Publiziert am: 03.07.2020

Die berufliche Zukunft selber in die Hand nehmen

KARRIEREPLANUNG – Mit dem Workshop «Lehrabgängerinnen und Lehrabgänger ohne Anschluss – wir packen die Chance!» werden junge Berufsleute unterstützt, ihre berufliche Zukunft aktiv zu planen. Dabei steht die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund.

Die Corona-Pandemie hat auch die Berufsbildung stark getroffen. Mussten sich die Berufsverbände zuerst für die Durchführung der praktischen Arbeit bei den Lehrabschlussprüfungen einsetzen, steht heute die Frage im Raum, finden Lehrabgänger und Lehrabgängerinnen einen Anschluss? Der Bundesrat hat dazu eine verbundpartnerschaftlich zusammengesetzte Taskforce eingesetzt, die auf der ­einen Seite die Lehrbetriebe unterstützt, weiterhin Lehrstellen anzubieten. Auf der anderen Seite sollen die Jungen motiviert werden, ihre Zukunft aktiv in die Hände zu nehmen. So haben die Sozialpartner zusammen mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI und dem Verband der Berufsberatenden profunda Suisse ein Projekt lanciert, wo die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund steht. «Mit einer persönlichen Standortbestimmung lernen die Jugendlichen, ihre Möglichkeiten besser einzuschätzen», betont Christine Davatz, Vizedirektorin des Schweizerischen Gewerbeverbandes sgv und Berufsbildungsverantwortliche. «Sie sollen befähigt werden, ihren Lehrberuf als Basis für die Laufbahnplanung zu betrachten. Sich richtig zu bewerben und vorteilhaft zu präsentieren, gehört genauso dazu, wie die Förderung des Selbstbewusstseins, die persönliche und berufliche Zukunft eigenständig zu gestalten.»

Die Basis für die berufliche Zukunft legen

Zukünftige Berufsleute haben den zweieinhalbtägigen Kurs in der BBZ Olten besucht. Dazu gehören Davide Triarico – er absolviert das KV im 2. Lehrjahr an der BBZ Olten. Für seine berufliche Zukunft hat er an diesem Workshop drei mögliche Optionen ausgearbeitet: die BMS zu absolvieren, sich in einer anderen Branche beispielsweise im Personalwesen weiterzubilden oder eine neue Ausbildung im Eventmarketing zu beginnen. «Vor diesem Kurs hatte ich keinen Plan, nun habe ich mich selbst besser kennen gelernt, habe mehr Selbstvertrauen entwickelt und weiss, wo ich hinwill. So kann ich motiviert und zielstrebig ins 3. Lehrjahr starten», zieht der 18-Jährige eine positive Bilanz über diesen Workshop.

Ebenso begeistert davon ist auch Bianca Saladin. Sie hat soeben ihre Lehre als Fachfrau Hauswirtschaft EFZ im Alters- und Pflegeheim «Haus im Park» in Schönenwerd abgeschlossen. Sie will in einem anderen Betrieb Berufserfahrung sammeln und beruflich Karriere machen. Eine Weiterbildung zur Haushaltleiterin FH oder bäuerlichen Haushaltereiterin oder sogar selbst ausbilden sind ihre Zielvorgaben. «Ich habe erfahren, was meine Stärken sind, dass ich mit diesem Beruf auf dem richtigen Weg bin, und ich mich darin beliebig weiterentwickeln kann», freut sich die motivierte 19-Jährige. Auch die beiden Berufs-, Studien- und Laufbahnberater Simon Schmid und Anja Spörndli können eine positive Bilanz ziehen: «Es ist faszinierend zu beobachten, wie die Jugendlichen ihre Unsicherheit ablegen und sich weiterentwickeln.» Der Workshop, der auch in der welschen Schweiz stattfindet, wird mit anschliessenden drei Stunden Einzelcoaching vertieft. CR

www.sbinstitut.ch/loa

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