Publiziert am: 12.06.2026

Vertrauen, Versorgung, Zukunft

SCHWEIZER Salinen – Seit Anfang Jahr steht Stefan Schenker an der Spitze der Schweizer Salinen. Im Interview spricht er über die Bedeutung einer offenen Unternehmenskultur, die Herausforderungen eines Monopolbetriebs und die strategischen Weichenstellungen für die kommenden Jahrzehnte – von neuen Salzvorkommen bis hin zum Grossprojekt «SalinaFutura».

Schweizerische Gewerbezeitung: Sie sind seit dem 1. Januar der neue CEO der Schweizer Salinen AG in Pratteln. Was ist Ihnen in der Unternehmenskultur besonders wichtig?

Stefan Schenker: Die Schweizer Salinen legen traditionell Wert auf eine attraktive Arbeitsplatzkultur. Dabei sind uns unter anderem kurze Wege, eine lösungsorientierte Arbeitsweise und nicht zuletzt unsere Du-Kultur wichtig. Zentrale Werte sind für uns Verbindlichkeit, Klarheit, Transparenz und Vertrauen. Wichtig ist mir aber auch die Bereitschaft jedes Einzelnen, bestehende Prozesse und sein eigenes Wirken stets kritisch zu hinterfragen und offen zu sein für Neues. Wir bieten unseren Mitarbeitenden Weiterbildungsmöglichkeiten an und motivieren unsere Belegschaft dazu, sich aktiv über ihren Tätigkeitsbereich hinaus einzubringen, wie zum Beispiel beim Thema Nachhaltigkeit. Die bewusste Arbeit an unserer Unternehmenskultur schafft letztlich auch Innovationskraft und bringt uns vorwärts.

Die Schweizer Salinen sind ein Monopolbetrieb. Welche Chancen und Herausforderungen bringt diese Marktstellung mit sich?

Die Schweizer Salinen stellen im Auftrag der Kantone und des Fürstentums Liechtenstein die Salzversorgung sicher. 50 bis 60 Prozent der Produktion ist Auftausalz, das der sicheren Mobilität im Winter dient. Die Schweizer Salinen produzieren zudem Speisesalz sowie Salz für Industrie, Gewerbe, Pharma, Landwirtschaft und Wellness oder Regeneriersalze und Badesalze. Der Bedarf an Auftausalz kann je nach Winter um den Faktor 3 bis 4 schwanken. Die Schweizer Salinen stellen die Salzversorgung dank eingespielter Prozesse und grosser Lagerkapazitäten auch bei diesen grossen Schwankungen sicher. Die Salzversorgung erfolgt zu einheitlichen und solidarischen Preisen. Das heisst, egal ob Auftausalz in die nahe Stadt Basel oder ins ferne Puschlav geliefert wird, es wird immer zum selben Preis ins Salzsilo des Kunden geliefert. Damit werden Randregionen gesamtschweizerisch unterstützt.

Unter dem Projektnamen «SalinaFutura» treiben die Schweizer Salinen ihre Weiterentwicklung voran. Was sind die zentralen Ziele dieses Projekts?

Das Projekt «SalinaFutura» umfasst insbesondere einen Neubau am Standort Riburg mit Fokus auf moderne, energieeffiziente und wirtschaftliche Anlagen.

Für den Neubau der Saline Riburg investiert Ihr Unternehmen rund 280 Millionen Franken. Welche Bedeutung hat dieses Projekt für die Versorgungssicherheit mit Salz in der Schweiz?

Der Entscheid für einen Neubau erfolgte vor dem Hintergrund, dass die bestehenden Anlagen in Schweizerhalle und Riburg am Ende ihres Lebenszyklus angekommen sind. Entsprechend ist das Projekt ein zentraler Bestandteil der künftigen Salzversorgung.

Der Standort Schweizerhalle ist mindestens bis 2032 gesichert. Welche Perspektiven sehen Sie darüber hinaus für diesen Standort?

Der Standort Schweizerhalle bleibt langfristig erhalten. Dort wird über 2032 hinaus der Verwaltungsstandort der Schweizer Salinen mit den zentralen Diensten, dem Tourismusbereich sowie der Verwaltung bestehen bleiben. Mit Inbetriebnahme der neuen Saline wird die Produktion in Riburg weitergeführt.

Interview: Corinne Remund

www.salz.ch

www.salina-helvetica.ch

ZUR PERSON

Stefan Schenker (57) ist promovierter Lebensmittelingenieur und verfügt über einen MBA-Abschluss. Er war in mehrjährigen Führungspositionen bei Nestlé, Bühler und GEA tätig. Er lebt in Zetzwil (AG).

Die Schweizer Salinen beschäftigen an ihren Standorten Riburg, Schweizerhalle sowie Bex 300 Mitarbeitende und produzieren jährlich 400 000 bis 600 000 Tonnen Salz. Sie stellen die inländische Versorgung mit allen Salzarten durch Eigenproduktion, Lagerung und Handel sicher. CR

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