Publiziert am: 08.03.2019

Einblicke in die Schweizer (Druck)kunst

LANDESMUSEUM züRICH – Die beiden Ausstellungen «Von der Bibel bis zur Banknote – Drucken seit 1519» und «Glanzlichter der Gottfried-Keller-Stiftung» sind noch bis am 22. April 2019 zu sehen.

Drucken hat in der Schweiz eine lange Tradition. Die Palette der Erzeugnisse reicht von der ersten Bibel bis zur Kreditkarte aus Plastik. In Zürich hat diese Erfolgsgeschichte auch mit Christoph Froschauer zu tun. Der Bayer war nach seiner Druckerlehre in Augsburg Anfang des 16. Jahrhunderts an die Limmat gezogen und hatte dort eine kleine Druckerei übernommen. Diese baute er mit den Jahren zu einem Verlagshaus aus. Das Unternehmen existiert bis heute und heisst seit 1798 Orell Füssli.

Die Geschichte des Druckens ist eng mit der technischen Entwicklung verbunden. Bis 1843 wurde auch in Zürich mit Handpressen gearbeitet. Danach ersetzten Schnellpressen und später das Offsetverfahren die Handarbeit. Die Technologien wurden immer besser und ermöglichten die Herstellung von grossen Auflagen in kurzer Zeit. Davon profitierte etwa die Produktion von Zeitungen und Zeitschriften, welche sich ab dem 18. Jahrhundert an eine wachsende Leserschaft wandten. Daneben wurden in Zürich seit den Anfängen auch Bücher ­gedruckt. Mit dem aufkommenden Tourismus begann die Produktion von Souvenirs. Die im 19. Jahrhundert aufkommende Technik der Fotochromolithografie deckte diese Nachfrage und wurde zu einem wirtschaftlichen Faktor.

Glanzlichter der Gottfried-Keller-Stiftung

Die Sammlung der Gottfried-Keller-Stiftung ist eine der wichtigsten Sammlungen zur Schweizer Kunst. Erstmals nach fast 30 Jahren werden nun mit je einer Ausstellung im Landesmuseum Zürich und im Museo d’arte della Svizzera italiana in Lugano die wichtigsten Meisterwerke dieser Stiftung wieder zusammen präsentiert. Mit der 1890 von Lydia Welti-Escher gegründeten Gottfried- Keller-Stiftung vermachte die Alleinerbin des Politikers, Wirtschaftsführers und Eisenbahnunternehmers Alfred Escher einen grossen Teil ihres Vermögens der Eidgenossenschaft. Bis heute hat die Stiftung über 6500 Kunstwerke erworben. Die Sammlung ist Teil der vom Bundesamt für Kultur verwalteten Kunstsammlungen des Bundes. Zurzeit beherbergen rund 70 Museen und 30 weitere Institutionen in 23 Kantonen Dauerleihgaben der Gottfried-Keller-Stiftung. Neben Gemälden und Skulpturen sind über die Jahre auch Glasmalereien, Fotografien, Goldschmiedeobjekte und Immobilien zur Sammlung gestossen. Die Ausstellung in Zürich zeichnet die Geschichte der Stiftung nach und zeigt mit kostbaren Objekten die Vielfalt der Sammlung auf.

Die beiden Ausstellungen sind noch bis am 22. April zu sehen. www.landesmuseum.ch