«Deutlich mehr Flexibilität»
gian-luca Lardi – «Der neue Landesmantelvertrag bringt Ruhe und Planbarkeit in der Branche», sagt der Zentralpräsident des Schweizerischen Baumeisterverbands SBV. Ausserdem stärke der neue LMV die Friedenspflicht.
SBV – 50 000 neue Wohnungen pro Jahr wären nötig, damit Mieten und Eigenheimpreise nicht stiegen und die Bevölkerung gemäss ihren Bedürfnissen wohnen könnte. Aber diese Marke wurde zuletzt 2018 erreicht – und nichts deutet derzeit darauf hin, dass sie in absehbarer Zeit wieder erreicht wird. Der Schweizerische Baumeisterverband SBV ortet vier Handlungsfelder.
Der Wohnungsbau ist derzeit ein zentraler Stabilitätsfaktor für das Bauhauptgewerbe. 50 000 neue Wohnungen pro Jahr wären nötig, damit Mieten und Eigenheimpreise nicht stiegen und die Bevölkerung gemäss ihren Bedürfnissen wohnen könnte. «Aber diese Marke wurde zuletzt 2018 erreicht und nichts deutet derzeit darauf hin, dass in absehbarer Zeit wieder genügend neue Wohnungen gebaut werden», teilt der Schweizerische Baumeisterverband SBV mit.
Die hohe, aber nicht ausreichende Wohnbautätigkeit 2025 und 2026 fusst auf den gesunkenen Zinsen und den endlich stabilen Baukosten.
«Baugesuche müssen innerhalb von 100 Tagen bearbeitet werden.»
Vor zwei Jahren wurde auf Bundesebene der Aktionsplan Wohnungsknappheit lanciert, doch nur 5 der 35 geplanten Massnahmen seien bislang umgesetzt worden. «Sämtliche Beteiligten, von der Verwaltung über die Bauherren bis zu den Bauunternehmen, müssen aktiver werden.»
Der SBV beobachtet konkret vier Handlungsfelder, wie endlich mehr Wohnungen gebaut werden können:
Einsprachen reduzieren: Weniger vorgeschobene Gründe, wieder weniger einspracheberechtigte Personen, Kostenbeteiligung bei missbräuchlichen Einsprachen.
Baugesuche beschleunigen: Baugesuche müssen innerhalb von 100 Tagen bearbeitet werden, digitale Prozesse, mehr Melde- statt Bewilligungsverfahren.
Deregulierung: Über 140 000 Bauvorschriften landesweit müssen vereinheitlicht und abgebaut, die kantonalen Bau- und Planungsgesetze entschlackt und «weisse Zonen» geschaffen werden, um bestimmte Bauvorschriften in Kommunen mit Wohnungsmangel temporär aufzuheben.
Bessere Raumplanung: Kantone und Gemeinden sollten die Planung ihrer Bauzonen alle fünf Jahre gemäss neuen Bevölkerungsprognosen aktualisieren
Wie der SBV weiter schreibt, blickt das Schweizer Bauhauptgewerbe auf ein insgesamt positives Jahr 2025 zurück. Die Bautätigkeit im Hoch- und Tiefbau nahm gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent auf knapp 23,9 Milliarden Franken zu. Damit behauptete sich die Branche in einem Umfeld, in dem die Schweizer Wirtschaft nur mässig wächst.
Zum positiven Jahresergebnis trug insbesondere ein starkes viertes Quartal bei: Von Oktober bis Dezember 2025 stieg die Bautätigkeit im Vergleich zum Vorjahresquartal um 6,3 Prozent. Damit setzte die Branche zum Jahresende ein klares positives Zeichen. Der Hochbau legte um 7,5 Prozent zu, wobei sich der Wohnungsbau erneut als wichtige Stütze erwies (+4,8 Prozent). Der anhaltend hohe Bedarf an Wohnraum bleibt damit ein zentrales Fundament der Bautätigkeit in der Schweiz.
Auch die Nachfrage nach neuen Projekten entwickelte sich erfreulich. Die Auftragseingänge im Hoch- und Tiefbau erhöhten sich 2025 insgesamt um 3,7 Prozent. Besonders dynamisch zeigte sich der Wohnungsbau mit einem Plus von 11 Prozent. Die Projektpipeline ist zwar gut gefüllt, die Dynamik dürfte aber in Jahresverlauf nachlassen, weil die Wohnbaugesuche im Laufe des Jahres 2025 abgenommen hatten.
Die Arbeitsvorräte lagen per Ende Dezember 2025 um 4,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. «Diese Auftragsbestände sichern vielen Unternehmen eine verlässliche Auslastung über die kommenden Quartale und erhöhen die Planungssicherheit», schreibt der SBV.pd/sgz
Stabilität statt Überhitzung
Der Bauindex rechnet für 2026 mit einem Umsatz von rund 24,4 Milliarden Franken im Bauhauptgewerbe. Das entspricht einem weiteren Umsatzplus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. «Die Branche bewegt sich damit auf gutem Niveau in einem Umfeld, in dem die Schweizer Volkswirtschaft unterdurchschnittlich wächst und die Arbeitslosigkeit zunimmt», schreibt der SBV.
Der Wohnungsbau bleibt 2026 der wichtigste Wachstumstreiber. Strukturelle Wohnraumknappheit, demografische Entwicklungen und Urbanisierung sorgen für eine anhaltend hohe Nachfrage. Zudem verbessert das stabile Zinsumfeld die Finanzierbarkeit von Projekten und erhöht die Attraktivität von Immobilieninvestitionen. Regionale Schwankungen bei den Baubewilligungen bleiben zwar bestehen, insgesamt ist das Niveau jedoch ausreichend hoch, um die Bautätigkeit zu stützen.
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