Publiziert am: 12.06.2026

«Swiss Label ist sehr gut aufgestellt»

WECHSEL im PRÄSIDIUM – Mit dem Abschied von Sylvia Flückiger-Bäni verliert Swiss Label eine engagierte Präsidentin und prominente Botschafterin für Schweizer Qualität. Im Interview betont sie die Bedeutung echter Schweizer Herkunft in unsicheren Zeiten.

Schweizerische Gewerbezeitung: Was hat Sie motiviert, sich so viele Jahre für Swiss Label einzusetzen?

Sylvia Flückiger: Als Unternehmerin habe ich immer wieder erfahren, dass Qualität und Zuverlässigkeit an erster Stelle stehen müssen, wenn wir gute Produkte verkaufen oder Dienstleistungen anbieten wollen. Das bringt langfristigen Erfolg. Genau dafür steht das rote Logo mit der Armbrust von Swiss Label. Es ist eine Auszeichnung für all unsere Mitglieder, die diese Werte tagtäglich leben. Es war für mich Ehrensache, mich all die vielen Jahre als Botschafterin für unsere Schweizer Werte und unsere Mitglieder zur Verfügung zu stellen. Diese Aufgabe hat mir stets grosse Freude bereitet.

Welche Herausforderungen für die Schweizer Produktion waren in den letzten Jahren prägend?

Natürlich die starke Konkurrenz aus dem Ausland und die daraus resultierenden Preisdifferenzen – auch als Folge des starken Frankens. Hinzu kommen steigende Material- und Energiekosten. Administrative Belastungen und teilweise langwierige Bewilligungsverfahren erschweren die Situation zusätzlich. Zudem ist ein zunehmender Trend zur Teilzeitarbeit festzustellen. Dadurch fehlen vielen Unternehmen die benötigten Fachkräfte. Trotzdem sind viele Schweizer Unternehmen erfolgreich, indem sie sehr innovativ und sehr flexibel und auch für kleinere Aufträge eingerichtet sind.

Wie hat sich die Wahrnehmung von «Swiss Made» verändert?

«Swiss Made» wurde stets mit hoher Qualität, Präzision, Zuverlässigkeit und guten Arbeitsbedingungen in Verbindung gebracht. Deshalb war und ist das Schweizerkreuz ein sehr wertvolles Herkunftszeichen, das es ermöglicht, für hochwertige Produkte angemessene Preise zu erzielen. Ich hoffe persönlich sehr, dass es so bleibt und keine Verwässerung entsteht.

Was bedeutet das für Swiss Label?

Swiss Label mit dem Armbrust-Logo verfügt über strengere und transparentere Vorgaben als die gesetzlichen Swissness-Bestimmungen. Unsere Mitglieder stehen klar zur Schweizer Produktion und zu Schweizer Dienstleistungen. Gerade in der heutigen Zeit ist das Bedürfnis nach Sicherheit, Verlässlichkeit und Schweizer Qualität gestiegen. Deshalb ist es für Unternehmen ein besonderer Vorteil, das Armbrust-Logo führen zu dürfen und sich damit zur echten Schweizer Herkunft zu bekennen. Viele Kundinnen und Kunden suchen genau diese Qualität und Sicherheit.

Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger?

Jürg Rothenbühler ist ein bodenständiger, sehr engagierter und erfolgreicher Unternehmer. Ich wünsche ihm viel Freude und Erfolg in seinem neuen Amt. Besonders freue ich mich darüber, dass mit Jürg Rothenbühler nun auch im Präsidium eine Verjüngung stattfindet.

Welche Themen sollte Swiss Label in den kommenden Jahren prioritär angehen?

Grundsätzlich gilt festzuhalten, dass Swiss Label sehr gut aufgestellt ist. Wir verfügen über stabile Mitgliederzahlen, und in den Bereichen Kommunikation und Marketing konnten wichtige Fortschritte erzielt werden. Dies ist der ausgezeichneten Arbeit der Geschäftsstelle unter der Leitung von Mirjam Voser und ihrem Team zu verdanken. Die Einführung der Netzwerkanlässe war ein weiterer erfolgreicher Schritt, der auch in Zukunft beibehalten werden soll: einmal jährlich in der Deutschschweiz und einmal in der Romandie. Ein gutes Netzwerk schafft Mehrwert und Freude – davon profitieren alle. Interview: CR

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