Publiziert am: 27.03.2026

Nachhaltigkeit ist im Alltag der KMU angekommen

REGULIERUNG – Schweizer KMU tragen bereits heute substanziell zur Nachhaltigkeit bei – oft pragmatisch, lokal verankert und wirtschaftsnah. Gleichzeitig steigen regulatorische Anforderungen und Erwartungen entlang der Lieferketten.

Kleine und mittlere Unternehmen stellen rund 99 Prozent aller Unternehmen in der Schweiz und beschäftigen etwa zwei Drittel der Erwerbstätigen. Ihr Beitrag zur Nachhaltigkeit ist entsprechend gross – auch wenn er selten im Rampenlicht steht. Viele Betriebe setzen seit Jahren auf Energieeffizienz, kurze Transportwege und langlebige Produkte. Investitionen in moderne Maschinen, Gebäudesanierungen oder Photovoltaik senken nicht nur Emissionen, sondern langfristig oft auch die Kosten.

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsfaktor

Für viele KMU ist Nachhaltigkeit auch ein Marktvorteil. Wer glaubwürdig handelt, stärkt seine Position im Wettbewerb um Kunden und verbessert den Zugang zu internationalen Märkten. Gleichzeitig entstehen neue Geschäftsfelder: Reparatur- und Kreislaufangebote, regionale Wertschöpfungsketten oder ressourcenschonende Dienstleistungen. Gerade gewerbliche Betriebe profitieren von ihrer Nähe zum Kunden und ihrer Flexibilität.

Mit zunehmender Regulierung steigen jedoch auch die Anforderungen. Berichtspflichten, Sorgfaltsprüfungen in Lieferketten oder neue Klimavorgaben können für KMU mit erheblichem administrativem Aufwand verbunden sein. Risiken bestehen vor allem in steigenden Kosten, in Unsicherheiten bei der Umsetzung sowie im Fachkräftemangel. Ohne verhältnismässige Ausgestaltung droht eine Überforderung kleiner Betriebe. Entscheidend bleibt daher, dass neue Vorgaben KMU-tauglich ausgestaltet werden.

Einordnung und Ausblick

Schweizer KMU leisten bereits heute einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung – aus Eigeninteresse und Verantwortung gegenüber Standort und Gesellschaft.

«VIELE KMU SETZEN SEIT JAHREN AUF NACHHALTIGKEIT.»

Damit dies so bleibt, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, Augenmass in der Regulierung und gezielte Unterstützung. Nachhaltigkeit ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess – mit Chancen für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.dp

KVI 2.0 im ÜBERBLICKMehr Risiken für KMU

Auch KMU betroffen

Die Eidgenössische Volksinitiative «Für verantwortungsvolle Grossunternehmen – zum Schutz von Mensch und Umwelt» verlangt, dass Unternehmen mit Sitz in der Schweiz auch im Ausland verbindliche Sorgfaltspflichten einhalten. Dazu gehören die Prüfung von Risiken in den Bereichen Menschenrechte und Umwelt sowie entsprechende Massnahmen.

Mehr Risiken fĂĽr KMU

Trotz des Titels: Auch für die KMU werden die Auswirkungen spürbar werden. Als Zulieferer können sie in Sorgfalts- und Berichtspflichten grösserer Unternehmen nicht nur eingebunden werden, sondern dafür letztlich auch haften. Dies führt zu zusätzlichem Aufwand und Risiken, die gemäss Initiative von den KMU übernommen werden müssen. Dies lehnt der sgv klar ab.dp

Weiterführende Artikel

Meist Gelesen