Publiziert am: Freitag, 23. Februar 2018

«Die SRG hat eine Denkblockade»

«no billag» – Der Schweizerische Gewerbeverband nimmt seine Botschaft «JA SRG – wir müssen reden» ernst: Die Diskussion wurde lanciert in einer FOKUS-KMU-Sondersendung zum Thema «No Billag», moderiert von niemand Geringerem als Filippo Leutenegger.

Nach drei Sendungen «Arena» im Schweizer Fernsehen, in denen sich insbesondere Moderator Jonas Projer nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, folgte eine weitere «Arena»: Moderiert von Filippo Leutenegger, langjähriger Dompteur der SRF-«Arena», widmete sich «FOKUS KMU – Die Sendung für Wirtschaft & Gesellschaft» in einer Sondersendung ganz dem Thema «No Billag». Auf der Pro-Seite standen Robert E. Gubler, sgv-Vorstandsmitglied, und Jessica Brestel von den Jungfreisinnigen. Das Kontra-Lager wurde durch SRG-Präsident Jean-Michel Cina und Nationalrätin Bea Heim (SP/SO) vertreten.

«Es braucht den 
ehrlichen Dialog.»

«Die SRG muss sich bewegen, drastisch abspecken und sich auf den Kern des Service public konzentrieren. Dies, egal ob am 4. März ein Ja oder ein Nein herauskommt», erklärt sgv-Direktor Hans-Ulrich Bigler die Gründe für die Lancie­rung der «Arena FOKUS KMU». «Es braucht den ehrlichen Dialog, den wir nie hatten.»

 

Cina will «alles offenlegen»

Angesprochen auf mögliche Reformen, war SRG-Präsident Jean-Michel Cina nicht imstande, konkrete Vorschläge zu benennen. Er betonte 
lediglich, dass es Reformen brauche und auch geben werde. Auf die Frage von Moderator Leutenegger, ob es ein «Abspeckprogramm» gebe, wich er aus. Stattdessen sprach er von 50 bis 80 Millionen, die eingespart würden. Notabene bei einem Budget von 1,6 Milliarden Franken, eingetrieben durch die Billag-Steuer. Auf geheime Baukosten am Leutschenbach angesprochen, sagte Cina: «Es ist kein Problem, das offenzulegen. Wir legen alles offen.» Es gebe von Seiten SRG kein Versteckspiel. Auch die Durchschnittslöhne seien tief, sogar tiefer als bei der Bundesverwaltung, führte Cina aus. Diese Aussage dürfte gerade bei Gewerblern als Hohn wahrgenommen werden.

«Die Denkarbeit 
müssten eigentlich nicht wir leisten!»

Weil die SRG nichts mache, habe deshalb das Pro-Lager die Hausaufgaben über­nehmen müssen, hielt Robert E. Gubler dem SRG-Präsidenten vor. «Den Plan B mussten wir entwickeln, weil die SRG eine Denkblockade hat. Wir haben die Hausaufgaben selber gemacht.» Auf die Nachfrage von Moderator Leutenegger, wie diese Hausaufgaben aussähen, antwortete Gub­ler: «Wir sehen nach wie vor eine intakte SRG, sie hat Marktanteile, qualifizierte Mitarbeitende und regionale Strukturen.» Deshalb sei sie auch in der Lage, eine Konzession vom Bund zu erwerben. Und eine Gesellschaft mit dieser Aufstellung könne sich selber finan­zieren. «Es geht uns darum, dass die Regionen weiterhin ihre Grundversorgung 
haben», präzisierte Gubler. «Dafür braucht es Denkarbeit, und die müssten eigentlich nicht wir leisten!»

Bea Heim und Jean-Michel Cina 
sehen eine Gefährdung der direkten Demokratie, würde das Volk am 
4. März Ja sagen. Gubler konterte: «Ich habe das Gefühl, jetzt wird der Auftrag der SRG überhöht angezeigt.» Qualität sei keine Exklusivität der SRG. «Sie erdrücken alle anderen», sagte Gubler direkt an Cina gerichtet. «Kein Wunder, kämpfen alle für Sie, weil sie von Ihnen abhängig sind.»

Eine Diskussion mit Mehrwert

Hans-Ulrich Bigler zeigte sich mit der «Arena FOKUS KMU» sehr zufrieden: «Endlich konnte eine Diskussion mit Mehrwert stattfinden.»

«Kein Wunder, 
kämpfen alle für Sie, weil sie von Ihnen 
abhängig sind.»

Nebst den vier Teilnehmern der Talkrunde kam auch das Publikum zu Wort. Doch am besten sehen Sie selbst. Die Sondersendung zum 
Thema «No Billag» wird noch bis Sonntag jeden Abend ab 17 Uhr auf Tele Z ausgestrahlt. Ausserdem ist die 
Sendung jederzeit auch im Web verfügbar. uhl

VORSCHAU FOKUS KMU

Der grosse Schritt 
in die Lehre

Auch in der nächsten Sendung von FOKUS KMU ist die «No Billag»-Initiative ein Thema. Getreidehändler müssen in Zukunft bis zu zwei Lohnprozente nur für die Billag-Steuer aufwenden.

Schwerpunkt der Sendung ist die Berufsbildung. Der Schritt aus der Schule hinein in die Arbeitswelt ist eine grosse Herausforderung. Dementsprechend sind die Jugendlichen auf Unterstützung angewiesen. FOKUS KMU hat die Sek 8b in Täuffelen (BE) besucht und spricht im Studio mit sgv-Vizedirektorin Christine Davatz und Christine Viljehr, Leiterin des BIZ Urdorf.

Die Sendung wird ab nächstem Montag täglich um 17.35 auf Tele Züri, Tele Bärn und Tele M1 ausgestrahlt sowie ab dem 5. März täglich um 17.25 auf Tele Z.

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