Publiziert am: 10.03.2017

Eigene Pensionskasse oder Sammelstiftung

KMU & Finanzen

Für die Wahl der idealen Pensionskassenlösung ist der Grad der gewünschten Selbstbestimmung und der damit verbundenen Selbstverantwortung entscheidend. Für viele KMU lohnt sich der Betrieb einer eigenen Pensionskasse aufgrund der gesetzlichen Anforderungen immer weniger. Der Anschluss an Sammelstiftungen wird hingegen attraktiver, da diese die notwendige Infrastruktur betreiben. Die berufliche Vorsorge ist für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer zentral, werden doch beträchtliche Mittel für die Vorsorge aufgewendet. Vor dem Hintergrund immer komplexerer Vorschriften und steigender Verantwortung lohnt sich die Prüfung der optimalen Pensionskassenlösung. Grundsätzlich hat ein Betrieb die Wahl zwischen einer Vollversicherungslösung, dem Anschluss an eine autonome oder teilautonome Sammelstiftung oder der Gründung einer eigenen Pensionskasse.

Autonome Pensionskassen sind rückläufig

Das Führen einer eigenen Pensionskasse setzt aufgrund der komplexen Vorschriften und der gesetzlichen Verantwortung ein hohes Fachwissen voraus. So bedingt der Betrieb einer Pensionskasse eine unabhängige Geschäftsführung, eine professionelle Vermögensverwaltung sowie der Beizug eines Pensionskassen-Experten und einer Revisionsstelle. Das Unternehmen profitiert von der Möglichkeit, die Leistungspläne bei Invalidität, Tod und Alter sowie die Anlagestrategie selber zu wählen. Viele KMU schliessen sich heute einer Sammelstiftung an. Seit einigen Jahren ist die Anzahl der autonomen und halbautonomen Kassen rückläufig (siehe Grafik).

Ob sich ein KMU einer Sammelstiftung anschliesst oder eine eigene Pensionskasse führt, hängt aber längst nicht mehr ausschliesslich an der Anzahl Mitarbeitenden. Auch KMU mit über tausend Versicherten schliessen sich heute vermehrt Sammelstiftungen an. Entscheidend ist – nebst der Kostenfrage – der Individualisierungsgrad der Leistungs- und Vermögensstruktur. Moderne Sammelstiftungen bieten individuelle Leistungspläne für Mitarbeiter, Kader und Geschäftsleitung an. Für die Verwaltung der Vermögen können unterschiedliche, aber vordefinierte Anlagestrategien gewählt werden. Die Sammelstiftung unterhält die Infrastruktur, die Kosten dafür verteilen sich auf den Schultern aller angeschlossenen Unternehmen. Das schont die monetären und personellen Ressourcen der Unternehmen, sie können sich derweil ihren Kernkompetenzen zuwenden. Das ist für alle KMU gleichermassen interessant.

Wahl der passenden Sammelstiftung

Plant ein KMU den Wechsel von einer autonomen Lösung zu einer Sammelstiftung, sollte die bestehende Vorsorgelösung genau analysiert werden. Primär gilt es die versicherten Risikoleistungen und die zugrundeliegenden Spar-pläne zu hinterfragen. In dieser Phase werden allfällige Deckungslücken oder Überversicherungen erkannt und korrigiert. Es gilt, die verschiedenen Sammelstiftungen anhand der 
Risikoprämien, Verwaltungskosten, Verzinsung der Sparguthaben und des Umwandlungssatzes zu vergleichen. Auch Vertrauen und Erfahrung sollten berücksichtigt werden.