Publiziert am: 10.07.2015

Chancen geben und nutzen

Integration – Das Einbinden von Migranten in den Arbeitsmarkt bleibt von grosser Wichtigkeit. GastroSuisse trägt mit seiner Schulungsinitiative entscheidend zu diesem Ziel bei.

«Integration findet überall statt. In der Schule, im Quartier, im Verein. Und ganz besonders am Arbeitsplatz», schreibt die tripartite Agglomerationskonferenz TAK auf ihrer Internetseite. Denn es sei in den Betrieben, wo Zugewanderte in den ersten Tagen und Wochen erfahren würden, wie Land und Leute ticken, welche Regeln und Werte gelten und was von ihnen erwartet würde. Hier fassten sie Fuss, um für sich und ihre Familien sorgen zu können. «Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber können viel zur erfolgreichen Integration ihrer ausländischen Mitarbeitenden beitragen», so die TAK-Verantwortlichen.

Positive Zwischenbilanz

Den sogenannten TAK-Integrationsdialog starteten der Staat, Arbeitgeberverbände und die Sozialpartner mehrerer Branchen im Oktober 2012. Ziel ist es, mit verschiedenen Projekten dazu beizutragen, das Potenzial der in der Schweiz lebenden Migrantinnen und Migranten besser zu nutzen und deren Integration am Arbeitsplatz zu fördern. Deshalb wollen die Dialogpartner auch verstärkt Arbeitskräfte im Inland rekrutieren und dabei vor allem die hier ansässige Migrationsbevölkerung berücksichtigen. «Der Arbeitsplatz ist für ausländische Mitarbeitende ein idealer Ort, um ihre Deutschkenntnisse anzuwenden, zu festigen und zu erweitern. Wenn Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen sie dabei unterstützen, machen sie rascher Fortschritte.»

Auch der Schweizerische Gewerbeverband sgv weiss, dass KMU bei der Integration eine besonders wichtige Rolle spielen. Der sgv unterstützt deshalb die Absichten der TAK-Dialogpartner mit einem Merkblatt für Arbeitgebende. Dies sei wichtig, denn die meisten Jugendlichen der zweiten Generation würden ihr Berufsleben in einem kleinen oder mittleren Betrieb beginnen, sagt sgv-Ressortleiter Dieter Kläy.

Für zugewanderte Mitarbeitende sei der Arbeitsplatz ein idealer Ort, um Deutschkenntnisse anzuwenden, zu festigen und zu erweitern. Die bewusste Sprachförderung bringe aber auch dem Betrieb viel: Reibungslosere Betriebsabläufe, weniger Missverständnisse, Fehler oder Unfälle, aber auch mehr Identifikation und Integration bei den einzelnen Mit­arbeitenden. «Wer gut integriert ist, arbeitet zudem motivierter, erbringt gute Leistungen und fehlt weniger. Weiter verbessert sich das Betriebsklima und die Loyalität zum Unternehmen steigt.»

«Gut informiert – besser ­integriert»

Eine grosse Anzahl an ausländischen Arbeitnehmenden ist beispielsweise auf Schweizer Baustellen zu finden. Seit Jahren engagiert sich das Gewerbe deshalb für eine erfolgreiche Integration. So auch der Schweizerische Baumeisterverband SBV mit seinem Pilotprojekt «Deutsch auf der Baustelle». Doch damit nicht genug: Auch Gastro­Suisse setzt sich für dieselben Ziele ein. Mit der Schulungsoffensive «Gut informiert – besser integriert» sollen sich angehende Betriebsleitende im Gastgewerbe bereits in ihrer Grundausbildung mit der Integration von ausländischen Angestellten befassen. «Die Integration von ausländischen Mitarbeitenden ist im Gastgewerbe kein neues Thema. Die Branche ist traditionell auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen; sie machen rund 40 Prozent der Mitarbeitenden aus», führt Klaus Künzli, ehemaliger Präsident von Gastro­Suisse aus. Es sei deshalb wichtig, dass künftige Betriebsleitende lernen würden, mit Mitarbeitenden aus anderen Ländern und Kulturen ­umzugehen. Zudem sei eine gute Integration die Grundlage für ein zufriedenes Team und damit auch für zufriedene Gäste.

Schon lange fixer Bestandteil

Die Themen Integration und interkulturelle Kommunikation sind schon seit langem fix im Lehrplan auf der Stufe G2 der Gastro-Unternehmerausbildung von GastroSuisse verankert. Jährlich absolvieren 80 bis 100 Führungskräfte diese Stufe. Seit 2013 werden die Themen Integration und interkultureller Austausch bereits früher aufgegriffen, also schon auf der Stufe G1. Jedes Jahr absolvieren rund 1000 Führungskräfte diese Ausbildung.