Publiziert am: 05.07.2019

Druckindustrie trotzt Strukturwandel

VISCOM – Der Branchenverband der grafischen Unternehmen der Schweiz feiert sein 150-jähriges Bestehen. Heute gehören viscom über 600 Unternehmen in der Schweiz an – Tendenz steigend. Vor dem Festakt in Zürich wählte die Mitgliederversammlung Thomas Schaffter zum neuen Präsidenten des Verbands.

Was 1869 als Verein Schweizerischer Buchdruckereibesitzer (VSB) begann, ist heute der Verband viscom

– seit 2018 unter einem Dach mit dem Verband print + communication. viscom vertritt die industriellgewerblichen Produktionsbetriebe, welche bislang die Sozialpartnerschaft überbetrieblich und mit einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) regeln. print + communication gehören Unternehmen an, die keinem GAV unterstellt sind und im Rahmen des rasanten technischen Wandels der Branche auf flexible und agile Organisationsformen setzen. Damit hat viscom den Grundstein gelegt, um dem Strukturwandel in der printmedienverarbeitenden Branche erfolgreich die Stirn zu bieten. Die beiden Verbände zählen gemeinsam

über 600 Mitglieder.

Im Geschäftsjahr 2018 haben sich über 30 Unternehmen mit knapp 3000 Arbeitsplätzen dem Verband print + communication neu angeschlossen. «Mit einer Bruttowertschöpfung von 4,2 Milliarden Schweizer Franken und 40 000 Arbeitsplätzen spielt die grafische Industrie in der Schweiz eine zen­trale volkswirtschaftliche Rolle. Und jeder Wertschöpfungsfranken generiert nochmals 80 Rappen in anderen Schweizer Branchen.

Die Bedeutung von Print geht aber auch darüber hinaus. Erst Drucksachen machen politische Kampagnen erfolgreich», sagt viscom-Direktor Thomas Gsponer.

«Print ist gut – und hilft auch gegen nasse Schuhe»

Höhepunkt der Jubiläumsfeier war das Podiumsgespräch unter der Leitung von Thomas Gsponer zum Thema «Zukunft des Prints». Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Branche die Digitalisierung als Chance wahrnehmen muss und die gedruckten Medien weiterhin wichtig bleiben. «Der Print, gerade bei amtlichen Informationen, wird von der Bevölkerung geliebt. Die digitalen Informationen sind dazu komplementär», sagte der frisch gekürte viscom-Präsident Thomas Schaffter.

Pietro Supino, VR-Präsident Tamedia und Präsident Schweizer Medien, unterstrich die Bedeutung des Prints bei der demokratischen Meinungsbildung und machte sich für die indirekte Presseförderung stark. Dies deshalb, weil der Vertrieb für die Medien heute das grösste Problem darstelle. SVP-Nationalrat Felix Müri, Co-Präsident der Parlamentariergruppe Print, bekannte sich zur täglichen Lektüre der Zeitung auf Papier. Mit seiner Bemerkung, eine Zeitung eigne sich auch zum Ausstopfen nasser Schuhe, was mit einer Digitalzeitung unmöglich sei, erntete er Szenenapplaus.

Rainer Hundsdörfer, CEO des weltweit grössten Druckmaschinenherstellers Heidelberg, zeigte den Weg in die Zukunft auf: Anstelle des Kaufs von teuren Druckmaschinen gehe der Trend in Richtung «pay per use», was die Branche effizienter und wettbewerbsfähiger mache.

Ausstellung in Fribourg

Ein Geschenk, welches viscom sich selbst und den Verbandsmitgliedern im Jubiläumsjahr gemacht hat, ist

das «Management-Vademecum – Handbuch der grafischen Industrie». Zudem stellt viscom anlässlich einer Ausstellung im verbandseigenen «Gutenberghaus» in Fribourg am 4. Juli 2019 das umfangreiche Jubiläumsbuch «150 Jahre viscom» vor. Die Ausstellung dauert bis am 15. September 2019.

Thomas Schaffter zum neuen

viscom-Präsidenten gewählt

Vor dem Festakt hielt viscom die jährliche Mitgliederversammlung ab. In deren Zentrum stand der Rücktritt von viscom-/print + communication-Präsident Peter Edelmann, der sich nach langjähriger erfolgreicher

Präsidentschaft nach genau 18 Jahren aus Altersgründen nicht mehr für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung stellte.

«DIE GEDRUCKTE ZEITUNG LEBT – MIT IHR KANN MAN SOGAR NASSE SCHUHE TROCKNEN. DIE DIGITALE ZEITUNG KANN DAS NICHT.»

Die Mitglieder wählten mit überwältigender Mehrheit Thomas Schaffter, Inhaber und Direktor der Druckerei Le Pays SA in Pruntrut im Kanton Jura, zum neuen Präsidenten. Der frühere Journalist gehörte seit 2016 dem Zentralvorstand des viscom als Vizepräsident an und präsidierte auch den Teilverband viscom Romandie.

En/pd

das tut viscom

Alle Dienstleistungen für die beiden Verbände viscom sowie print + communication werden durch viscom erbracht. Der Verband betreut rund 2000 Lernende im ganzen Land und erarbeitet die Ausbildungslehrgänge und Reglemente für die Berufe Drucktechnologe/-in EFZ, Printmedienpraktiker/-in EBA, Polygraf/-in EFZ, Interactive Media Designer/-in EFZ und Printmedienverarbeiter/-in EFZ.

www.viscom.ch