Frischer Wind im Schweizerischen Gewerbeverband: Drei neue Mitglieder im Vorstand
Zwischen Hügeln und Historie
BASELLAND ERLEBEN – Zwischen sanften Hügeln, sprudelnden Quellen und historischen Schätzen eröffnet der Halbkanton eine Welt voller Entdeckungen. Michael Kumli, Geschäftsführer Baselland Tourismus, zeigt, wie abwechslungsreich aktive Erholung sein kann.
Schweizerische Gewerbezeitung: Wie positioniert sich der Kanton Baselland heute im Wettbewerbsumfeld der Schweizer Tourismusregionen – und wodurch hebt er sich klar ab?
Michael Kumli: Die Region positioniert sich als ganzjähriges Ausflugsziel und attraktive Regio für Kurzferien. Im Zentrum stehen dabei vielfältige Outdoor-Aktivitäten wie Wandern und Velofahren, die gezielt mit Genuss- und Kulturerlebnissen kombiniert werden. Ergänzt wird das Angebot durch Erlebnisformate regionaler Unternehmen – etwa aus der Industrie und den Traditionsbetrieben – sowie durch authentische Einblicke in lokale Besonderheiten. Gerade diese Mischung macht den Reiz der Region aus: Sie ist gut erreichbar, bietet eine hohe Aufenthaltsqualität und bleibt dabei angenehm überschaubar.
Welche zentrale Botschaft oder welches LebensgefĂĽhl soll langfristig mit dem Entdeckerland Baselland verbunden werden?
Mit besonderen Erlebnissen überrascht die Region immer wieder aufs Neue und steht zugleich für eine Qualität, die nachhaltig überzeugt. Baselland präsentiert sich als herzlicher und einladender Ort, den man schnell schätzen lernt – und zu dem man gerne zurückkehrt, um weitere Facetten zu entdecken. Dass diese Anziehungskraft kein neues Phänomen ist, zeigt ein Blick in die Geschichte: Schon die Römer wussten die Vorzüge der Region zu schätzen, wie die eindrucksvollen Überreste von Augusta Raurica bis heute belegen.
Eine grosse Vielfalt steckt in der Region Baselland. Welche besonderen «Perlen» machen die Region aus Ihrer Sicht einzigartig?
Zu den Perlen der Region zählt insbesondere die vielfältige Landschaft mit ihren charakteristischen «Bärg und Täli», die idealen Voraussetzungen für Outdooraktivitäten bietet – gekrönt von der einzigen Luftseilbahn nördlich des Juras. Hinzu kommen kulturelle und historische Highlights wie Augusta Raurica oder die Ermitage Arlesheim, die zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zählen. Auch kulinarisch und wirtschaftlich hat die Region einiges zu bieten: Eine vielfältige Gastronomieszene trifft auf Erlebnisangebote rund um traditionsreiche Unternehmen wie Schweizer Salinen (Salina Helvetica), Oris, Ricola, Eptinger oder Läckerli Huus.
Wie würden Sie die kulinarische Identität des Kantons Baselland beschreiben?
Die kulinarische Identität des Baselbiets ist geprägt von regionalen Spezialitäten, einer lebendigen Obstbau- und Brennereikultur sowie der charakteristischen Verbindung von bodenständiger «Dorfbeizen-Küche» und moderner Gastronomie. Typisch für die Region sind insbesondere Produkte rund um die Kirsche, die in vielfältiger Form verarbeitet werden – ebenso wie hochwertige, regionale Weine, die für authentische Geschmackserlebnisse stehen.
Welche konkreten Angebote und Erlebnisse machen den Kanton Baselland besonders attraktiv fĂĽr Familien?
Für Familien bietet Baselland eine beeindruckende Vielfalt an Freizeitmöglichkeiten. Wasserspass garantiert etwa die Badewelt im Aquabasilea, während zahlreiche Burgen und Schlösser zu spannenden Entdeckungstouren einladen. Aktiv wird es in der Region Wasserfallen mit Seilpark und Trottinett-Abfahrten oder in Langenbruck, wo die Solarbob-Rodelbahn und gemütliche Grillplätze für Abwechslung sorgen. Auch kulturell gibt es viel zu erleben – etwa im Museum Baselland oder in der Spielweltenfabrik. Ergänzt wird das Angebot durch Kletterhallen und abwechslungsreiche Themenwege, die spielerisch Natur, Wissen und Bewegung verbinden.
Immer mehr Routen in Ihrem Kanton bieten barrierefreie Erlebnisse – wie wichtig sind solche Angebote aus Ihrer Sicht?
Barrierefreie Angebote nehmen in der strategischen Ausrichtung der Region eine zentrale Rolle ein. Ziel ist es, Erlebnisse für alle «Leistungsniveaus» zu schaffen und damit möglichst vielen Gästen den Zugang zur Natur und zu Freizeitangeboten zu ermöglichen. Vor dem Hintergrund einer älter werdenden Bevölkerung gewinnt dieses Anliegen zusätzlich an Bedeutung. Gleichzeitig profitieren auch Familien von dieser Entwicklung: Gut ausgebaute, hindernisarme Wege eignen sich ideal für Ausflüge mit Kinderwagen und machen Erlebnisse für alle Generationen einfacher und attraktiver.
Welche Inhalte umfasst die neue Erlebniskarte «Laufen & Region» und welchen Mehrwert bietet sie Besucherinnen und Besuchern?
Die Erlebniskarte «Laufen & Region» rückt das Laufental sowie Teile des Schwarzbubenlands SO in den Fokus und versteht sich als vielseitiges Instrument zur Orientierung und Inspiration. Auf der Vorderseite bildet sie den geografischen Perimeter mit Sehenswürdigkeiten, Angeboten und Tourenvorschlägen ab, während die Rückseite vertiefende Informationen zu ausgewählten Inhalten liefert. Damit erfüllt die Karte mehrere Funktionen zugleich: Sie informiert, inspiriert und lenkt Besucherinnen und Besucher gezielt durch die Region. In ihrer Konzeption verbindet die Erlebniskarte bewusst analoge und digitale Elemente. Als klassische Printkarte bietet sie eine niederschwellige Orientierung vor Ort, während die Verknüpfung mit weiterführenden Online-Inhalten auf der Website eine vertiefte Auseinandersetzung ermöglicht und zusätzliche Impulse für individuelle Entdeckungen setzt.
Die Erwartungen der Gäste verändern sich stetig – insbesondere in Bezug auf Nachhaltigkeit und Individualisierung. Wie begegnet Tourismus Baselland diesen Entwicklungen strategisch?
Nachhaltigkeit ist in der strategischen Ausrichtung der Region verankert. Mit dem Engagement im Programm Swisstainable bekennt man sich klar zu einer verantwortungsvollen Tourismusentwicklung und setzt gezielt Impulse für zukunftsfähige Angebote. Dabei liegt der Fokus auf der Entwicklung attraktiver und innovativer Erlebnisse, die bewusst kuratiert werden und den Charakter der Region authentisch widerspiegeln. Gleichzeitig wird die Individualisierung des Angebots vorangetrieben – etwa durch den kontinuierlichen Ausbau der Online-Buchbarkeit, der Gästen eine flexible und bedürfnisorientierte Planung ermöglicht.
Welche Rolle spielen Digitalisierung, Online-Buchbarkeit und datenbasierte Marketingstrategien in Ihrer Arbeit?
Digitalisierung, Online-Buchbarkeit und datenbasiertes Marketing nehmen eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung der Region ein. Sie bilden die Grundlage für effiziente Prozesse und einen zeitgemässen Service, der den Bedürfnissen der Gäste gerecht wird. Dabei liefern Daten wertvolle Einblicke in das Verhalten und die Erwartungen der Besucherinnen und Besucher. Sie machen Trends sichtbar, unterstützen die gezielte Weiterentwicklung von Angeboten und helfen bei der Einordnung vor Ort – etwa bei der Frage, ob eine Route tatsächlich stark frequentiert ist oder sich Besucherströme besser verteilen lassen.
Zwischen Jurahöhen und Rebbergen locken Burgen, Schlösser und die Römerstadt Augusta Raurica. Worin liegt das Geheimnis des grössten archäologischen Parks der Schweiz, das Besucherinnen und Besucher immer wieder anzieht?
Das Erfolgsgeheimnis von Augusta Raurica liegt in seiner kontinuierlichen Erneuerung. Mit grosser Begeisterung werden laufend neue Erlebnisangebote entwickelt, während gleichzeitig archäologische Entdeckungen das Bild der römischen Stadt stetig erweitern. Ein bedeutender Meilenstein ist das 2023 eröffnete Sammlungszentrum, in dem über zwei Millionen Funde zusammengeführt werden. Im Rahmen von Führungen wird dieses einzigartige Kulturerbe für Besucherinnen und Besucher erlebbar gemacht und gewährt faszinierende Einblicke in die Vergangenheit.
Wenn Sie einen Wunsch für die zukünftige touristische Entwicklung des Basellands frei hätten – welcher wäre das?
Ich wünsche mir, dass wir weiterhin mit Freude und einer gesunden Portion Selbstvertrauen gemeinsam die touristische Entwicklung vorantreiben – mit einem Mehrwert für die Region und für die Gäste.
Corinne Remund
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