Publiziert am: 02.02.2024

Nationalstrassen für die Zukunft

AUSBAU NATIONALSTRASSEN – Das Parlament beschloss im vergangenen Jahr, mithilfe von Ausbauprojekten in den Regionen Bern, St. Gallen, Basel, Schaffhausen und Lausanne-Genf schwerwiegende Engpässe im Strassennetz zu beheben. Dies fördert die Weiterentwicklung hin zu einer zukunftsfähigen Mobilität, und kommt erst noch der Natur und Umwelt zugute.

Woran denken wir, wenn wir uns die Mobilität der Zukunft vorstellen? An Robotaxis, die selbstständig auf den Strassen unterwegs sind, an Elektro- und Wasserstofflastwagen, die sich ganz ohne Diesel fortbewegen, an kürzere Reisen ohne Wartezeiten im Stau und so weiter. Diese Visionen haben eines gemeinsam: Sie fussen auf einer stabilen und zuverlässigen Strasseninfrastruktur.

Zukunftsfähige Mobilität

Diese Visionen zeigen auch, dass der Strassenverkehr im Allgemeinen und die Nationalstrassen im Besonderen zukunftsfähig sind. Denn sie ermöglichen es, bestehende Technologien weiterzuentwickeln, hin zu einer umweltfreundlicheren Mobilität. Diese Entwicklungen sind bereits heute im Gange: Beispielsweise hat der durchschnittliche CO2-Ausstoss von neuen Personenwagen zwischen 1996 und 2022 um satte 44 Prozent abgenommen. Diese Trends, aber auch die enormen Fortschritte der vergangenen Jahre bei alternativen Antriebstechnologien, stimmen positiv für die Zukunft. Dafür muss allerdings eine stabile Strassenverkehrsinfrastruktur als Basis gegeben sein. Investitionen in den Unterhalt und Ausbau unserer Strassen, allen voran der Nationalstrassen, so wie sie das Parlament mit der verabschiedeten Vorlage zum Nationalstrassenausbau plant, sind daher unerlässlich für die Weiterentwicklung der Klimaeffizienz.

Förderung der Biodiversität

Die Nationalstrassen leisten nicht nur indirekt, als Basis für die Weiterentwicklung umweltfreundlicher Fahrzeuge, einen Beitrag zur Förderung von gesunder Natur und Klima. Sie setzen auch direkt positive Impulse, zum Beispiel im Gewässerschutz oder bei der Biodiversität. Abwasser von Autobahnen wird gesammelt und gereinigt, bevor es in Fliessgewässer eingeleitet wird. Entweder direkt neben der Fahrbahn, mit Böschungen als natürliche Filter, oder über spezielle Strassenabwasserbehandlungsanlagen.

«Der CO2-Ausstoss von neuen Autos hat um 44 Prozent abgenommen.»

Zur Förderung der Biodiversität werden zudem 20 Prozent der rund 4300 Hektaren Grünfläche an Nationalstrassen als Biodiversitätsschwerpunkte ausgeschieden und naturnah sowie standortspezifisch gepflegt. Beispielsweise können im Zuge von Sanierungsprojekten Bachläufe renaturiert werden. Zudem werden Massnahmen ergriffen, um durchgehende Wildtierkorridore sicherzustellen. Dies geschieht beispielsweise mithilfe von Durchlässen unter oder über der Autobahn.

Sauberer Strom und saubere Luft

Die Ränder der Nationalstrassen bieten nicht nur ideale Lebensräume für Pflanzen und Tiere, sie eignen sich auch für die Herstellung von erneuerbarem Strom. Denn gerade Lärmschutzwände bieten Flächen, an denen Fotovoltaikanlagen installiert, und somit Solarstrom erzeugt werden kann. Viele dieser Flächen werden bereits heute Dritten zur Stromproduktion zur Verfügung gestellt. Mit dem Ausbau der Nationalstrassen können diese Möglichkeiten noch stärker genutzt werden.

Ähnlich sieht es auch mit der Reduktion von Schadstoffemissionen aus. Denn diese entstehen zu einem grossen Teil, wenn sich der Verkehr staut. Durch punktuelle Ausbaumassnahmen an stark überlasteten Strassenabschnitten, an denen es besonders häufig Stausituationen gibt, kann der Verkehr verflüssigt werden. Dies bedeutet gleichzeitig auch weniger Bremsen und Anfahren, wodurch weniger Schadstoffe ausgestossen werden. Davon profitieren Mensch und Natur gleichermassen.

Aufgrund der positiven Impulse, welche der punktuelle Ausbau der Nationalstrassen nicht nur fĂĽr die Wirtschaft und die KMU, sondern auch fĂĽr die Umwelt und Natur mit sich bringt, unterstĂĽtzt der Schweizerische Gewerbeverband sgv die vom Parlament beschlossenen Projekte in aller Entschlossenheit.

Michèle Lisibach,

Ressortleiterin sgv

ja zu Nationalstrassen

Engpässe beseitigen

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv spricht sich entschieden für die Vorlage zum Nationalstrassenausbau aus, und wird sich im Abstimmungskampf mit aller Kraft für ein Ja einsetzen. Die Referendumsfrist ist Mitte Januar abgelaufen, und die Vorlage wird noch in diesem Jahr dem Volk zur Abstimmung vorgelegt. Die Nationalstrassen sind für den Gütertransport und damit für die Funktionsfähigkeit der Wirtschaft systemrelevant. Ein Ausbau ist unumgänglich, da heute bereits starke Engpässe bestehen, welche zu hohen Kosten führen.sgv

www.sgv-usam.ch

Meist Gelesen