Publiziert am: 04.09.2026

Ohne starke Grundlagen geht es nicht

BASISKOMPETENZEN – Der Start in die duale Berufsbildung ist für Jugendliche ein wichtiger Schritt ins Berufsleben. Damit dieser gelingt, braucht es solide Grundkompetenzen. Lesen, Schreiben und Mathematik sind die entscheidenden Grundlagen, auf denen eine erfolgreiche Berufsausbildung aufbaut. Deshalb fordert der sgv die Stärkung dieser Grundvoraussetzungen.

Mittlerweile hat die Lehre für die neuen Lernenden in allen Kantonen begonnen. Entsprechend gab es in den sozialen Medien und in der Tagespresse ein breites Echo über erste Erfahrungen und Eindrücke. Für die Jugendlichen, aber auch für ihre Eltern und das Kollegenumfeld, ist der Übertritt in die duale Berufslehre ein einschneidender Schritt, der grosse Veränderungen beinhaltet. Das schulische Umfeld wird auf den Besuch in der Berufsfachschule reduziert. Demgegenüber ist die Ausbildung und Arbeit in den Betrieben neu. Die Jugendlichen kommen in der Erwachsenenwelt an und müssen sich in ein kompetitives Arbeitsumfeld mit Kollegen, Ausbildnern und Vorgesetzten einleben und einfügen.

Verzerrte Berichterstattungin den Medien

Umso einseitiger fällt die Berichterstattung in den Medien aus. Der Fokus liegt auf negativen Erlebnissen wie unregelmässigen Arbeitszeiten, eingeschränkten Freiheiten und individuell schwierigen Starts in die Berufswelt. Dass es zu vereinzelten Startschwierigkeiten kommen kann, liegt in der Natur der Sache. Nach wie vor wählen rund 70 Prozent der Jugendlichen den Weg in die duale Berufsbildung. Mehr als 200 000 Jugendliche sind gesamtschweizerisch in einer Berufsausbildung, die immer noch der Hauptpfeiler der Ausbildung bildet. Zehntausende von Lehrbetrieben engagieren sich, dass die Lernenden einen guten Start ins Berufsleben machen können.

Grundkompetenzen als Schlüssel zum Start in die Lehre

Was den Lehr- und Ausbildungsbetrieben zunehmend Sorgen bereitet, sind die abnehmenden Grundkompetenzen. Eine kürzlich vorgestellte Umfrage der Dachverbände der Wirtschaft, darunter des sgv, stellt unter rund 2900 Antworten fest, dass ein grosser Teil der Unternehmen bei ihren Lernenden Defizite in den Grundkompetenzen, insbesondere im Schreiben und bei den mathematischen Kompetenzen, feststellt.

Schule muss vermitteln, was Lehre voraussetzt

Die Lehrbetriebe müssen sich darauf verlassen können, dass die Jugendlichen mit den notwendigen Grundlagen die duale Ausbildung absolvieren können, ansonsten die Rekrutierung geeigneter Lernender schwieriger wird und kleinere und Kleinstbetriebe weniger oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr ausbilden. Defizite in den Grundkompetenzen bedeuten für die Ausbildungsbetriebe erhöhten Betreuungsaufwand und zusätzliche Kosten für Fördermassnahmen.

Ausbildungsbereitschaft der Betriebe erhalten

Die Unternehmen übernehmen Verantwortung und investieren erhebliche Ressourcen in die Förderung ihrer Lernenden. Wenn jedes fünfte Unternehmen in der Umfrage angibt, aufgrund der sinkenden Grundkompetenzen und der Mehraufwendungen künftig weniger Lernende rekrutieren zu wollen, muss das als Alarmsignal verstanden werden. Der Wandel in der Arbeitswelt führt dazu, dass Betriebe ihre Selektionskriterien verschärfen oder Lehrstellen gar unbesetzt lassen, weil es an geeigneten Bewerbungen fehlt. Insbesondere für das Gewerbe und kleinere Betriebe ist diese Entwicklung problematisch.

sgv unterstützt Stärkungder Grundkompetenzen

Mit Blick auf die wachsenden Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt braucht es eine konsequente Stärkung der Grundkompetenzen. Lesen, Schreiben und Mathematik müssen in der Volksschule stärker ins Zentrum rücken. Nur wenn diese Lücken in den Grundkompetenzen frühzeitig geschlossen werden, gelingt der erfolgreiche Eintritt ins Berufsleben. Schliesslich verdanken wir unseren Wohlstand zu einem grossen Teil den Fachkräften und unserer dualen Berufsbildung.

Dieter Kläy, Ressortleiter sgv

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