Publiziert am: 27.03.2026

Viele Chancen auch für KMU

ARBEITSMARKT – Gewerbe- und Arbeitgeberverband bieten in Zusammenarbeit mit dem Bund drei Webinare à 45 Minuten zum Thema «Anstellung von geflüchteten Ukrainern» an.

Geflüchtete (Flüchtlinge oder vorläufig Aufgenommene) verbleiben zumeist längerfristig in der Schweiz, weil sie auf dauerhaften Schutz angewiesen sind. Auch für Schutzbedürftige aus der Ukraine besteht eine Perspektive von zumindest ein bis zwei Jahren. Lernende können in jedem Fall ihre Lehre in der Schweiz abschliessen. Daher sollen alle geflüchteten Personen aktiv sein und sich neue Perspektiven schaffen – durch Arbeit oder eine berufsorientierte Ausbildung. Schätzungen zeigen, dass rund 50 000 Personen aus dem Asylbereich zusätzlich arbeiten könnten, etliche davon gut qualifiziert.

Meist lohnende Investition

Geflüchtete müssen oft unter schwierigen Bedingungen neu anfangen. Mit diesem Neuanfang zeigen sie Resilienz, Anpassungsfähigkeit, Durchhaltevermögen und Lernbereitschaft – Soft Skills, die in jedem Unternehmen gefragt sind. Viele verfügen zudem über Hard Skills wie Berufserfahrung und Ausbildungen, die zu Beginn oft «unsichtbar» sind und sich erst zeigen, wenn sie die Sprache beherrschen und sich im Beruf beweisen können. Oft braucht es eine Anlauf- und Einarbeitungsphase, bis sie ihr volles Potenzial entfalten – aber diese Investition ist fast immer lohnend.

Wie zum Beispiel bei Ahmad M., der 2016 als 30-Jähriger aus Syrien in die Schweiz geflohen ist. In seiner Heimat betrieb er eine Elektronikwerkstatt. In der Schweiz blieben viele Bewerbungen zunächst erfolglos – bis ihm ein Werkstattleiter über ein Integrationsprogramm eine Chance gab. Heute ist er ein zuverlässiger Techniker. Ähnlich verlief es bei Daria S., die in der Ukraine als Buchhalterin gearbeitet hat. Nach Sprachkursen und einer einjährigen Vorlehre ist sie heute in der Finanzabteilung eines KMU tätig – ihr Arbeitgeber schätzt ihre Exaktheit und ihre Motivation.

Hürden oft tiefer als gedacht

Für Betriebe wichtig zu wissen: Für alle anerkannten Flüchtlinge, vorläufig Aufgenommene und Schutzbedürftige gibt es gezielte Sprachförderung, Potenzialabklärungen und individuelle Integrationspläne sowie branchenspezifische Fachkurse und Berufsvorbereitungsmassnahmen. In allen Kantonen steht für Geflüchtete auf Stellensuche ein Jobcoaching zur Verfügung. Die Jobcoaches begleiten nicht nur die Stellensuchenden, sondern sind auch direkte Ansprechpartner für HR-Businesspartner und Führungspersonen. Sie unterstützen beim Einarbeitungsprozess, helfen bei sprachlichen oder kulturellen Herausforderungen und können administrative Aufgaben übernehmen. Die Einstiegshürden für Arbeitgebende sind daher oft tiefer als gedacht.

Viele positive Erfahrungen

Zahlreiche Unternehmen in der Schweiz – von Grossbetrieben bis KMU – berichten von positiven Erfahrungen mit geflüchteten Mitarbeitenden. Was es dazu braucht, sind Offenheit und der Wille zur Entwicklung – auf beiden Seiten.

Der Schweizerische Gewerbeverband und der Schweizer Arbeitgeberverband bieten gemeinsam mit dem Beauftragten Arbeitsmarktintegration im EJPD am 20., 27. und 28. April jeweils um 17 Uhr rund 45-minütige Webinare an. Sie erhalten dort Informationen zur Situation der Geflüchteten, zu den verschiedenen Status, zu Ansprechpersonen in den Kantonen sowie zu Unterstützungsangeboten wie der Plattform Path2Work. Zudem berichten Betriebe aus erster Hand von ihren Erfahrungen.

pd

Anmeldung und weitere Informationen finden Sie hier:

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