweiz am 18. Juli 2007 auf der Grundlage des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2006 √ľber die Finanzhilfen an gewerbeorientierte B√ľrgschaftsorganisationen eingerichtet.

Ein B√ľrgschaftsprogramm verringert diese Risiken, indem es eine Teilgarantie bietet. Dadurch werden Unternehmen dazu angeregt, mehr in innovative Projekte zu investieren, und Kreditinstitute dazu, Finanzierungsl√∂sungen anzubieten. Dies regt die Investitionst√§tigkeit an und f√∂rdert die Wettbewerbsf√§higkeit der Schweizer KMU.

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv unterst√ľtzt diese B√ľrgschaftsorganisationen, insbesondere da Innosuisse ‚Äď die Schweizer Innovationsagentur ‚Äď offenbar mehr zwischen Start-ups und KMU unterscheidet ‚Äď zulasten der Letzteren. Dabei sind selbstverst√§ndlich auch KMU innovativ!

Wirtschaftliche und ökologische Vorteile

Es stellt sich also die Frage, ob die von Schweizer KMU entwickelten umweltfreundlichen Technologien und die Digitalisierung Gegenstand einer spezifischen B√ľrgschaft zur Unterst√ľtzung von Investitionen sein sollten. Es sei an dieser Stelle einmal mehr darauf hingewiesen, dass die 600 000 vom sgv vertretenen KMU eine wesentliche Rolle in der Wirtschaft des Landes spielen und mehrheitlich zur Schaffung von Arbeits- und Ausbildungspl√§tzen sowie zum Wirtschaftswachstum der Schweiz beitragen. Dies gilt auch f√ľr den Bereich der Nachhaltigkeit, da viele KMU bei umweltfreundlichen Technologien f√ľhrend sind.

Um jedoch weltweit wettbewerbsf√§hig zu bleiben, m√ľssen sie st√§ndig innovativ sein und gute Sicherheiten bieten k√∂nnen, um die Finanzierung ihres Wachstums zu sichern. Ein B√ľrgschaftsprogramm f√ľr Schweizer KMU, das speziell auf die Bereiche klimafreundliche Technologien und Digitalisierung ausgerichtet ist, w√ľrde somit echte wirtschaftliche und √∂kologische Vorteile bieten.

¬ęb√ľrgschaften sind f√ľr kmu wichtig ‚Äď weniger und passende regulierungen sind es umso mehr.¬Ľ

Die Innovation in der gesamten Wirtschaft w√ľrde angeregt. KMU, die √ľber eine B√ľrgschaft verf√ľgen, k√∂nnten wettbewerbsf√§hig bleiben, und die Nachfrage nach Anbietern von Dienstleistungen und dazugeh√∂rigen Materialien verbessern.

Ein B√ľrgschaftsprogramm kann auch die Auslandsexpansion von Schweizer KMU f√∂rdern, ihr Know-how vergr√∂ssern, die Lebensqualit√§t verbessern, indem es die Umweltverschmutzung verringert und einen besseren Umgang mit Ressourcen erm√∂glicht, was der gesamten Schweizer Gesellschaft zugutekommt. Auch die Konjunkturforschungsstelle KOF betont, dass es in der Folge der Covid-19-Krise dringend notwendig sei, dass KMU √ľber Finanzierungsgarantien verf√ľgten, um ihre Innovationen und Forschungen zu entwickeln.

Ein positiver Schritt, aber ...

Diese Motion ist ein positiver Schritt zur Unterst√ľtzung der KMU und kommt zum richtigen Zeitpunkt, da sie die Innovationsf√§higkeit der Schweizer Wirtschaft unterst√ľtzt. Der Nationalrat hat sie bereits angenommen, und der St√§nderat d√ľrfte sie auch annehmen.

F√ľr den sgv ist eine solche politische Initiative von Wichtigkeit, um die Wettbewerbsf√§higkeit der Schweizer KMU in einer sich rasch ver√§ndernden Welt zu st√§rken und zum √úbergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft beizutragen.

... KMU-taugliche Regulierungen sind wichtiger

Andererseits erinnert der sgv daran, dass ‚Äď auch wenn das B√ľrgschaftswesen ein interessantes und wichtiges Instrument zur Unterst√ľtzung der Wettbewerbsf√§higkeit der KMU ist ‚Äď nicht vergessen werden darf, dass unternehmerfreundliche Rahmenbedingungen und f√ľr die KMU verdauliche Regulierungen weiterhin die wichtigsten Triebfedern f√ľr die Wettbewerbsf√§higkeit der Schweiz sind. Und daf√ľr muss die Politik sorgen, nicht B√ľrgschaften.

Mikael Huber, Ressortleiter sgv

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