KMU & Finanzen
Hierzulande verfolgen zahlreiche KMU eine Politik der sozialen Verantwortung (Corporate Social Responsibility, CSR) oder sie erwägen deren Umsetzung. Sie erachten dies als Chance, ihren Fortbestand zu gewährleisten sowie ihre Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität zu erhöhen.
Schweizer KMU sind sich bewusst, dass nachhaltiges Handeln in den Bereichen Umwelt, soziale Verantwortung und Unternehmensführung (Environmental, Social, Governance, ESG) heute unerlässlich ist. Sie wissen auch, dass sie, realistisch betrachtet, keine andere Wahl haben: Neue Normen bestimmen den Kurs. Ein Beispiel dafür ist das 2023 von 59,1 Prozent der Schweizer Wählerschaft befürwortete und am 1. Januar 2025 in Kraft getretene Bundesgesetz über die Ziele im Klimaschutz, die Innovation und die Stärkung der Energiesicherheit (KIG): Es verlangt, dass sämtliche Unternehmen bis 2050 ihre Treibhausgasemissionen auf netto null reduzieren.
Die Unternehmen müssen sich dieser Herausforderung gewachsen zeigen. In einem schwierigen, immer wieder von Krisen gekennzeichneten konjunkturellen Umfeld ist es für KMU alles andere als einfach, Nachhaltigkeitsmassnahmen umzusetzen, zumal sie oft Mühe haben, über die Runden zu kommen. Die US-Zollpolitik sorgt für zusätzliche Unsicherheit.
Doch trotz dieser Schwierigkeiten feilen viele Unternehmen an ihrer ESG-Politik, da sie überzeugt davon sind, dass dies eine Investition in die Zukunft ist. Sie setzen alles daran, regulatorische Entwicklungen vorwegzunehmen, denn es geht um ihren Fortbestand, ihre Wettbewerbsfähigkeit und ihre Attraktivität.
Schon heute haben nachhaltige Unternehmen an den öffentlichen Märkten einen Wettbewerbsvorteil. Manche Kundinnen und Kunden arbeiten nur noch mit zertifizierten Unternehmen zusammen. Zudem sind die Bemühungen der KMU im sozialen Bereich entscheidend dafür, bestehende Mitarbeitende zu halten und neue zu gewinnen. Vorteilhafte Arbeitsbedingungen reduzieren die Mitarbeiterfluktuation. Zudem ermöglicht es eine Verpflichtung zur Nachhaltigkeit auch oft, die Kundinnen und Kunden wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Zahlreiche Unternehmen, die eine ESG-Strategie ausgearbeitet haben, konnten bereits wirtschaftlichen Nutzen daraus ziehen.
Die Entschlossenheit der Führungskräfte spielt bei der Umsetzung von ESG-Strategien eine zentrale Rolle. Aber es ist nicht immer einfach zu wissen, wo man ansetzen muss. Natürlich ist es sinnvoll, schrittweise vorzugehen – die ersten Massnahmen haben oft eine Sogwirkung. Unternehmen müssen sich fragen, auf welche Bereiche sie im Rahmen ihrer Tätigkeitsfelder und ihrer Besonderheiten echte Wirkung ausüben können, und ihren Werten entsprechende Massnahmen identifizieren, die sie umsetzen möchten. Mein Rat: Unternehmen sollten die Angebote der kantonalen Verwaltungen nutzen, statt das Rad neu zu erfinden. Auf deren Websites finden sich themenspezifische Seiten mit zahlreichen Hilfsmitteln, mit denen KMU eine Selbsteinschätzung in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance vornehmen können.
Den Kantonalbanken kommt beim Übergang der KMU zur Nachhaltigkeit eine wichtige Aufgabe zu. Mit ihrer regionalen Nähe und Fachkompetenz stehen sie Unternehmen auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit als verlässliche Partner zur Seite und tragen so zur nachhaltigen Stärkung der lokalen Wirtschaft bei.