
Noch verharrt die Arbeitslosenquote
Neue Zahlen – Das Seco hat seine neusten Erhebungen zur Schweizer Arbeitsmarktsituation im Juli publiziert. Es handelt sich auch um eine Bestandesaufnahme vor dem Inkrafttreten der hohen US-Zölle.
Swiss Staffingindex – Konjunkturabkühlung belastet den Temporär- und den Feststellenmarkt. Personaldienstleister ziehen negative Halbjahresbilanz.
Im dritten Jahr in Folge schliessen die Personaldienstleister das erste Halbjahr mit roten Zahlen ab. Die geleisteten Einsatzstunden der Temporärarbeitenden sanken im ersten Halbjahr um 8,8 Prozent. Der Feststellenmarkt brach gegenüber dem Vorjahr um 22,8 Prozent ein.
Im Vergleich mit den Vorjahren hat sich der Abwärtstrend in beiden Teilmärkten beschleunigt. Die Personaldienstleister leiden unter der weltweiten Abkühlung der Konjunktur. Insbesondere die gestiegene wirtschaftliche Unsicherheit belastet Investitionen und Arbeitsmarkt.
Die Schweizer Wirtschaft wächst langsamer als im langjährigen Mittel.
«Der Temporär- und der Feststellenmarkt befinden sich in der stärksten Konsolidierungs-phase seit Jahrzehnten.»
Besonders betroffen ist die Exportwirtschaft. Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump trübt die Wachstumsaussichten ein. Deshalb halten sich exportorientierte Unternehmen mit Investitionen und Neuanstellungen zurück. Mit einem Marktanteil von rund 28 Prozent hängt die Temporärbranche stark von der Entwicklung dieses Sektors ab.
Oliver Rechsteiner, CEO bei der Universal-Job AG, stellt fest: «Der Temporär- und der Feststellenmarkt befinden sich in der stärksten Konsolidierungsphase seit Jahrzehnten. Die Einsatzbetriebe werden immer vorsichtiger und wählerischer. Vielfach kann man nur noch mit Topprofilen überzeugen.» Der Global Economic Policy Uncertainty Index der Stanford und der Northwestern University misst die politikbezogene ökonomische Unsicherheit, basierend auf medialer Berichterstattung, und bestätigt die von Rechsteiner beobachtete Verunsicherung: Der Index erreichte im zweiten Quartal 2025 ein historisches Hoch seit dem Messbeginn im Jahr 1997.
Die schwierige Marktphase erfordert von Personaldienstleistern Innovationen. Die Nutzung von künstlicher Intelligenz, das Straffen von Prozessen sowie neue Wege in der Rekrutierung und im Vertrieb helfen Personaldienstleistern, im schrumpfenden Markt zu bestehen. Dazu Rechsteiner: «Mit künstlicher Intelligenz können Personaldienstleister Prozesse ganz neu denken. Das führt zu Geschwindigkeits- und Qualitätsvorteilen.»
Der Fokus auf Innovation ist nicht nur mit Blick auf die Konkurrenz mit anderen Personaldienstleistern zentral. Auch die internen Personalabteilungen vieler Betriebe modernisieren sich. Temporärunternehmen müssen ihre Spezialisierung weiter vertiefen, um den Vorsprung gegenüber ihren Kunden aufrechtzuerhalten. Die Kombination aus notwendigen Investitionen und dem gleichzeitigen Marktrückgang stellt Personaldienstleister vor eine schwierige Herausforderung. Gleichzeitig bieten die neuen Technologien eine gute Basis, um erfolgreich Innovationen einzuführen.
Der Blick in die Zukunft bleibt verhalten. Die Wachstumsaussichten für das laufende und das kommende Jahr wurden erst kürzlich vom Staatssekretariat für Wirtschaft nach unten korrigiert. Damit dürfte sich der Trend der Abkühlung weiter fortsetzen. Ein Lichtblick ist die Binnenwirtschaft. Die steigende Nachfrage nach Wohnraum und die jüngste Zinssenkung der Schweizerischen Nationalbank lassen eine verstärkte Bautätigkeit erwarten.
Mit einem Marktanteil von 21 Prozent ist der Bausektor der zweitwichtigste Absatzmarkt der Temporärbranche. Positive Impulse aus diesem Sektor können die Marktentwicklung im laufenden Jahr voraussichtlich nicht ins Positive drehen, aber den Abschwung bremsen.pd
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