Publiziert am: 23.01.2026

Vorsichtiger Optimismus

Beschäftigungsprognose – Die Einstellungsabsichten von Schweizer Arbeitgebern bleiben insgesamt stabil. Der Rückgang ist am deutlichsten bei den grössten Unternehmen des Landes zu beobachten, wo sich die Prognose deutlich abgeschwächt hat.

Schweizer Arbeitgeber erwarten für Anfang 2026 stabile Einstellungspläne mit einer Netto-Beschäftigungsprognose (NEO) von 27 Prozent für die Schweiz, was einem Anstieg von einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorquartal, aber einem Rückgang von zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Zahlen deuten auf einen vorsichtigen Optimismus hin, da Unternehmen weiterhin in einem Umfeld anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheit agieren. Das zeigt die aktuelle Beschäftigungsprognose des Personaldienstleisters ManpowerGroup.

Die globale Netto-Beschäftigungsprognose liegt für das erste Quartal 2026 bei 24 Prozent und damit einen Prozentpunkt über dem Vorquartal, jedoch einen Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert. Vor diesem internationalen Hintergrund verzeichnet die Schweiz für Anfang 2026 also weiterhin eine robuste Einstellungsstimmung.

«Schweizer Arbeitgeber blicken weiterhin mit vorsichtigem Optimismus auf das Jahr 2026. Während die Einstellungsabsichten insgesamt stabil bleiben, ist der Rückgang am deutlichsten bei den grössten Unternehmen des Landes zu beobachten, wo sich die Prognose deutlich abgeschwächt hat», sagt Eric Jeannerod, Country Manager von ManpowerGroup Schweiz.

Derzeitige Teams reichen aus

Schweizer Arbeitgeber halten ihren Personalbestand unverändert, vor allem, weil sie sich ausreichend mit Ressourcen ausgestattet fühlen: 31 Prozent geben an, dass ihre derzeitigen Teams ausreichen, um die Unternehmensziele zu erreichen. Selektive Einstellungen und sorgfältige Bewertungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle: 24 Prozent geben an, dass der Markt stabil ist, und weitere 24 Prozent verschieben Einstellungsentscheidungen, bis sich die wirtschaftlichen Aussichten klären. Strategische und strukturelle Faktoren unterstützen diese abwartende Haltung zusätzlich, darunter die bewusste Konzentration auf den Erhalt der bestehenden Belegschaft (22%) und das Fehlen grösserer Projekte oder Expansionen (21%).

Unter den Schweizer Unternehmen, die einen Personalabbau planen, sind Umstrukturierungen und die Anpassung an die Nachfrage gleichermassen wichtige Faktoren (25%). Weitere Faktoren sind:

• Operative Effizienz (22%):

Prozessoptimierung, die zu einer Konsolidierung der Funktionen fĂĽhrt.

• Wirtschaftlicher Druck (21%):

Wirtschaftliche Herausforderungen, die sich negativ auf die Mitarbeiter auswirken.

• Veränderte Qualifikations-anforderungen (19%):

Anpassungen in den benötigten Kompetenzen reduzieren die Nachfragen nach bestimmten Rollen.

• Marktveränderungen (18%):

Veränderungen im Marktumfeld führen ebenfalls zu einer geringeren Nachfrage in einzelnen Bereichen.

Umgekehrt sind die BeweggrĂĽnde fĂĽr Unternehmen, die einen Personalaufbau planen, folgende:

• Ersatz für ausgeschiedene Mitarbeiter (30%):

Ersatz fĂĽr Mitarbeiter, die im letzten Quartal ausgeschieden sind.

• Unternehmenswachstum (25%):

Expansion in neue Märkte oder Sektoren.

• Neue Geschäftsbereiche (23%):

Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen.

• Initiativen zur Förderung der Vielfalt (22%):

Schaffung von Stellen zur Stärkung der Vielfalt der Belegschaft.

Insbesondere bei den grössten Arbeitgebern des Landes ist der Rückgang am deutlichsten zu beobachten. Unternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern melden mit 9 Prozent den schwächsten Ausblick und verzeichnen damit einen starken Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Unterschiede nach Regionen

Der Rückgang ist nicht gleichmässig über alle Branchen verteilt. Die stärksten Rückgänge gegenüber dem Vorjahr sind zu verzeichnen in:

• Finanzen und Versicherungen:

RĂĽckgang um 19 Punkte

• Handel und Logistik:

RĂĽckgang um 24 Punkte

Auch regional sind die Unterschiede deutlich:

• Der Espace Mittelland verzeichnet mit einem Ausblick von 13 Prozent (–19 Punkte im Jahresvergleich) den stärksten Rückgang.

• Zürich ist mit 30 Prozent zwar stärker, verzeichnet aber dennoch einen Rückgang von 9 Punkten im Jahresvergleich, was auf eine Verlangsamung der Einstellungen nach den jüngsten Umstrukturierungszyklen zurückzuführen ist.

Für die Prognose wurden mehr als 39 000 Arbeitgeber in 41 Ländern befragt. Die Umfrage wurde vom 1. bis zum 31. Oktober 2025 durchgeführt.

pd

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