674 Kilometer stehen auf der Reichweitenanzeige. Und etwas kleiner daneben: «max. 945 km». So weit also soll der neue BMW iX3 ohne nachzuladen kommen – dabei ist der Akku noch nicht mal proppenvoll. Damit dringt der bayerische Hersteller im Stromer-Segment in ganz neue Gefilde vor und setzt damit gleichzeitig das Startsignal für den Aufbruch in eine neue Ära. Eine Ära des «Software Defined Vehicle» (SDV), einer neuen Generation Autos, die mit der Software im Fokus rund um die Software und die Hochvoltbatterie herum entwickelt werden.
Der iX3 ist das erste Modell dieser «neuen Klasse», die BMW bei der Elektromobilität auf ein ganz neues Level hebt. Viele weitere werden folgen: als Nächstes der neue 3er, der in elektrischer Form i3 heisst und dessen Serienversion wir – streng geheim – bereits betrachten durften. Ein kleiner Spoiler sei erlaubt: Die Serienversion ist im Vergleich zur charakterstarken Studie deutlich massentauglicher gestaltet, hat dabei aber auch an Charme verloren. Dieses Modell wird voraussichtlich Anfang 2027 auf den Markt gelangen – zunächst rollt im März der Mittelklasse-SUV iX3 zu den Händlern, vorerst in der Allradversion 50 xDrive ab 78 000 Franken.
Viel fĂĽrs Geld
Das ist bei genauer Betrachtung ein Kampfpreis. Denn mit einer riesigen Batterie mit einer Netto-Kapazität von 108,7 kWh, die eine WLTP-Reichweite von 679 bis 805 Kilometern ermöglicht und mit maximal 400 kW ultraschnell geladen werden kann, und einer ansehnlichen Grundausstattung ist der iX3 geradezu ein Schnäppchen. Auch beim Antrieb trumpft der iX3 auf, zumindest in der gefahrenen Allradversion 50 xDrive. Mit einer Systemleistung von 345 kW/469 PS und einem Systemdrehmoment von 645 Nm bringt der SUV eine geballte Ladung Power auf die Strasse, spurtet damit in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h.
Das Highlight im Innenraum ist das sogenannte Panoramic iDrive: ein schmaler Display-Streifen, der sich unterhalb der Windschutzscheibe fast über die gesamte Innenraumbreite zieht – eine willkommene Ergänzung zum ebenfalls verfügbaren Head‑up-Display. Damit kann der Blick immer auf der Strasse gelassen werden, wo er auch hingehört. Und apropos Blick auf der Strasse lassen: Auf der Autobahn fährt der neue iX3 vollkommen selbstständig, ohne dass die Hände am Lenkrad bleiben müssen, solange der Blick geradeaus auf die Strasse gerichtet bleibt. Erkennen die Kameras eine Ablenkung, muss der Fahrer wieder die Kontrolle übernehmen. Damit öffnet BMW die Tür zum autonomen Fahren schon ziemlich weit – die «neue Klasse» ist also auch in dieser Hinsicht der Auftakt in eine neue Ära.
Dave Schneider
www.bmw.ch
Auf einen Blick
BMW iX3 50 xDrive
Karosserie:
SUV mit 5 Türen und 5 Plätzen
Masse (L Ă— B Ă— H):
4782 Ă— 1895 Ă— 1635 mm
Kofferraum: 520 bis 1750 l
Leergewicht / Nutzlast:
2360 / 540 kg
Antrieb: 2 E-Motoren, Allrad
Systemleistung:
345 kW (469 PS)
Systemdrehmoment: 645 Nm
Fahrleistungen:
210 km / h, 0–100 km / h in 4,9 s
Batteriekapazität:
108,7 kWh (brutto)
Ladeleistung:
400 kW (DC), 22 kW (AC)
Verbrauch (WLTP):
15,1 bis 17,9 kWh auf 100 km
Reichweite (WLTP):
678 bis 805 km
Garantie:
3 Jahre oder 100 000 km
Batterie-Garantie:
8 Jahre oder 160 000 km
Preis: Ab 78 000 Franken