Vereinte Wirtschaft kündigt Unterstützung der Verwaltungsbremse-Initiative der Jungfreisinnigen an
NEIN zum Vegan-Zwang!
ABSTIMMUNG – Ob das Ei im Salat, die Milch im Kaffee, Käse, Fisch oder Poulet: All das soll künftig nicht mehr auf unserem Teller respektive in unserer Tasse landen. Der Cervelat sowieso nicht. So will es die Ernährungsinitiative, die am 27. September eine klare Abfuhr verdient.
Der ständige Wille zur Bevormundung: Er kennt seit längerer Zeit keine Grenzen. Ob bei der Ernährung, insbesondere beim Fleisch, beim Tabak, beim Alkohol oder bei der Werbung: Überall wird den Bürgern gesagt, was sie zu tun und zu lassen haben. Immer mehr werden sie entmündigt und zu betreuungsbedürftigen Wesen degradiert. Einen neuen negativen Höhepunkt dieser Bevormundungskultur stellt die Ernährungsinitiative dar, die am 27. September an die Urne kommt. Der Schweizerische Gewerbeverband sgv lehnt dieses Begehren mit dem völ-lig schönfärberischen Titel «Für eine sichere Ernährung» klar ab.
Die Initiative fordert nichts anderes als eine knallharte 180-Grad-Wende hin zu veganer (Achtung: nicht vegetarischer!) Ernährung. Ob das Ei im Salat, die Milch im Kaffee, Käse, Fisch oder Poulet: All das soll künftig nicht mehr auf unseren Tellern respektive in unseren Tassen landen. Mit Cervelatbräteln am Lagerfeuer ist dann sowieso auch nichts mehr. Das ist nicht nur ein massiver Eingriff in die private Entscheidungsfreiheit, sondern ist mit den natürlichen Ressourcen und Gegebenheiten der Schweiz überhaupt nicht in Einklang zu bringen.
Tiefgreifender Umbau
Konkret soll neu in der Bundesverfassung stehen, dass der Bund einen Nettoselbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent anstrebt, was viel höher ist als heute. Und weiter: «Zu diesem Zweck trifft er insbesondere Massnahmen zur Förderung einer vermehrt auf pflanzlichen Lebensmitteln basierenden Ernährungsweise und einer darauf ausgerichteten Land- und Ernährungswirtschaft.»
Das Wort «Förderung» ist in diesem Zusammenhang ein Euphemismus für «Gängelung» und «Bevormundung». Denn die Ernährungsinitiative will einen tiefgreifenden Umbau des Schweizer Ernährungssystems erzwingen. Der verlangte Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent liesse sich gemäss Bundesrat und Parlament nur mit einschneidenden Veränderungen in Produktion und Konsum erreichen. Und zwar durch eine radikale Abkehr von tierischen Lebensmitteln. Auch wenn die Initianten es bestreiten: Es handelt sich de facto um einen Zwang zu veganer Ernährung.
Wachsende staatliche Bevormundung
Fabio Regazzi, sgv-Präsident und Mitte-Ständerat, brachte es an einer Medienkonferenz Mitte Juni auf den Punkt: «Die Schweiz fährt besser mit Freiheit und Eigenverantwortung als mit neuen Einschränkungen.» Die Initiative belaste zahlreiche KMU entlang der gesamten Lebensmittelkette – von der Verarbeitung bis zur Gastronomie. Zudem kritisierte Regazzi die zusätzliche Bürokratie und die wachsende staatliche Bevormundung im Zuge einer Annahme dieser radikalen Initiative.
GastroSuisse-Präsident Beat Imhof betonte seinerseits: «Die Initiative ist vielleicht gut gemeint, aber gefährlich. Sie bedroht Wahlfreiheit, Regionalität, kulinarische Vielfalt, Wirtschaftlichkeit, Arbeitsplätze und Versorgungssicherheit.» Die Schweizer Gastronomie setze bereits heute auf regionale Produkte, saisonale Angebote und mehr Nachhaltigkeit, sagte das sgv-Vorstandsmitglied – jedoch im Einklang mit den Bedürfnissen der Gäste.
Würde die Initiative angenommen, hätte das verheerende Folgen. Und zwar nicht nur für alle Restaurants, sondern auch für alle Konsumenten in der Schweiz: weniger Auswahl, höhere Preise, weniger Schweizer Qualität, mehr Import. Nicht auszumalen, was für einen enormen Flurschaden die Initiative für die Fleischwirtschaft – ja die gesamte Lebensmittelkette – anrichtet.
Verdauungstechnisches Wunder?
Wie radikal die Initiative ist, zeigt sich auch daran, dass im Parlament nicht ein einziger Vertreter von links-grĂĽn fĂĽr das Volksbegehren gestimmt hat. Die Initiative wurde vom Parlament mit null Ja-Stimmen bei null Enthaltungen in Bausch und Bogen abgelehnt.
Bleibt die Frage, was bei einer Annahme eigentlich mit dem ganzen Grasland in der Schweiz passieren würde, das für Vieh- und Milchwirtschaft ideal, aber für den Ackerbau ungeeignet ist. Hoffen da die Initianten auf ein verdauungstechnisches Wunder, dass sich Menschen plötzlich von Gras ernähren können?
Die bevormundende Ernährungsinitiative verfolgt nicht nur utopische Ziele und verteuert die Lebensmittel, sondern sie bedroht auch die Versorgungssicherheit, weil dieses Grasland für die Lebensmittelproduktion wegfallen würde. Die Initiative verdient am 27. September ein klares NEIN.
Rolf Hug
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