Publiziert am: 19.02.2021

Das Wasser steht bis zum Hals

CORONA-KRISE – Mit jedem Tag des bundesrätlich verordneten Stillstands grosser Teile der Wirtschaftwerden weitere Unternehmen ruiniert. Der Schweizerische Gewerbeverband fordert deshalb, dass der Spukper 1. März beendet wird und die Wirtschaft endlich wieder atmen kann.

Der wirtschaftliche und soziale Schaden, den die bundesrätlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus› verursachen, ist massiv. Und er wird von Tag zu Tag grösser. Es drohen Konkurse – teil sind sie bereits eingetreten –, der Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen. Familien verlieren ihre Ernährer; Eltern – ja, auch zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer – müssen ihren Kindern erklären, weshalb das Mami oder der Papi nun nicht mehr zur Arbeit gehen…

«Absolute Notsituation»

Stark betroffen sind nicht nur die Gastronomie und Hotellerie oder der Detailhandel. Auch die Transportbranche leidet enorm, und hier vor allem die Car- und Reisebusbetriebe. Zwar ist der gewerbliche Personentransport noch immer erlaubt – theoretisch. In der Realität fehlt es an Kunden; wohin sollten sie auch fahren? «Der Personentransport ist in einer absoluten Notsituation», sagt Anna Lena Kaufmann, beim Branchenverband Astag zuständig für den Fachbereich Politik. «Die Auftragslage ist massiv eingebrochen, und viele Unternehmer haben grosse finanzielle Schwierigkeiten.» Im Güterverkehr sei die Lage spartenabhängig. «Güter des täglichen Bedarfs und der Onlinehandel werden verstärkt nachgefragt. In den übrigen Sparten ist die Auftragslage und die Situation in Bezug auf Corona durchzogen.»

Gut genug für Sonntagsreden

Es sei anzunehmen, so Kaufmann weiter, «dass die Konkurswelle – über das Transportgewerbe hinaus – erst noch kommt.» Wie auch andere Branchen seien auch die Transportunternehmer auf zuverlässige und langfristige Informationen angewiesen. Die Leistung der Transportbranche während der Pandemie werde von Politik und Verwaltung zwar geschätzt, «Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga hat die Branche sogar in ihrer 1.-August-Rede erwähnt.» Allerdings habe die Anerkennung bereits wieder abgenommen. «Vielleicht liegt die Ursache dafür gerade in der enormen Zuverlässigkeit der Branche. Das Brot liegt ja täglich im Ladenregal, im Baumarkt ist alles erhältlich, der Kehricht wird pünktlich abgeführt – es funktioniert ja alles! Warum es funktioniert, ist nicht direkt ersichtlich. Es kümmert viele nicht, was dahinter steckt. Entsprechend verbinden sich mit Lastwagen leider kaum positive Bilder. Dazu kommt, dass negative Eindrücke von gewissen Kreisen seit Jahrzehnten ganz gezielt gefördert werden.»

Der Mangel an Wertschätzung zeigte sich auch an den inakzeptablen hygienischen Bedingungen, zu denen die zwangsweise Schliessung von Restaurants und Tankstellenshops infolge behördlicher Corona-Massnahmen zwischenzeitlich geführt hatte. Seit einem entsprechenden «Hygiene-Alarm» der Astag hat sich die Lage «erheblich gebessert».

«Desaströse Konsequenzen»

Fast 300 000 Personen fordern in Petitionen eine Öffnung von Restaurants und Läden per 1. März. Für den Detailhandelsverband Swiss Retail Federation gibt es «keine Alternative» dazu. Und unzählige lokale Gewerbevereine weisen den Bundesrat auf die «desaströsen Konsequenzen» seiner Massnahmen hin, die «Betriebe in existenzielle Not» brächten. Und was tut der Bundesrat? Er zögert weiter, zitiert Kennedy... – und will per 1. März nur die Läden öffnen. Mutlos. Traurig.En

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SCHLUSS MIT LOCKDOWN

Wir machen auf!

Roadmap aus dem Lockdown: Unter diesem Titel präsentierte der Schweizerische Gewerbeverband sgv diese Woche seine Forderung nach einer sofortigen Lockerung des Lockdowns und einer Wiedereröffnung der gesamten Wirtschaft ab dem 1. März. Mehr zur Roadmap im Editorial aufSeite 2

www.sgv-usam.ch

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