59. Westschweizer Gewerbetage: KMU in einer zunehmend instabilen Welt – Agilität als Erfolgsfaktor
Vom Holzstapel zum Unternehmen
CHeMINéEHOLZ KÜNG GMBH – Ralph Küng aus Erstfeld hat seine Leidenschaft für Holz zum Beruf gemacht. Was in der Kindheit mit Waldarbeiten begann, hat sich zu einem vielseitigen Unternehmen entwickelt, das Brennholzproduktion, Transporte, Winterdienst und Forstarbeiten vereint. Heute verarbeitet er jährlich Hunderte Tonnen Holz und setzt dabei auf Regionalität und Effizienz.
Holz fasziniert Ralph Küng seit seiner Kindheit. Der Duft von frisch geschlagenem Holz und die Verbundenheit zur Natur prägen ihn bis heute. Bereits als Junge verdiente er sich mit Waldarbeiten sein Taschengeld. «Ich half meinem Vater beim Spalten und Ausliefern von Brennholz», erinnert er sich. Beruflich führte ihn sein Weg zunächst zu deutlich grösseren Maschinen. Er arbeitete als Chauffeur und Maschinist von Pistenfahrzeugen. In Engelberg, wo er als Pistenpatrouilleur tätig war, lernte er seine spätere Frau Ricarda kennen. Gemeinsam zogen sie ins Urnerland und bauten in Erstfeld ein Haus. Für Küng stand dabei eine Bedingung von Anfang an fest: «Meine einzige Vorgabe war, dass wir eine Stückholzheizung einbauten.»
«Geht nicht gibt’s nicht.»
Für den Eigenbedarf kaufte er beim Förster einige Stämme und begann, erste Holzbeigen anzulegen. Schon bald bereitete er jedoch nicht mehr nur sein eigenes Brennholz auf, sondern auch jenes für die halbe Nachbarschaft. Aus dem Hobby entwickelte sich schliesslich ein Geschäft. Der einstige Nebenerwerb wurde zum Haupterwerb. Der gelernte Strassenbauer verfügt über langjährige Erfahrung im Tiefbau und bezeichnet sich selbst als Allrounder. Diese Vielseitigkeit spiegelt sich auch in seinem Unternehmen wider. «Neben dem Verkauf von Cheminéeholz biete ich Transporte, kleinere Tiefbauarbeiten, Rodungen sowie verschiedene Forst- und Gartenarbeiten an», erklärt Küng. Je nach Jahreszeit verschieben sich die Schwerpunkte seiner Tätigkeit. Während in den wärmeren Monaten Holzverarbeitung, Garten- und Forstarbeiten im Vordergrund stehen, bestimmt im Winter vor allem der Winterdienst den Arbeitsalltag. «Ich bin für den Winterdienst an sämtlichen SBB-Bahnhöfen im Kanton Uri verantwortlich. Dazu gehören das Salzen, Schneepflügen und präventive Massnahmen gegen Glätte», sagt Küng.
Absatz jedes Jahr gesteigert
Küng setzt bewusst auf Holz aus der Region rund um Erstfeld. «Das ist nachhaltiger und schont die Ressourcen», sagt er. Verarbeitet werden ganze Anhängerzüge mit Buchenstämmen, die anschliessend zu hochwertigem Brennholz aufbereitet werden. Die Nachfrage ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. «Ich konnte den Absatz jedes Jahr steigern. Im vergangenen Jahr habe ich rund 450 Ster verkauft, für dieses Jahr rechne ich mit etwa 750 Ster», erklärt Küng. Rund 90 Prozent seines Sortiments bestehen aus Buchen- und Nadelholz. Auf Wunsch schichtet Küng das Holz direkt beim Kunden auf. Grossen Wert legt Küng auf die Qualität seines Brennholzes. «Mein Holz ist fein gespalten. Das hat den Vorteil, dass es im Ofen besser abbrennt», erklärt er. Idealerweise sollte ein Holzscheit einen Durchmesser von sechs bis acht Zentimetern nicht überschreiten. «Bei mir stimmen sowohl die Qualität als auch die gelieferte Menge», betont Küng.
Wenn Holz auf Hightech trifft
Auch der Maschinenpark von Ralph Küng kann sich sehen lassen. Zum Einsatz kommen unter anderem ein Reform Muli T10 X mit Kran sowie ein Pneulader WL 38 von Wacker Neuson, ausgerüstet mit Schneefräse und Schneepflug. Ergänzt wird die Flotte durch einen Jeep mit Anhänger sowie verschiedene Holzspaltmaschinen. Um die steigende Nachfrage effizient bewältigen zu können, hat Küng in moderne Verarbeitungstechnik investiert. «Dieses Jahr haben wir uns in ein Holzspaltcenter eingemietet. Dort wird der gesamte Buchenstamm automatisiert aufgelegt, zugeschnitten und anschliessend gespalten», erklärt er. Je nach Kundenwunsch wird das aufbereitete Holz unterschiedlich weiterverarbeitet. Kürzere Scheite werden in luftdurchlässige Netze abgefüllt, während längere Stücke als Meterholz zu Sterrügeln aufgeschichtet werden. Die maschinelle Verarbeitung ermöglicht eine hohe Effizienz und sorgt gleichzeitig für eine gleichbleibend hohe Qualität des Brennholzes.
Ein wichtiger Bestandteil des Angebots ist zudem der Lieferservice. Besonders gefragt ist dabei die Zustellung in Big-Bag-Säcken, die mithilfe des Krans präzise am gewünschten Ort abgeladen werden können. «Diese Art der Lieferung wird immer beliebter», sagt Küng. Seine Stärke sieht der Unternehmer vor allem in der Flexibilität. Ob besondere Lieferorte, individuelle Mengen oder spezielle Kundenwünsche – für Küng steht der persönliche Austausch an erster Stelle. «Ich kann sehr flexibel auf die Bedürfnisse meiner Kundinnen und Kunden eingehen. Wichtig ist, dass man miteinander spricht, die Anforderungen klärt und gemeinsam die passende Lösung findet», betont er. Seine Philosophie bringt er dabei auf einen einfachen Nenner: «Geht nicht gibt’s nicht.»
Zu Küngs Kundschaft zählen neben zahlreichen Privatpersonen auch Unternehmen und Holzhändler. «Ich beliefere Restaurants, Hotels, Apartmenthäuser, Gartenbaufirmen und viele weitere Betriebe», sagt der engagierte Urner. Auch bei der Auswahl seiner Geschäftspartner setzt Küng auf Verlässlichkeit und gemeinsame Werte. Er arbeitet ausschliesslich mit Holzhändlern zusammen, die er persönlich kennt und die seine Vorstellungen von Qualität, Nachhaltigkeit und fairer Zusammenarbeit teilen. «Durch meine langjährige Tätigkeit als Chauffeur habe ich mir ein grosses Netzwerk aufgebaut und kenne viele Menschen in der Branche persönlich», erklärt Küng. Mit dem Wachstum seines Unternehmens ist auch der Personalbedarf gestiegen. Während der Sommermonate beschäftigt Küng einen festen Mitarbeiter. In den Wintermonaten, wenn der Winterdienst Hochbetrieb hat, greift er auf zusätzliche Unterstützung zurück. «An Spitzentagen sind bis zu zehn Mitarbeitende für mich im Einsatz», erklärt er.
Nachhaltigkeit alsUnternehmensprinzip
Nachhaltigkeit hat bei der Cheminéeholz Küng GmbH einen hohen Stellenwert. Für den Unternehmer bedeutet dies nicht nur einen verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen, sondern auch eine wertschätzende Unternehmenskultur. «Ohne meine Mitarbeitenden geht es nicht. Sie sind das Fundament des Unternehmens», betont Küng. Der respektvolle Umgang miteinander sei ihm besonders wichtig. «Mitarbeitende müssen geschätzt und gefördert werden. Gerade in unserem Bereich ist man auf flexible und mitdenkende Fachkräfte angewiesen.» Für Küng gehört Nachhaltigkeit deshalb nicht nur in den Wald und zur Holzverarbeitung, sondern auch in die tägliche Zusammenarbeit mit seinem Team.
«meine Mitarbeiter sind das Fundament des Unternehmens.»
Um seine Dienstleistungen künftig noch effizienter anbieten zu können, plant Küng den weiteren Ausbau seines Unternehmens. Ein zentrales Projekt ist dabei der Aufbau eines eigenen Holzspaltcenters, mit dem er die Verarbeitung und Logistik weiter optimieren möchte. Die grösste Herausforderung sieht er derzeit in der Suche nach einem geeigneten Standort. «Mein Ziel ist es, einen Ort zu finden, an dem alles unter einem Dach vereint ist und die vorhandenen Synergien optimal genutzt werden können», erklärt Küng. Neben der Infrastruktur spielt auch das Personal eine wichtige Rolle für die weitere Entwicklung des Unternehmens. «Ich bin auf zusätzliche flexible Mitarbeitende angewiesen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und mit anzupacken», sagt er.
Corinne Remund
Medienmitteilungen
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