Publiziert am: 27.02.2026

Schweizer setzen auf Eigentum

Auto-Finanzierung – Trotz spannender Alternativen zum Barkauf wollen Herr und Frau Schweizer ihr Auto nach wie vor besitzen. Das zeigt eine Befragung des Touring Club Schweiz. Für ein Leasing entscheiden sich nur zehn Prozent.

Eine Erhebung, die der Touring Club Schweiz (TCS) 2025 durchführte, zeigt: Wer in der Schweiz ein Auto fährt, will es auch besitzen. Neuen Mobilitätsangeboten und flexiblen Finanzierungsmodellen zum Trotz bleibt der Direktkauf die mit Abstand bevorzugte Variante. Auch das klassische Leasing ist in der Schweiz im Vergleich wenig beliebt, obwohl es in bestimmten Situationen klare Vorteile bieten kann.

Rund 4,8 Millionen Personenwagen sind aktuell auf Schweizer Strassen unterwegs – der Bestand hat sich in den letzten rund 40 Jahren verdoppelt. Die Anzahl Fahrzeuge pro Person ist in diesem Zeitraum allerdings weniger stark gestiegen, da Angebote wie Auto-Abos oder Carsharing hinzugekommen sind. Vor diesem Hintergrund untersuchte der TCS im vergangenen Jahr in einer Online-Befragung, wie Herr und Frau Schweizer ihr Fahrzeug finanzieren. Das Resultat ist eindeutig: 92 Prozent der Befragten besitzen ein eigenes Auto. Alternative Nutzungsmodelle wie Auto-Abos bleiben also noch eine Randerscheinung.

Regionale Unterschiede

Die Studie zeigt ausserdem eine klare Präferenz für den Direktkauf: Vier von fünf der befragten Schweizerinnen und Schweizer haben ihr Fahrzeug bar oder per Überweisung bezahlt. Für ein Leasing haben sich nur zehn Prozent entschieden, weitere zehn Prozent haben ihr Auto nach Ablauf eines Leasing-Vertrags übernommen.

«Über 80 Prozent der Befragten gaben an, keinen Vorteil in einer Fremdfinanzierung zu sehen.»

Ins Auge fallen dabei regionale Unterschiede: Während der Leasing-Anteil in der Deutschschweiz lediglich bei acht Prozent liegt, ist er im Tessin mit 18 Prozent deutlich höher. Der französischsprachige Landesteil rangiert mit 13 Prozent dazwischen.

Natürlich sind die individuellen Gründe für den Direktkauf sehr unterschiedlich. Gemäss der Studie folgen sie aber einem klaren Muster: Über 80 Prozent der Befragten gaben an, keinen Vorteil in einer Fremdfinanzierung zu sehen und ausserdem über ausreichende finanzielle Mittel zu verfügen. Ebenfalls vier von fünf der Käuferinnen und Käufer äusserten die Absicht, ihr Fahrzeug langfristig zu behalten. Hinzu kommt die klare Haltung, dass man keine Schulden eingehen möchte.

Die Leasing-Kunden argumentierten anders: Mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, dass sie ihr Kapital nicht im Fahrzeug binden, sondern es anderweitig verwenden oder investieren wollen. Der Zugang zu einem neuen, modern ausgestatteten Fahrzeug war für 46 Prozent ausschlaggebend. Für 17 Prozent war eine kurzfristig veränderte Lebenssituation der Grund für ein Leasing.

Langfristige Bindung schreckt ab

Die Zurückhaltung gegenüber dem Fahrzeug-Leasing wurde in erster Linie damit begründet, dass die langjährige Bindung an einen Kreditvertrag als belastend empfunden werde. Das gaben immerhin 60 Prozent an. Ebenfalls mehr als die Hälfte der Befragten befürchtet zudem, bei einem Leasing am Ende mehr bezahlen zu müssen, als das Fahrzeug tatsächlich wert ist. Denn neben den monatlichen Leasing-Raten entstehen zusätzliche Kosten: Eine obligatorische Vollkaskoversicherung, vertraglich geregelte Reparaturpflichten sowie mögliche Rücknahmegebühren erhöhen die Gesamtbelastung.

Der TCS empfiehlt daher eine einfache Faustregel zur Kalkulation der Kosten: Die Leasing-Rate mal zwei entspricht in etwa den tatsächlichen Gesamtkosten pro Monat. Bei Occasionen sollte sogar mit dem Dreifachen der Leasing-Rate gerechnet werden.

Bemerkenswertes Ergebnis

Ein Leasing kann aber – trotz der offenbar weitverbreiteten Skepsis – unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sein. Gerade wer regelmässig ein neues, technisch aktuelles Auto fahren möchte, ohne sich langfristig an ein Modell zu binden, findet im Leasing-Modell eine passende Lösung. Ein stabiles Einkommen in der entsprechenden Höhe ist dafür natürlich eine Grundvoraussetzung. Auch bei Elektroautos kann ein Leasing vorteilhaft sein: Da die Restwerte von Elektrofahrzeugen derzeit schwer prognostizierbar sind, kann ein Leasing vor finanziellen Einbussen beim Wiederverkauf schützen. Eine Auswertung aus Deutschland zeigt, dass dort Elektroautos bei Leasing-Nehmern besonders gefragt sind (vgl. Kasten).

Bemerkenswert ist auch ein anderes Ergebnis der TCS-Umfrage: Nur 22 Prozent der befragten Schweizerinnen und Schweizer setzen sich vor dem Fahrzeugkauf vertieft mit den verschiedenen Finanzierungsmodellen auseinander. Der TCS sieht hier – in Anbetracht der finanziellen Tragweite einer solchen Entscheidung – deutlichen Informationsbedarf.

Dave Schneider

Studie zeigt

Leasing-Fans mögen E‑Autos

Wer ein Auto leasen möchte, ist deutlich offener für Elektroantriebe als andere Käufergruppen – das zeigt eine Finanzierungsstudie der deutschen Internetplattform Mobile.de. Demnach können sich 45 Prozent der Leasing-Interessenten ein reines E‑Auto vorstellen, 41 Prozent ziehen einen Plug‑in-Hybriden in Betracht.

Unter Finanzierungs- und Barzahlern liegt das Interesse an Stromern dagegen nur bei 15 Prozent. Auch bei der Frage nach Neuwagen oder Occasion zeigen sich Unterschiede. Während 74 Prozent der Finanzierer und 73 Prozent der Barzahler ein Gebrauchtfahrzeug bevorzugen, liegt der Anteil unter Leasing-Kunden nur bei 42 Prozent.ds

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