Schweizerischer Gewerbeverband fordert Stärkung der Berufsbildung
«Die Ausbildung ist unser Steckenpferd»
JAMPEN AG – Handwerk, Innovation und Leidenschaft für Holz: Der Holzbaubetrieb aus Seftigen zeigt, wie Tradition und Moderne zusammenpassen. Besonders die Ausbildung junger Talente liegt dem KMU am Herzen, denn so sichert es die Fachkräfte von morgen. Qualität, Innovation und Freude am Werkstoff Holz machen das Unternehmen zu einem Vorzeigebetrieb in der Region.
Was vor bald 100 Jahren als einfache Schreinerei begann, hat sich zu einem vielseitigen Betrieb entwickelt, der heute sämtliche Leistungen rund um Holzbau, Fensterbau und Schreinerei anbietet. Aus dem traditionellen Handwerksbetrieb im bernischen Seftigen ist ein innovatives KMU geworden, das zu den Anwärtern auf den Berner KMU Award 2024 zählte. «Wir sind regional stark verwurzelt, beschäftigen viele langjährige Mitarbeitende ebenso wie junge Wilde – das ist ein hervorragender Mix», sagt Geschäftsführerin Fabienne Walther. Zudem arbeitet der Betrieb mit dem nachhaltigen Rohstoff Holz und setzt damit bewusst auf eine ökologische Zukunft. Die Spezialisten für Holzbau und Fensterbau legen grössten Wert auf Qualität, Bodenständigkeit und partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe. «Mit regelmässigen Investitionen in unser Team, in die Ausbildung zahlreicher Lernender sowie in unsere Infrastruktur und Betriebsprozesse bleiben wir stets auf dem neuesten Stand und am Puls der Zeit.» Die Erweiterung um den Bereich Holzbau in den 1950er-Jahren stellte einen bedeutenden Meilenstein in der Firmengeschichte dar und zog eine umfassende Modernisierung von Maschinen und Infrastruktur nach sich.
Das innovative KMU zeichnet sich durch eine familiär und stark teamorientierte Unternehmenskultur aus. Sie ist geprägt von Direktheit, Ehrlichkeit und gegenseitigem Respekt. «Bei uns wird unternehmerisches Denken und Handeln gezielt gefördert – jede und jeder darf und soll Verantwortung übernehmen», betont Walther. Und ergänzt: «Spass und Freude an der Arbeit sind uns besonders wichtig, und unser einzigartiger Teamspirit zeichnet uns aus.»
Von Massanfertigungenbis Holzböden
Zu den Geschäftsbereichen gehören sämtliche Leistungen rund um Holz – vom Holzbau über Fensterbau und Schreinerei bis hin zu Böden. Auch Sanierungen, Neubauten sowie klassische Holzbauarbeiten im Innenausbau wie Terrassen- oder Parkettböden zählen zu den Kernkompetenzen der Holzbauprofis. «Wir fertigen zudem Fenster und Türen nach Mass und bauen VELUX-Dachfenster ein», erklärt Walther. Mit seinem breit gefächerten Angebot bietet das KMU die meisten Dienstleistungen aus einer Hand an und schafft so wertvolle Synergien. Dazu sagt Walther: «Da wir nahezu alles rund um Holz selbst abdecken, können wir Schnittstellen optimal koordinieren – die internen Kommunikationswege sind kurz. Häufig profitieren wir zudem davon, dass Aufträge im Gesamtpaket vergeben werden. Für die Bauherrschaft bedeutet das beispielsweise, dass sie für sämtliche Holzarbeiten nur einen Ansprechpartner hat.»
«Wir wollen jeden Tag besser werden und uns kontinuierlich weiterentwickeln.»
Das Unternehmen verfügt über eine moderne CNC-Maschine, im Planungsbereich wird häufig mit 3D-Modellen gearbeitet. «Im Bereich Fensterbau und Schreinerei produzieren wir hier bei uns in Seftigen. Auch die Vorfertigung der Elemente für Wohnhäuser erfolgt in unserer Werkstatt», sagt Walther. Der Fensterbau ist für das KMU ein zentraler Geschäftsbereich: «Wir sind stolz darauf, dass unsere Holzfenster und Holz-Metall-Fenster hier in Seftigen gefertigt werden.»
Besonders gefragt sind zudem Holzböden sowie Terrassenbeläge im Aussenbereich – aus unterschiedlichen Holzarten oder aus modernen, holzähnlichen Alternativen. Bauen mit Holz boomt und ist gefragter denn je. «Die hybride Bauweise ist dabei nach wie vor eine sinnvolle Option», ergänzt die Geschäftsführerin. Und sie betont: «Holz ist ein nachhaltiger Rohstoff, der zu einem angenehmen Raumklima beiträgt. Zudem überzeugt es optisch als ästhetisches Material. Die Langlebigkeit dieses Naturprodukts wird häufig unterschätzt.»
Mit Kreativität und Botschaftern zum Erfolg
Die Jampen AG bezieht ihr Holz vorwiegend von regionalen Lieferanten. Diese verarbeiten neben Schweizer Holz auch Materialien aus Nord- und Osteuropa. Mit dem Motto «Mehr als Holz» wirbt das KMU für seine Branche beziehungsweise für sein umfassendes Dienstleistungsangebot. «Wir wollen nicht nur als klassische ‹Hölzige› wahrgenommen werden, sondern mit erstklassiger Dienstleistungs- und Servicequalität überzeugen.» Auch im Marketing geht das Unternehmen bewusst neue Wege. «Seit sieben Jahren sind wir beispielsweise mit unserer Botschafterin und Hürdenweltmeisterin Ditaji Kambundji unterwegs. Zudem setzen wir auf moderne Imagefilme und innovative Kommunikationsmassnahmen», freut sich Walther.
«Die Bürokratie ist unverhältnismässig und bindet Ressourcen, die wir lieber anderweitig einsetzen würden.»
Das Holzbauunternehmen lebt Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft im Betriebsalltag vorbildlich: «Wir heizen mit Holzabfällen, verfügen über eine moderne Fahrzeugflotte und beziehen sämtliche Materialien von regionalen Lieferanten, um die Transportwege kurzzuhalten.» Qualität und Präzision haben im Unternehmen einen hohen Stellenwert. «Wir wollen jeden Tag besser werden und uns kontinuierlich weiterentwickeln – das treibt uns an. Unser Ziel ist es, die Erwartungen unserer Kundinnen und Kunden nicht nur zu erfüllen, sondern zu übertreffen. Dafür geben wir als Team unser Bestes.» Gleichzeitig bleibt das Unternehmen lernbereit: Man ist offen für konstruktives Feedback und stets daran interessiert, sich weiterzuentwickeln.
Hürden im Holzbau – Chancenfür morgen
Die grössten Herausforderungen für den Holzbaubetrieb sind Projektverzögerungen. Dazu sagt Walther: «Sie gehören mittlerweile zur Tagesordnung – hier braucht es von allen Seiten ein hohes Mass an Flexibilität. Wir wünschen uns, dass Bewilligungsverfahren vereinfacht und schneller bearbeitet werden. Zudem sollten Einsprachen künftig kostenpflichtig sein oder das Recht der Einsprache soll mindestens überdenkt werden.» Weiter stellt sie fest: «Auch die Bürokratie nimmt stetig zu und ist teilweise unverhältnismässig. Das fordert uns stark und bindet Ressourcen, die wir lieber anderweitig einsetzen würden.» An Arbeit mangelt es den Holzbauspezialisten jedoch nicht: Derzeit hat das KMU verschiedene Neubauprojekte in der Pipeline, bei denen der gesamte Holzbau umgesetzt wird. Hinzu kommen anstehende Dachsanierungen sowie mehrere grössere Aufträge im Bereich Fensterbau und Schreinerei.
Für die Zukunft wissen die Holzbauprofis aus Seftigen genau, in welche Richtung sie ihren Betrieb entwickeln wollen: «Die Ausbildung junger Menschen ist und bleibt unser wichtigstes Steckenpferd (vgl. Kasten). Gleichzeitig möchten wir ein attraktiver Arbeitgeber sein, überdurchschnittliche Löhne zahlen und dafür sorgen, dass wir alle noch lange Freude am Rohstoff Holz haben.»
Corinne Remund
Berufsbildung
Wo junge Talente Holzhandwerk leben
Die Jampen AG ist ein Vorzeigebetrieb in der Ausbildung von Lernenden. Das Familienunternehmen aus Seftigen mit rund 50 Mitarbeitenden beschäftigt beeindruckende 30 Prozent Lernende. Das KMU investiert seit Jahren stark in die Berufslehre – vor allem in Form von Zeit. Dabei soll die Ausbildung für die jungen Menschen attraktiv sein und mehr bieten, als nur das Handwerk zu erlernen. «Wir setzen voll auf die Karte Ausbildung und versuchen, dabei auch neue Wege zu gehen», erklärt Inhaber Lukas Jampen, der das Unternehmen in der vierten Generation übernommen hat. «Unsere Lernenden sind vollständig ins Team integriert, nehmen an wichtigen Sitzungen teil und sind zum Beispiel auch bei Besprechungen mit Banken dabei.»
Die Ausbildung junger Menschen ist für das Holzbauunternehmen die effektivste Massnahme, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Nachwuchs, der sich zu Zimmermann/Zimmerin oder Schreiner/-in EFZ sowie EBA ausbilden lassen möchte, findet bei der Jampen AG stets eine Chance. «Wir rekrutieren unsere Lernenden vor allem über Empfehlungen und Mund-zu-Mund-Propaganda. Die Schnupperlehre ist für uns zudem eine wichtige Visitenkarte, um zu zeigen, dass wir ein attraktiver Lehrbetrieb sind», betont Geschäftsleiterin Fabienne Walther. CR
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