Publiziert am: Freitag, 23. Januar 2015

Billag bereitet Sorgen

KF-PULSMESSER – Neben hohen Gesundheitskosten, Überregulierung sowie den Billaggebühren haben die Schweizer Konsumenten auch Angst vor einer Preissteigerung im Service Public.

Kopfzerbrechen in Schweizer Haushalten: Handyabonnemente werden vermehrt nur noch für zwei Jahre Mindestdauer angeboten, diverse Poststellen in unterschiedlichen Gemeinden werden geschlossen und Bahnbillette werden teurer. «Die Konsumentinnen und Konsumenten erleiden regelrecht einen Kaufkraftverlust: 2014 sind die Bahntickets bei der SBB um 2,3 Prozent gestiegen – so viel steigt kaum ein Lohn. Zudem erkennen die Kunden oft keinen geschaffenen Mehrwert», sagt Patrick Hischier, Kommunikationsverantwortlicher beim Konsumentenforum kf. Neben der allgemeinen Preissteigerung im Service Public bereiten den Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten vor allem auch hohe Gesundheitskosten, Alkoholmissbrauch und Gewaltbereitschaft der Jugend, Überregulierung, die Einschränkung beim Konsum, restriktive Ladenöffnungszeiten sowie die Billaggebühren Sorgen. Das zeigt der aktuelle Pulsmesser, welchen das Konsumentenforum kf an seiner Jahresmedienkonferenz in Bern präsentierte.

Konsumenteninteressen vertreten

Das kf wird sich deshalb intensiv mit der neuen Billag-Mediensteuer auseinandersetzen und das Komitee zur «No Billag»-Initiative immerhin kommunikativ unterstützen. «Wir werden versuchen, die Konsumentinnen und Konsumenten zu sensibilisieren und sie zu mobilisieren», sagt Babette Sigg, Präsidentin des kf. Die Tatsache, dass neu jede natürliche Person die Gebühr bezahlen solle – auch wenn das Angebot nicht genutzt werde, empfänden die Konsumenten als ungerecht.

Konsumenten mündig genug

Im Gegensatz zum liberalen Konsumentenforum besticht die Stiftung für Konsumentenschutz SKS in letzter Zeit oft mit Negativschlagzeilen: Obschon sie vom Bund fast eine halbe Million Steuergelder kassiert, betreibt sie nicht objektive Informationsarbeit, sondern für Konsumenten häufig fragwürdige linke Propaganda. Häufig werden dabei die Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten den politischen Interessen der SKS schamlos untergeordnet. Beispiele dafür sind neben Abgaben auf Plastiksäcken auch von der SKS geforderte Beipackzettel mit Rohstoffdeklarationen auf Lebensmitteln. «Der Pulsmesser zeigte eindeutig, dass die Befragten nicht finden, zu wenige Informationen für einen Kaufentscheid zu haben», stellte Sigg erfreut fest.

«Genuss und Konsum»

Der Vorstand des kf präsentierte vor den Medien zudem sein neues Fokusthema. «In den nächsten zwei Jahren wollen wir uns vermehrt mit «Genuss und Konsum» auseinandersetzen – zwei Themen, die in der Öffentlichkeit leider zunehmend stigmatisiert werden», erläuterte Sigg. Das Ziel sei nun zu zeigen, dass es sehr wohl möglich sei, gleichzeitig vernünftig und genussvoll zu konsumieren. Das passe auch zum Thema Nachhaltigkeit, welches weiter im Fokus des kf bleibe.Stéphanie Jenzer

 

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