Publiziert am: 13.02.2026

Fünf Stromer für die Schweiz

Elektro-Favoriten 2026 – Nicht das billigste, leistungsstärkste oder luxuriöseste Modell ist das beste, sondern das, welches als Gesamtpaket am besten zu einem passt. Hier sind fünf Vorschläge, die wir für das neue Jahr empfehlen.

Die Produktvielfalt im Elektro-Segment ist inzwischen sehr gross. In jeder Fahrzeugkategorie finden sich diverse spannende Modelle, von ganz klein bis riesengross, von billig bis sehr teuer. Im laufenden Jahr wird das Angebot nochmals deutlich vergrössert. Hier sind unsere fünf Favoriten quer durch die Segmente, die perfekt in die Schweizer Strassenlandschaft passen.

Renault Twingo E-Tech: Klein und oho

Im vergangenen Jahr hat Renault den Markt mit den Retro-Stromern R4 und R5 aufgewirbelt – nun doppeln die Franzosen mit dem Twingo E-Tech nach. Auch diese Neuauflage setzt auf betörendes Retro-Design, kommt mit niedlichem Kulleraugen-Gesicht und wird im Frühling mit einem Einstiegspreis ab 18 900 Franken für Furore sorgen. Technisch basiert der neue Twingo auf der gleichen Plattform wie seine Retro-Geschwister, allerdings bekommt er eine andere Hinterachse sowie einen günstigeren Akku.

Seine LFP-Batterie hat eine Kapazität von nur 27,5 kWh, was für eine WLTP-Normreichweite von immerhin 263 Kilometern reichen soll. Geladen wird mit maximal 11 kW (AC) respektive 50 kW (DC) am Schnelllader. Als Antrieb dient ein 60 kW/82 PS starker Elektromotor an der Vorderachse.

Nissan Leaf: Pionier in neuer Topform

Der Nissan Leaf ist der Pionier unter den Elektroautos. Der japanische Kleinwagen wurde bereits 2010 lanciert, damals noch mit sehr bescheidener Reichweite und geduldfordernder Ladeleistung – und er war wie viele andere Elektropioniere der Zeit etwas voraus. 16 Jahre später startet der Leaf in dritter Modellgeneration nun in die Elektro-Ära der Neuzeit. Dafür ist der schicke Japaner bestens gerüstet: Mit zwei Akku-Grössen (52 oder 75 kWh), zwei Motorvarianten (130 kW/177 PS oder 160 kW/217 PS) und WLTP-Normreichweiten über 600 Kilometern kann sich der Nissan Leaf im inzwischen deutlich angewachsenen Konkurrenzumfeld wieder gut behaupten.

Die technische Basis kommt aus Frankreich und ist wohlbekannt, denn der Japaner teilt sie sich mit verschiedenen Renault-Modellen. Die Markteinführung des neuen Nissan Leaf soll unmittelbar bevorstehen, die Preise waren bis Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Jeep Compass Elektro: Bestseller unter Strom

Früher hätte man die amerikanische Offroad-Marke Jeep bestimmt nicht mit vernünftiger Elektromobilität in Verbindung gebracht. Heute ist das anders: Dank der Zugehörigkeit zum grossen Stellantis-Konzern kann der US-Hersteller ganz einfach auf Elektro-Plattformen zugreifen, die auch von Peugeot, Citroën, Fiat oder Opel genutzt werden. Das erste Strom-Modell der Marke, der Avenger, wurde dann auch sogleich zum europäischen Auto des Jahres 2023 gekürt.

«Die Produktvielfalt im Elektro-Segment ist inzwischen sehr gross.»

Nun folgt der grössere Compass: Der Kompakt-SUV, der weiterhin auch als Hybridversion mit Benzinmotor erhältlich ist, wird in seiner neuen Generation nun erstmals mit reinem Elektroantrieb angeboten. Dank eines 74-kWh-Akkus schafft der 157 kW/213 PS starke Compass Elektro eine Normreichweite von 508 Kilometern, lädt mit bis zu 160 kW (DC). Kleines, aber für Jeep-Fans vielleicht entscheidendes Manko: Allradantrieb ist derzeit nicht erhältlich. Die Preise starten bei 45 990 Franken.

Opel Grandland Electric AWD: Wie gemacht für die Schweiz

Die Schweiz ist ein Allradland – das ändert sich auch mit Elektroantrieb nicht. Jeder zweite verkaufte Neuwagen rollt hierzulande mit 4×4-Antrieb vom Hof. Mit dem Grandland Electric AWD hat Opel deshalb nun ein für die Schweizer Vorlieben perfekt passendes Modell. Der Elektro-Crossover ist neben der frontgetriebenen Version mit 157 kW/213 PS neu nämlich auch in einer zweimotorigen Allradvariante mit einer Systemleistung von 239 kW/325 PS erhältlich. Wie das Basismodell kommt der Grandland Electric AWD mit einer 73-kWh-Batterie, die für über 500 Kilometer Reichweite reichen soll.

Leider gibt es die Long-Range-Version mit 97-kWh-Akku weiter-hin nur für den Fronttriebler. DC-Schnellladen geht auch in der Allradvariante nur mit maximal 160 kW – da sind andere inzwischen schneller. Doch das Gesamtpaket überzeugt: Mit einem grossen Kofferraum (550 bis 1645 Liter), einer vernünftigen Reichweite und einem Budget-verträglichen Preis ab 48 990 Franken ist der Rüsselsheimer fit für den Alltag und die Urlaubsreise.

Xpeng G6: Luxus für Preisbewusste

Die Marke Xpeng, ein Start-up mit Sitz in der chinesischen Metropole Guangzhou, baut erst seit 2019 Autos, hat aber bereits Ende 2020 die Expansion nach Europa gewagt. 2025 erfolgte der Startschuss in der Schweiz, vorerst mit zwei spannenden Produkten – und eines hat es auch in diese Favoritenliste geschafft. Das 4,75 Meter lange Mittelklasse-SUV-Coupé G6 basiert wie der grössere G9 auf einer topmodernen 800-Volt-Plattform und kann daher ultraschnell geladen werden: Bis zu 451 kW verspricht der Hersteller an einer entsprechend leistungsstarken Säule. Damit ist die 80-kWh-LFP-Batterie im Nu wieder voll und soll dann in der heckgetriebenen Einstiegsversion (218 kW/296 PS) eine WLTP-Reichweite von 525 Kilometern schaffen.

Die zweimotorige Allradversion mit einer Systemleistung von 358 kW/487 PS kommt mit einer Akku-Ladung 510 Kilometer weit. Eine moderne, luxuriöse Ausstattung und ein komfortables, ausgereiftes Fahrverhalten runden das Angebot aus Fernost ab – und das zu einem Einstiegspreis ab 51 600 Franken. Eine Herstellergarantie über sieben Jahre oder 160 000 Kilometer inklusive.

Dave Schneider

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