Verkehr ’45: KMU brauchen leistungsfähige Strasseninfrastruktur
Die Chinesen kommen – Europa kontert
AUTONEUHEITEN – Chinesische Marken erobern zunehmend die Schweizer Strassen – und treffen auf eine etablierte Konkurrenz, die ihrerseits mit zahlreichen Neuheiten auftrumpft. Im Herbst 2026 gelangen wiederum zahlreiche neue Elektromodelle auf den Markt.
Immer mehr chinesische Marken drängen nach Europa und damit auch auf den Schweizer Markt. Soeben haben der Autoriese Chery sowie die Marken Lepas und Lynk & Co ihren Einstand gefeiert. Derweil haben sich die schon etwas länger in der Schweiz aktiven Chinesen wie BYD, MG oder Leapmotor bereits ein gewisses Standing erarbeiten können – aus dem Strassenbild sind sie schon fast nicht mehr wegzudenken. So sind auch bei den Herbst-Neuheiten in diesem Jahr ein paar Modelle aus dem Reich der Mitte dabei – die grosse Mehrheit kommt jedoch nach wie vor von den etablierten Herstellern.
Audi bringt mit dem A2 e‑Tron eine 2005 eingestellte Modellreihe zurück – nun mit reinen Elektroantrieb. Der 4,25 Meter lange Crossover basiert auf der technischen Basis des VW ID.3 Neo, kommt in Versionen mit 125 kW/170 PS bis 240 kW/326 PS, schafft im besten Fall eine WLTP-Reichweite bis 646 Kilometer und startet zu Preisen ab 37 650 Franken.
BMW bringt mit dem neuen iX5 ein weiteres Modell der «Neuen Klasse». Der fünf Meter lange SUV kommt mit Benzin- und Dieselmotoren, Plug‑in-Hybridantrieben sowie erstmals als iX5 mit batterieelektrischem Antrieb mit einer Ladeleistung von bis zu 460 kW (DC) und Reichweiten bis 845 Kilometer. Später wird es sogar eine Version mit Wasserstoffantrieb geben. Der Preis: ab 106 800 Franken.
Neues fĂĽrs kleinere Budget
Das billigste Elektroauto der Schweiz kommt auch weiterhin von Dacia. Der kleine Spring wurde nun komplett neu aufgelegt. Statt auf einer chinesischen Plattform wie bisher basiert der Mini-SUV fortan auf einer Renault-Architektur. Damit bietet er deutlich mehr Platz im Innenraum und mit 60 kW/80 PS Leistung und einer WLTP-Reichweite bis 250 Kilometer auch bessere technische Daten. Gebaut wird er fortan in Europa und nicht mehr in China, die Preise starten bei derzeit unschlagbaren 16 790 Franken.
«Einige Marken aus China haben bereits ein Standing.»
Zuwachs bei Fiat: Mit dem 4,40 Meter langen SUV Grizzly und dem zehn Zentimeter längeren Grizzly Fastback bringen die Italiener eine neue Elektromodellreihe, die alternativ auch mit Verbrennungsmotor angeboten werden wird. Preise und genaue technische Daten sind noch nicht bekannt, die Markteinführung soll aber noch in diesem Jahr erfolgen.
Der koreanische Hersteller Hyundai hat bereits ein beachtliches Elektro-Portfolio – nun wird es um den kompakten Ioniq 3 erweitert, der ab 29 990 Franken angeboten wird. Der 4,16 Meter lange Crossover basiert zwar auf der viel gelobten E‑GMP-Plattform der grösseren Modelle, muss sich aber mit 400 statt 800 Volt begnügen. Es gibt zwei Batteriegrössen für Reichweiten von bis zu rund 500 Kilometern und vorerst zwei Leistungsstufen (99 kW/135 PS oder 108 kW/147 PS).
Von Offroader bis Sportwagen
Der Elektroantrieb hat auch Jeep längst erreicht – nun kommt erstmals ein waschechter Offroader mit dieser Antriebsart. Der Recon soll das Pendant zum Wrangler sein und mit einem elektrischen Allradantrieb mit bis zu 478 kW/650 PS Leistung eine herausragend gute Geländegängigkeit bieten. Preise und die genaue Markteinführung sind noch nicht bekannt.
Mercedes-Benz bringt derweil einen weiteren Spross auf seiner neuen 800‑Volt-Architektur: Der 4,57 Meter lange GLA rollt im Herbst zu den Händlern, vorerst nur mit reinem Elektroantrieb, später wird eine Hybridvariante hinzukommen. Der Stromer überzeugt mit hohen Reichweiten, schneller Ladetechnik (320 kW DC) und einem modernen Infotainment-Angebot. Die Preise starten bei 52 200 Franken.
Peugeot reaktiviert das Kürzel GTi und wählt dafür den rein elektrischen e‑208 als Plattform. Der Kleinwagen generiert in dieser Sportversion 207 kW/281 PS, die er dank Sperrdifferenzial gekonnt auf den Asphalt überträgt. Da ist reichlich Fahrspass garantiert, was aber auch seinen Preis hat: 41 990 Franken sind ein stolzer Preis für einen 4,10 Meter langen Stromer mit nur 350 Kilometern Reichweite.
Deutlich mehr, nämlich ab 115 000 beziehungsweise 135 000 Franken, kostet der neue Polestar 5. Der Elektro-GT der schwedischen Geely-Tochter kommt in zwei Allradversionen mit 550 kW/748 PS oder 650 kW/884 PS, die Reichweiten von 670 und 565 Kilometern bieten sollen. Geladen wird ultraschnell mit bis zu 350 kW.
Eine Ikone kehrt zurĂĽck
Auch die tschechische VW-Tochter Skoda erweitert ihr Elektro-Portfolio: Nach der Einführung des kleinen Epiq folgt nun mit dem 4,87 Meter langen Peaq die Ergänzung auf dem anderen Ende der Modellskala. Der rein elektrisch angetriebene SUV ist als Fünf- oder Siebensitzer erhältlich und wird mit Front- oder Allradantrieb sowie aktuell mit einer Batteriegrösse für Reichweiten bis 600 Kilometer zum Startpreis ab 60 350 Franken angeboten.
Smart bringt das ikonische Ur-Modell in einer neuen Form zurück. Inzwischen gehört die Marke zur Hälfte dem chinesischen Hersteller Geely, und die bringen den kultigen Flitzer nun als reinen Stromer im hinreissenden Retro-Look auf die Strasse. Bisher gab es nur eine seriennahe Studie zu sehen, die definitiven technischen Daten, das genaue Markteinführungsdatum oder Preise sind deshalb noch nicht bekannt. Doch bei so viel Charme dürfte der Erfolg des elektrischen Winzlings schon jetzt feststehen.
Dave Schneider
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