Publiziert am: 27.03.2026

KI: Ergänzung oder Bedrohung?

Studie – Laut dem Workmonitor 2026 des Personaldienstleisters Randstad zeigt der Schweizer Arbeitsmarkt einen bemerkenswerten Optimismus. Die Studie bestätigt zudem, dass die traditionelle lineare Karriereleiter ausgedient hat, und ortet beim Thema KI eine strategische Lücke.

Die globale Wirtschaft zeigt sich vorsichtig, die Schweiz könnte zuversichtlicher nicht sein: 100 Prozent der hiesigen Arbeitgeber blicken zuversichtlich auf das kommende Wachstumsjahr. Hinter dieser Resilienz verbirgt sich ein fundamentaler Wandel. Das zeigt der Workmonitor 2026 des Personaldienstleisters Randstad. Konkret hat die traditionelle lineare Karriere ausgedient. Talente setzen verstärkt auf flexible Portfolio-Modelle und Eigeninitiative, um dem wirtschaftlichen Druck zu begegnen. Gleichzeitig offenbart der «KI-Blind-Spot» eine entscheidende strategische Lücke.

Deutlich über globalem Durchschnitt

Während die weltweiten Talente eher vorsichtig bleiben, zeigt der Schweizer Arbeitsmarkt einen bemerkenswerten Optimismus.

«Erfolg werden jene haben, die sich anpassen.»

Gemäss dem Workmonitor 2026 sind in der Schweiz 100 Prozent der Arbeitgeber und 64 Prozent der Talente zuversichtlich, was das Unternehmenswachstum im nächsten Jahr betrifft. Dies liegt deutlich über dem globalen Durchschnitt von 95 beziehungsweise 51 Prozent.

Diese Resilienz zeigt sich auch darin, wie Arbeitnehmer mit dem wirtschaftlichen Druck umgehen: 43 Prozent der Schweizer Talente haben eine Zweitbeschäftigung aufgenommen oder suchen danach, um die steigenden Lebenshaltungskosten zu bewältigen.

Gehalt weiterhin wichtigster Faktor

Die Studie bestätigt, dass die traditionelle lineare Karriereleiter ausgedient hat. 72 Prozent der Arbeitgeber weltweit sind der Meinung, dass dieses Modell veraltet ist. Stattdessen bauen Talente «Portfolio-Karrieren» auf und priorisieren Abwechslung, Work-Life-Balance und Autonomie gegenüber der Betriebszugehörigkeit. Während das Gehalt weiterhin der wichtigste Faktor bei der Jobsuche ist, hat sich die Work-Life-Balance zum entscheidenden Hebel für die Mitarbeiterbindung entwickelt.

Ein wichtiges Ergebnis des Workmonitors 2026 ist der «KI-Blind-Spot». Obwohl 76 Prozent der Arbeitnehmer in der Schweiz glauben, dass KI ihre Produktivität steigert, besteht weiterhin eine Kluft zwischen den Erwartungen der Arbeitgeber und der Wahrnehmung der Mitarbeiter hinsichtlich der strukturellen Auswirkungen von KI auf einzelne Rollen. Der Bericht empfiehlt, den Fokus von der Bedrohung durch KI hin zur Ergänzung menschlicher Fähigkeiten zu verschieben.

Schlüssel zur Erweiterung

Sander van ’t Noordende, CEO von Randstad, sagt dazu: «Die Arbeitsmärkte stehen unter immensem Druck, und Erfolg werden jene haben, die sich anpassen. KI sollte als Schlüssel zur Erweiterung von Aufgaben gesehen werden und die Bedeutung von Rollen hervorheben, die nur Menschen ausfüllen können.» Traditionelle Karriereziele würden sich wandeln, wobei Talente und Unternehmen flexibler darüber nachdenken würden, wie Erfolg aussähe. Dennoch bleibe die menschliche Verbindung der Kern von Unternehmen, wobei Führungskräfte eine immer wichtigere Rolle bei der Aufrechterhaltung der Stabilität während der grossen Anpassung der Arbeitswelt einnehmen würden. «Nur wenn Unternehmen und Talente am gleichen Strang ziehen, kann wahres Wachstum freigesetzt werden.»

Der diesjährige Randstad-Workmonitor basiert auf den Erkenntnissen von über 26 000 Arbeitnehmern und 1225 Arbeitgebern in 35 Märkten – ergänzt durch die Analyse von über drei Millionen Stellenausschreibungen. Der Report beschreibt einen fundamentalen Wandel, der sich als die grosse Anpassung der Arbeitswelt bezeichnen lässt.pd

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