Publiziert am: 17.04.2026

Kleine Massnahmen, grosse Wirkung

CYBERSICHERHEIT – Gemeinsam mit weiteren Partnern lancieren das Bundesamt für Cybersicherheit BACS und der Schweizerische Versicherungsverband SVV eine neue Ausgabe der Sensibilisierungskampagne «S-U-P-E-R.ch». Sie soll auch KMU sensibilisieren.

Unter dem Motto «SUPER, oder?» sensibilisiert die Kampagne KMU und Privatpersonen für aktuelle Cyberrisiken und zeigt, wie einfache Schutzmassnahmen grosse Wirkung entfalten können.

Betrug – immer persönlicher

Ein E-Mail mit einer dringenden Zahlungsaufforderung. Eine Paketbenachrichtigung, die exakt zum erwarteten Versand passt. Oder eine Nachricht, die scheinbar vom eigenen IT-Dienstleister stammt. Phishing- und Betrugsversuche gehören heute zum digitalen Alltag – auch für kleine und mittlere Unternehmen. Zwar werden viele solcher Nachrichten erkannt und gelöscht.

Doch mit dem zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz wirken betrügerische Inhalte immer professioneller, persönlicher und kontextbezogener. Genau diese neue Ambivalenz greift die nationale Kampagne «S-U-P-E-R.ch» auf, die vom Bundesamt für Cybersicherheit gemeinsam mit dem Versicherungsverband und weiteren Partnern getragen wird.

Für KMU ist Cybersicherheit längst kein Randthema mehr. Ein erfolgreicher Cyberangriff kann den Betrieb lahmlegen, Daten unzugänglich machen und das Vertrauen von Kundinnen und Kunden nachhaltig beeinträchtigen. Gleichzeitig fehlen im hektischen Geschäftsalltag oft Zeit, personelle Ressourcen oder spezialisiertes Know-how, um sich vertieft mit Cyberrisiken auseinanderzusetzen.

Grundschutz statt Hightech

Die zentrale Botschaft der Kampagne ist deshalb bewusst pragmatisch: Wirksame Cybersicherheit beginnt nicht mit komplexen IT-Lösungen, sondern mit konsequent umgesetzten Grundmassnahmen.

«Durch den Einsatz von KI wirken betrügerische Inhalte immer professioneller und persönlicher.»

Starke und einzigartige Passwörter, Mehrfaktor-Authentifizierung, regelmässige Updates und automatisierte Back-ups gehören heute zum digitalen Mindestschutz. Ergänzt durch klare interne Regeln – etwa beim Umgang mit Zahlungsfreigaben oder verdächtigen E-Mails – lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.

Besonders wichtig ist dabei der Faktor Mensch. Sensibilisierte Mitarbeitende, die auch bei scheinbar «perfekten» Nachrichten kurz innehalten und hinterfragen, bilden die erste Verteidigungslinie. Die Kampagne «SUPER, oder?» erinnert genau daran: Nicht alles, was glaubwürdig wirkt, ist auch vertrauenswürdig.

UnterstĂĽtzung fĂĽr den Ernstfall

Trotz aller Prävention lässt sich ein Cybervorfall nie vollständig ausschliessen. Umso wichtiger ist es für KMU, sich auch mit der Bewältigung eines möglichen Schadens auseinanderzusetzen. Dazu gehören Notfallpläne, klare Zuständigkeiten – und je nach Risikoprofil auch ergänzende Absicherungslösungen. Versicherungen können hier nicht nur finanzielle Folgen abfedern, sondern Unternehmen auch bei der Prävention und im Umgang mit einem Vorfall unterstützen.

Auf der Plattform S-U-P-E-R.ch finden KMU praxisnahe Informationen, alltagsnahe Beispiele sowie kurze Quizformate, um das eigene Cybersicherheitswissen zu überprüfen. Die Botschaft der mittlerweile bereits siebten Kampagnenausgabe ist klar: Cybersicherheit ist kein einmaliges Projekt, sondern eine Daueraufgabe. Es geht um Aufmerksamkeit, Routine – und viele kleine Massnahmen, die zusammen eine grosse Wirkung entfalten. Gerade für KMU macht die Kampagne damit deutlich, dass Cybersicherheit vor allem bei den einzelnen Mitarbeitenden beginnt – und dass ihr Verhalten im Alltag die grösste Wirkung entfaltet.pd/SVV

www.S-U-P-E-R.ch

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