Publiziert am: 06.03.2015

Boomende Exporte in die USA

AUSSENHANDEL – Die Exporte in die Vereinigten Staaten erreichten 2014 ein Rekordergebnis. Die USA bilden hinter Deutschland den zweitwichtigsten Exportmarkt.

Die Schweizerische Aussenhandelsstatistik zeigt es auf: Die Exporte in die Vereinigten Staaten von Amerika haben in den letzten 20 Jahren eine dynamische Entwicklung durchlebt und erreichten 2014 ein Rekordergebnis. Mit einem durchschnittlichen Wachstum von 6,6 Prozent pro Jahr stiegen sie um die Hälfte stärker als die Schweizer Exporte insgesamt (+ 4,3 Prozent pro Jahr). Die USA bilden hinter Deutschland den zweitwichtigsten Exportmarkt.

«PHARMA IST TOP – BEIM IMPORT ebenso WIE BEIM EXPORT.»

Über die Zeit von 1995 bis 2014 stiegen die Exporte in die USA um das Dreieinhalbfache auf 25,9 Milliarden Franken, womit die USA seit 1997 den zweitwichtigsten Exportmarkt der Schweiz bilden. Nach einer Stagnation zwischen 2001 und 2004 und einem Rückgang im 2009 entwickeln sie sich seit 2012 dynamisch mit jährlichen Wachstumsraten von bis zu 12 Prozent. Trotz der ab 2001 eingetretenen Aufwertung des Frankens gegenüber dem Dollar vermochten die Importe nicht mit den Exporten mitzuhalten. Dennoch wuchsen sie mit durchschnittlich 3,9 Prozent pro Jahr im Gleichschritt mit den Gesamtimporten und erreichten 2014 einen Wert von 10,9 Milliarden. Damit belegten die USA den 5. Rang unter den Schweizer Lieferländern. Der bilaterale Handelsbilanzüberschuss belief sich 2014 auf den Rekordwert von 15 Milliarden.

Export: Pharmaprodukte und ­medizinische Geräte

Exportseitig konnte die Chemisch-Pharmazeutische Industrie über die letzten 20 Jahre am eindrücklichsten zulegen. So verdoppelte diese ihren Anteil an den Gesamtexporten 2014 auf 50 Prozent beziehungsweise 12,9 Milliarden. Dabei dominierte der Absatz von immunologischen Produkten sowie Medikamenten mit 7,2 respektive 3,5 Milliarden. Ebenfalls überdurchschnittlich wuchs der Absatz von Präzisionsinstrumenten, Uhren und Bijouterie (2014: 6,3 Milliarden). Die grössten Ex­portanteile entfielen dabei auf Uhren sowie auf medizinische Instrumente und Apparate (2014: 2,4 resp. 2,1 Milliarden). Die USA bilden somit wertmässig den grössten Abnehmer von medizinischen Instrumenten und Apparaten sowie den zweitwichtigsten in Bezug auf helvetische Uhren.

Im Vergleich zu 1995 an Bedeutung verloren haben die Verkäufe der Maschinen- und Elektronikindustrie. Durch eine über die letzten zwanzig Jahre vergleichsweise niedrige Zunahme von einem Viertel erreichten diese 2014 noch einen Exportanteil von 12 Prozent (1995: 33 Prozent). Während der Absatz bis ins Jahr 2000 auf 4,5 Milliarden anstieg, sank er anschliessend innerhalb von drei Jahren um gut einen Drittel und bewegt sich seither auf einem geringeren Niveau.

Importe: Maschinen- und Elektronikindustrie rückläufig

Im Vergleich zu den Exporten stehen importseitig dieselben Warengruppen im Fokus. Mit nahezu einer Versechsfachung im Vergleich zu 1995 wuchsen die Einfuhren von chemisch-pharmazeutischen Produkten am dynamischsten und erreichten im vergangenen Jahr 4,7 Milliarden. Damit verdreifachte sich ihr Anteil an den Gesamtimporten auf 43 Prozent (1995: 15 Prozent). Davon entfiel rund die Hälfte auf immunologische Produkte sowie ein Viertel auf Medikamente.

Bei den Zukäufen von Präzisionsinstrumenten, Uhren und Bijouterie bilden 2014 mit 1,2 Milliarden die medizinischen Instrumente und Apparate die bedeutendste Untergruppe. Die gesamte Produktkategorie konnte ihren Anteil über die letzten zwanzig Jahre um gut die Hälfte steigern. Insgesamt rückläufig zeigten sich die Einfuhren von Maschinen und Elektronik. Sie erreichten 2014 noch 1,3 Milliarden. Für den Rückgang sind hauptsächlich die Zukäufe von IT-Geräten verantwortlich, welche insbesondere zwischen den Jahren 2000 und 2004 stark zurückgingen und sich seither auf einem tieferen Niveau bewegen.

Im selben Rahmen wie die Zukäufe von Maschinen und Elektronik bewegten sich 2014 die Importe von Fahrzeugen (1,3 Milliarden), welche im Vergleich zu 1995 um einen Drittel zulegten, jedoch auf einen kleineren Anteil kamen (12 Prozent).