Publiziert am: 17.04.2026

Vom Handwerk zur Hightech-Planung

PIRMIN JUNG Schweiz AG – Das Ingenieur- und Planungsunternehmen aus Sursee gestaltet seit Jahrzehnten die Entwicklung des Holzbaus entscheidend mit. Mit innovativen Pilotprojekten, einem ganzheitlichen Planungsansatz und klarer Nachhaltigkeitsvision setzt das KMU neue Massstäbe für klimagerechtes und zirkuläres Bauen.

Die Firma PIRMIN JUNG durfte die Entwicklung des Holzbaus in der Schweiz, aber auch international, in den letzten 30 Jahren tragend mitgestalten. Dabei hat das innovative KMU die Grenze des Machbaren im Holzbau immer wieder verschoben. Ein Beispiel dafür ist der Firmensitz in Sursee – «das Haus des Holzes» –, welchen die PIRMIN-JUNG-Mitarbeitenden im Oktober 2022 bezogen haben. «Es ist ein Entwicklungs- und Vorzeigeprojekt für klimagerechtes, kreislauffähiges und digitales Planen und Bauen», erklärt Pirmin Jung, Inhaber und Leader des Führungsteams der PIRMIN JUNG Schweiz AG. Die Holzbauingenieurinnen und -ingenieure haben mit ihren Dienstleistungen den Nerv der Zeit getroffen. «Wir füllen die Lücke zwischen Architektur und Holzbau, indem wir mit dem Know‑how unserer Ingenieur-, Bauphysik- und Brandschutzteams Holzbauprojekte planen, die anschliessend durch die Holzbauunternehmen ausgeführt werden», sagt Jung. «Wir entwickeln und fördern dabei das verantwortungsvolle Bauen mit Holz – aus tiefer Überzeugung und mit dem Menschen im Mittelpunkt.» Als gelernter Zimmermann bildete Jung sich zum Dipl. Ingenieur FH/SIA Fachrichtung Holzbau an der SH Holz in Biel weiter. 1996 gründet er sein eigenes Unternehmen und entwickelte den Einmannbetrieb stetig weiter zu einem erfolgreichen Ingenieur- und Planungsunternehmen mit heute rund 150 Mitarbeitenden.

«Wir wollen das verantwortungsvolle Bauen mit Holz weiterbringen, immer mit dem Menschen im Zentrum.»

Heute ist die Firma an sieben Standorten präsent, davon an vier in der Schweiz und an drei in Deutschland. «Trotz dieser Grösse erlebe ich an allen Standorten dasselbe Feuer für das verantwortungsvolle Bauen mit Holz und unserem Geist», betont Jung. Dieser Spirit entwickelte sich bereits in den frühen Jahren der Firma aus dem engen Coaching der jungen Mitarbeitenden, die gerade frisch aus dem Studium kamen, durch erfahrene Projektleitende sowie aus dem aktiven Wissensaustausch. «Beides pflegen wir bis heute aktiv.» Eine positive Firmenkultur, die auf Wertschätzung und Vertrauen baut, gehört ebenso zur Firmen-DNA.

PIRMIN JUNG gestaltet Holzbauprojekte in den Bereichen Tragwerksplanung, Brandschutz, Bauphysik, Nachhaltigkeitsplanung und zirkuläres Bauen. Dabei begleiten die Holzbauingenieurinnen und Planer die Architekturbüros bereits bei Wettbewerben, damit die Bauprojekte von Beginn an holzbaugerecht entwickelt werden. «Wir kontrollieren ebenfalls zum Projektabschluss als Treuhänder der Bauherrschaften die Ausführungen und die Abrechnung der Unternehmen», so Jung, und er doppelt nach: «Da die meisten unserer Mitarbeitenden als Berufseinstieg eine Handwerkslehre machten, bevor sie ihr Ingenieurstudium absolvierten, kennen wir die Anliegen der Praxis von der Pike auf und entwickeln unsere Projekte entsprechend praxisgerecht.» Zu den Kundinnen und Kunden gehören private und institutionelle Investoren wie auch die öffentliche Hand – sie reichen von einer Gemeinde, die ein Schulhaus in Holzbauweise realisiert, bis hin zur Flughafen Zürich AG, welche das Dock A neu baut.

Praxisnahe und umsetzbareLösungen im Holzbau

Die Tragwerksplanung bildet das Herzstück der Dienstleistungen und ist eng mit der Architektur verzahnt. In enger Abstimmung entstehen kosteneffiziente, normgerechte und praxisnah umsetzbare Lösungen im Holzbau. Früh wurde deutlich, wie entscheidend Brandschutz und Bauphysik für funktionierende Holzbauten sind. «Um den Holzbau möglichst effizient und zielgerichtet weiterzuentwickeln und Holzbauten von hoher Qualität zu planen, entschieden wir, diese Dienstleistungen inhouse aufzubauen und sie selbst zu erbringen.» Heute ermöglicht das integrierte Leistungsportfolio eine ganzheitliche Planung aus einer Hand – mit weniger Schnittstellen und mehr Details, bei denen Statik, Bauphysik und Brandschutz von Anfang an zusammen gedacht werden. «Unser Anspruch ist es, bereits von Beginn an eine kostenoptimierte und konstruktiv durchdachte Lösung zu entwickeln – und diese nicht erst dem ausführenden Holzbauunternehmen zu überlassen», so Jung.

«Wir achten auf ein enges Coaching der jungen und DER weniger erfahrenen Mitarbeiter.»

Ein qualitativ hochwertiges Gebäude in Holzbauweise und die Zufriedenheit der Bauherrschaft stehen an oberster Stelle und sind wichtiger als kurzfristiger finanzieller Erfolg. «Um dies zu erreichen, achten wir bei der Rekrutierung der Mitarbeitenden auf ihre praktische Erfahrung. Gleichzeitig setzen wir auf ein enges Coaching der jungen und der weniger erfahrenen Mitarbeitender sowie auf ein konsequentes und akribisch gelebtes Wissensmanagement», sagt Pirmin Jung. So gewährleistet das KMU einen hohen und vor allem konstanten Qualitätsstandard. Das «Haus des Holzes» in Sursee wurde beispielsweise konsequent digital geplant und ab den Modelldaten umgesetzt. Die Holzbauingenieurinnen und -ingenieure bei PIRMIN JUNG sehen in der digitalen und modellbasierten Planung grosses Potenzial für die Zukunft des Bauens, mit Vorteilen wie Kosteneinsparungen, Qualitätssteigerungen und Zeiteinsparungen. «Wir sind überzeugt, dass diese Art zu planen bald breiter gesehen und umgesetzt wird», so der innovative Unternehmer. Auch KI ist in der Holzplanung ein grosses Thema, allerdings noch ein junges und dynamisches Gebiet. Aktuell geht es vor allem darum, administrative und sich wiederholende Tätigkeiten zuverlässig zu automatisieren.

EinfĂĽhrung verpflichtender Ă–kobilanzen fĂĽr Bauvorhaben

Klima- und Umweltschutz sowie Kreislaufwirtschaft werden auch im Ingenieurunternehmen auf allen Ebenen und Stufen gelebt und umgesetzt. Das stärkere Denken in Kreisläufen spielt hier eine grosse Rolle, indem die Holzbauingenieurinnen und Planer bereits bei der Planung eines Gebäudes an die spätere Wiederverwendung der Bauteile und Materialien denken. Sie beurteilen aber auch die Ökobilanz unterschiedlicher Bauweisen, Elementaufbauten und Materialien für ihre Projekte und helfen so mit, einem möglichst kleinen ökologischen Fussabdruck zu bauen. Dazu Jung: «Unser Dienstleistungsangebot in der Nachhaltigkeitsplanung umfasst die Beratung von Bauherrschaften hinsichtlich unterschiedlicher Nachhaltigkeitslabels und deren Erfüllungskriterien sowie die Begleitung der entsprechenden Zertifizierungsprozesse über die gesamte Planungs- und Ausführungsphase eines Gebäudes.»

In zwei zentralen Bereichen der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes erwartet die Branche klare politische Antworten: Zum einen wird die Einführung verpflichtender Ökobilanzen für Bauvorhaben gefordert – vergleichbar mit dem Energienachweis. Zielwerte pro Nutzfläche könnten dabei Anreize schaffen: Wer sie unterschreitet, profitiert von einem Bonus, wer sie überschreitet, muss mit einem Malus rechnen. Zum anderen fordert Pirmin Jung als Präsident der Lignum Holzwirtschaft Zentralschweiz, Dachorganisationen der regionalen Wald- und Holzwirtschaft, die finanzielle Anerkennung der vielfältigen Leistungen des Waldes. Bis heute trägt sich dieser zu einem grossen Teil über den Holzverkauf. «Die vielfältigen Leistungen als Freizeit- und Erholungsort, Sauerstofflieferant, Wasserfilter, Beheimatung von Biodiversität, Landschaftsgestaltung und vieles mehr werden nicht abgegolten.» Jung folgert: «Dies ist mit ein Grund, warum die Waldbewirtschaftung schon länger nicht mehr rentiert und vernachlässigt wird – daraus folgt, dass die Wälder instabil und anfällig für Wind und Käfer werden.»

Gebäude zunehmend modular planen

Holz wird künftig eine zentrale Rolle im Bauwesen spielen – insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels und des wachsenden Interesses am zirkulären Bauen. Gleichzeitig steht gemäss Jung die Bauweise insgesamt vor einem Wandel. «Auch im Stahl- und Betonbau sowie in der Haustechnik muss die Vorfertigung an Bedeutung gewinnen. Diese reduziert Fehler, verbessert die Ausführungsqualität, senkt den Materialverbrauch und verkürzt Bauzeiten sowie Kosten.» Parallel dazu dürfte die modellbasierte, digitale Planung weiter an Bedeutung gewinnen. Gebäude werden zunehmend modular gedacht: Was auf der Baustelle wie ein Baukastensystem zusammengesetzt wird, kann künftig auch einfacher rückgebaut und wiederverwendet werden.

Pirmin Jung und sein Team verfolgen weiterhin den Anspruch, verantwortungsvolles Bauen mit Holz aktiv mitzugestalten. Dabei sollen sich Entwicklungsschritte organisch ergeben – bei Bedarf etwa durch neue Standorte, zusätzliche Dienstleistungen oder qualifizierte Fachkräfte, die das Team verstärken. Parallel dazu werden die Strukturen laufend optimiert, um etwa die Standorte in der Schweiz und in Deutschland langfristig zu stärken. «Unser Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem unsere Mitarbeitenden ihre Leidenschaft leben und an zukunftsweisenden Bauprojekten mitwirken können.»

Corinne Remund

www.pirminjung.ch

Meist Gelesen