Publiziert am: Freitag, 2. September 2016

Auf Schritt und Tritt gut beraten

SCHUHLÖFFEL 2016 – In Rapperswil wurden vierzehn Detailhandelsfachleute und -assistentinnen geehrt. Sie erreichten eine Note von 5,3 oder höher und wurden dafür von Ex-Miss-Schweiz Linda Fäh mit dem Goldenen resp. Silbernen Schuhlöffel ausgezeichnet.

Die Szenerie erinnerte an den Moment, als Aschenbrödel ihren Schuh auf der Schlosstreppe verlor. Der Vergleich könnte passender kaum sein: Auf Schloss Rapperswil zeichnete nämlich Schuhschweiz zum 45. Mal die besten Detailhandelsfachleute und Detailhandelsassistentinnen mit dem Goldenen bzw. Silbernen Schuhlöffel aus.

Sozialkompetenz so wichtig 
wie Fachwissen

Schuhschweiz-Präsident Dieter Spiess begrüsste die erfolgreichen Absolventinnen – alle Damen – auf dem Schloss Rapperswil über dem Zürichsee. Er appellierte dabei insbesondere an die Menschlichkeit. Einerseits würden ein Lob oder ein Dank nichts kosten, andererseits sei die Sozialkompetenz mittlerweile genauso wichtig wie das Fachwissen. Die beiden Schweizer Meisterinnen konnten dies eindrücklich unter Beweis stellen. Sowohl Julia Setz (Schweizer Meisterin Detailhandelsfachleute), wie auch Aline Do Nascimento Moutinho (Schweizer Meisterin Detailhandelsassistentinnen) traten sehr selbstbewusst und mit klaren Vorstellungen für die Zukunft auf.

«Ich habe nun alles, was ich brauche.»

«Wenn ich etwas will, dann mache ich alles dafür», sagte Julia Setz, die ihre Lehre mit der stolzen Note von 5,7 abschloss. «Mein Leben fängt jetzt erst richtig an, ich habe nun alles, was ich brauche.» Auf ihre Erfahrungen im Arbeitsalltag angesprochen, meinte sie, dass Schuhe etwas sehr Individuelles und Spezielles seien. «Ich kann einen Kunden ansehen und sehe in sein Leben. Dadurch erkenne ich, welcher Schuh zu ihm passt.» Auch die 5,5-Abschlussnote von Aline Do Nascimento Moutinho kommt nicht von ungefähr. «Ich will immer die Beste sein», sagte sie selbstbewusst. Rückblickend auf ihre Lehre, ist sie stolz darüber, was sie gelernt hat: «Jemand, der diese Lehre nicht gemacht hat, weiss nicht, was sich alles in einem Schuh versteckt.»

Die beiden zielstrebigen jungen Berufsfrauen verkörpern mit ihrem selbstbewussten und sympathischen Auftreten genau die Art von Sozialkompetenz, die sich Dieter Spiess in der modernen Arbeitswelt wünscht.

«Der Kunde will den Kontakt.»

Apropos moderne Arbeitswelt: Max Blattner, Präsident der Berufsbildungskommission von Schuhschweiz, sieht der Detailhandelszukunft gelassener entgegen als einige Berufskollegen. «Die Kunden kommen wieder vermehrt zurück in die Geschäfte. Sie wollen wissen, was sie kaufen. Und der Kunde will den Kontakt.» Dies würde auch ein akutes Problem entschärfen, wonach sich Kunden im Fachgeschäft beraten lassen, anschliessend aber die Artikel im Internet kaufen.

Linda Fäh, Miss Schweiz 2009, nahm die Preisverleihung vor. «Von so einer Note konnte ich nur träumen», scherzte Fäh, die selber das KV mit Berufsmatura auf einer Bank absolviert hatte. Die St. Gallerin hatte auf dem Schloss Rapperswil ein Heimspiel und nahm sich Zeit, um allen Fotowünschen gerecht zu werden. Schliesslich gab sie den jungen Berufsfrauen noch einen Tipp mit auf den Weg: «Macht alles, was ihr tut, mit Herz.»

Adrian Uhlmann

Rangliste

Goldener Schuhlöffel:

Detailhandelsfachleute:

Note 5,7: Julia Setz (Stirnimann Schuh AG, Wolhusen).

Note 5,6: Chahd Hamami (Schuhhaus Walder AG, Brüttisellen)

Note 5,5: Sabrina Käslin (Dosenbach-Ochsner AG, Stans), Corina Breitler (Schuhhaus Tiefenbacher AG, Frauenfeld)

Note 5,4: Angelica Zeugin (swissbiomechanics AG, Einsiedeln), Noémie Piccinni (Centre Orthopédique Faubourg 11 Chaussures, Neuchâtel), Jessica Fankhauser (Schuhhaus Walder AG, Brütisellen)

Note 5,3: Silvia Schiesser (Schuhe Jenny AG, Glarus), Salome Rutz (Schuhhaus Näf AG, Unterwasser), Debora Pletscher (Schuhhaus Walder AG, ­Brütisellen)

Silberner Schuhlöffel:

Detailhandelsassistentinnen:

Note 5,5: Aline Do Nascimento Moutinho (Vögele Shoes, ­Avenches)

Note 5,4: Fabienne Wirz (Vögele Shoes, Luzern), Leana Giardiello (Vögele Shoes, Nyon), Adnela ­Fusko (Vögele Shoes, Basel)

Note 5,3: Zoja Spaqi (Tschümperlin AG, ­Emmenbrücke)