Publiziert am: 23.01.2026

KMU endlich wirksam entlasten

REGULIERUNG – Der Schweizerische Gewerbeverband sgv stellt mit zwei weiteren parla­men­tar­ischen Vorstössen gewichtige Schritte vor, um bürokratische Hürden für KMU in der Schweiz nachhaltig zu reduzieren.

Die Belastung durch Regulierungen und administrative Anforderungen für Unternehmen bleibt in der Schweiz hoch. Schätzungen gehen davon aus, dass Unternehmen jährlich bis zu 80 Milliarden Franken an Regulierungskosten schultern müssen, die erhebliche Ressourcen binden, die für Innovation und Wachstum fehlen. Entlastungen würden nicht nur regelrechte Bürokratiekosten senken, sondern auch Arbeitskapazitäten freisetzen und zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen.

Konkrete Gesetzesreformen zur Entlastung von Unternehmen

Die parlamentarische Initiative 25.489 («Deregulierung mit System») fordert vom Bundesrat – ausgehend von den Ergebnissen der Bereichsstudien des Unternehmensentlastungsgesetzes (UEG) –, mindestens drei bis fünf konkrete Gesetzesreformen pro Jahr zur Entlastung von Unternehmen vorzulegen. Bisher fehlt es an einem systematischen Ansatz, der die bestehenden Regeln als Ganzes überprüft.

«Regulierungskosten binden erhebliche Ressourcen, die für Innovation fehlen.»

Mit dem UEG besteht eine ausbaufähige Grundlage. Aufgrund der Pflicht zur Berichterstattung sind Bundesrat und Verwaltung permanent gefordert, Rechenschaft über ergriffene Massnahmen abzulegen. Der Vorstoss – Initiant ist Mitte-Ständerat Fabio Regazzi, Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes sgv – ist eingereicht und wird bald in die parlamentarische Debatte kommen.

Umwandlung der Mehrwertsteuerumsatzgrenze in einen Freibetrag

Ein weiterer Vorstoss mit starker Bedeutung für die KMU – eingereicht von FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger, Vizepräsidentin des sgv – ist Motion 25.4828 («Umwandlung der Mehrwertsteuerumsatzgrenze in einen Freibetrag»). Sie fordert, dass die starre Mehrwertsteuer-umsatzgrenze in einen Freibetrag umgewandelt werden kann. Er-reicht ein KMU die Schwelle von 100 000 Franken oder überschreitet sie auch nur geringfügig, kann heute eine hohe Steuer anfallen. Der abrupte Übergang führt zu Wettbewerbsverzerrungen und zu Vermeidungsstrategien mit dem Ziel, die 100 000-Franken-Marke nicht zu erreichen. Die Umwandlung dieser Schwelle in einen Freibetrag würde eine schrittweise Besteuerung ermöglichen und besonders Mikrobetriebe in ihrem Wachstum unterstützen.

Parlamentarische Dynamik und Ausblick

Die bereits im sgz-Artikel «Ansätze gegen die Regulierungslast» (vgl. sgz vom 12. Dezember 2025) erwähnten Vorstösse von Fabio Regazzi und SVP-Ständerat Jakob Stark markieren die Spitze eines breiteren politischen Engagements des sgv für eine ökonomisch tragfähige Regulierungspolitik. Für die KMU bedeutet dies mehr als nur politische Symbolik: Konkret können solche Vorstösse dazu beitragen, unnötige Hürden abzubauen und administrative Lasten zu senken – ein entscheidender Faktor für Innovation, Wachstum und Beschäftigung in einem Wirtschaftssegment, das über 99 Prozent der Schweizer Unternehmen ausmacht.

Dies würde nicht nur Ressourcen für produktive Tätigkeiten freisetzen, sondern auch die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Schweiz stärken.

Patrick Dümmler, Ressortleiter sgv

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