Entlastungspaket ohne echte Entlastung heisst nichts Gutes für die Zukunft
Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit
Weltwirtschaftliche Unsicherheiten, geopolitische Spannungen und eine mögliche Rezession fordern Unternehmen und Politik. Parallel schreitet die demografische Alterung voran, während Digitalisierung und künstliche Intelligenz die Sprengkraft entwickeln, den Arbeitsmarkt durcheinanderzuwirbeln. In dieser Situation ist Flexibilität entscheidend, und dabei erweist sich Temporärarbeit als wirkungsvolles Instrument.
Flexible Arbeit: Motor der Anpassungsfähigkeit
Temporärarbeit ist längst mehr als eine Notlösung. Sie ermöglicht Unternehmen, auf konjunkturelle Schwankungen, saisonale Spitzen und unvorhergesehene Ereignisse flexibel zu reagieren. Das stärkt insbesondere in Krisenzeiten die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und trägt zur Sicherung von Arbeitsplätzen bei. Die Schweizer Unternehmen haben dies längst erkannt: 60 Prozent der Unternehmen mit fünf oder mehr Mitarbeitenden beschäftigen aktuell oder in der Vergangenheit Temporärarbeitende.
Mythos Kosten: Temporärarbeitende sind nicht teurer
Oft wird behauptet, Temporärarbeitende seien deutlich teurer als Festangestellte. Doch das Schweizer Marktumfeld mit über 1000 Personaldienstleistern sorgt für wettbewerbsfähige Preise. Eine Vollkostenanalyse von Swiss Economics belegt, dass die Kosten für Temporärarbeitende nur geringfügig über den Gesamtkosten von Festangestellten liegen – einschliesslich Lohn, Sozialabgaben, Lohnfortzahlung bei Ferien und Krankheit sowie betriebsinterner HR-Kosten, die im Falle von Temporärarbeit im Preis inkludiert sind.
Temporärarbeitende bieten Flexibilität, die Unternehmen sonst teuer erkaufen müssten, etwa durch zuschlagspflichtige Überstunden oder den Aufbau interner Personalpools. Vergleicht man die Kosten von Temporärarbeit mit internen Flexibilitätsmassnahmen, verschwindet der Kostenunterschied ganz. Mitunter ist Temporärarbeit sogar günstiger als firmeninterne Flexibilitätslösungen.
Gesundheitswesen: Ohne Temporärarbeit droht Versorgungslücke
Im Gesundheitswesen zeigt sich dies exemplarisch. In der Debatte um temporäre Pflegekräfte stellt die Swiss-Economics-Studie fest, dass temporäre Einsätze günstiger sein können als Überstunden oder der Aufbau interner, flexibler Personalpools in Spitälern. Für die Gesundheitsversorgung sind Temporärarbeitende zentral: Sie stabilisieren die Patientenversorgung, entlasten das Stammpersonal und halten Arbeitskräfte im Gesundheitswesen.
Demografischer Wandel: Flexible Arbeit als Schlüssel
Auch wenn sich der Fachkräftemangel aufgrund der Konjunktur vorübergehend entspannt hat, bleibt die alternde Gesellschaft eine Herausforderung. Jährlich gehen mehr Fachkräfte in Rente, als junge nachrücken. Flexible Arbeitsmodelle wie Temporärarbeit helfen, bisher ungenutzte Potenziale zu aktivieren, z. B. Wiedereinsteigerinnen, ältere Arbeitnehmende oder Pensionierte. Befragungen zeigen, dass viele Nichterwerbstätige bereit wären, in den Arbeitsmarkt einzusteigen, wenn die Bedingungen flexibel genug sind.
Experten warnen: Regulierung wäre ein Bumerang
Vor diesem Hintergrund ist es umso erstaunlicher, dass immer wieder Forderungen nach gesetzlichen Einschränkungen der Temporärarbeit laut werden. Mehrere Kantone der Romandie haben Meldepflichten oder Quoten eingeführt. Nicht nur sind solche Einschränkungen gesetzeswidrig, wie das Bundesgericht im Frühjahr feststellte. Eine zweite Studie von Swiss Economics zeigt zudem: Zusätzliche Hürden für die Temporärarbeit würden die Funktionsfähigkeit des Arbeitsmarkts beeinträchtigen, die Kosten für Unternehmen erhöhen und die Beschäftigungschancen für Arbeitnehmende verschlechtern.
Temporärarbeit ist unverzichtbar für Schweizer Wirtschaft
Die Fakten sind eindeutig: Temporärarbeit ist unverzichtbar für die Schweizer Wirtschaft. Sie sorgt für einen flexiblen Arbeitsmarkt, für Stabilität in bewegten Zeiten und unterstützt Gesellschaft wie Unternehmen dabei, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
* Myra Fischer-Rosinger ist Direktorin von swissstaffing, dem Verband der Schweizer Personaldienstleister.
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