Publiziert am: 20.03.2015

Eiskalt sparen – und zwar 25 Prozent

Gewerbekälte – In vielen Pizzerien oder Bäckerstuben sind ineffiziente Kühlgeräte im Einsatz. Sie verursachen hohe Stromkosten und haben klimaschädliche Kühlmittel. Dank des Förderprogramms für Gewerbekälte sind neue Geräte ein Viertel günstiger.

Ohne Gewerbekälte ist kein Gastrobetrieb denkbar. Wer eine Million Pizzas pro Jahr ausliefert, wie zum Beispiel die Pizzafiliale von Dieci in Bern, kann ohne Kühlung der Zutaten nicht arbeiten. Dieci hat 22 Pizzerias, fünf Restaurants und fünf Gelaterias über die halbe Schweiz verteilt; sie werden nach dem Franchising-System betrieben. Seit der Gründung 1990 hat sich das Unternehmen zu einem der grössten Gastrounternehmen und zum grössten Pizzakurier der Schweiz entwickelt. Nachhaltigkeit wird gross geschrieben; so führt das Unternehmen heute 40 Pandas mit Erdgasantrieb für die Pizza-Auslieferung.

Nur die besten Kühlgeräte

Die Einrichtung der 32 Filialen und der dazu gehörenden die Kühlgeräte erfolgt durch das Mutterhaus in Rapperswil. Seit kurzem profitiert Dieci vom Förderprogramm «Gewerbekälte». «Wir hatten schon vor längerer Zeit begonnen, nur noch qualitativ hochwertige und energieeffiziente Geräte von Liebherr für unsere Betriebe anzuschaffen», erklärt der technische Leiter von Dieci, Rico Müller. «Dabei kommt uns die Unterstützung durch das Förderprogramm natürlich sehr gelegen.» Seit Mitte 2012 hat Dieci rund 40 Liebherr-Geräte für Kühlung und Tiefkühlung in den Filialen angeschafft.

Vom Förderprogramm «Gewerbekälte» hat Rico Müller dank des Gerätehändlers Fors AG erfahren, von dem Dieci die Liebherr-Geräte bezieht. In der Berner Filiale wurden zum Beispiel seit 2012 drei effiziente Kühlgeräte beschafft, beziehungsweise alte Geräte ersetzt. Eines davon, nämlich das Gastrokühlgerät Liebherr GKPv 6590 (Bruttoinhalt 601 Liter, Kosten: 4200 Franken), konnte mit Unterstützung der Stadtberner Förderaktion «Eiskalt sparen» gekauft werden. Die Firma Dieci erhielt 25 Prozent der Kaufsumme zurück.

Natürliche Kältemittel

Aber das Gerät ist auch für die ­Umwelt ein Segen, denn es arbeitet mit natürlichen Kältemitteln (zum Beispiel R600a, R290). Sie enthalten weder Chlor noch Fluor und haben nur ein sehr geringes Treibhauspotenzial. Fluor-Kohlenwasserstoffe (wie R134a, R404A, R507) sind heute noch immer verbreitet. Sie haben zwar kein Ozonabbaupotenzial wie die schon vor über 20 Jahren verbotenen Fluorchlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW), tragen jedoch immer noch zum Treibhauseffekt und damit zur Klimaveränderung bei. Darum gibt es für solche Geräte keinen Förderbatzen. Natürliche Kältemittel haben eine 1000- bis 4000-mal kleinere Wirkung auf die Klimaerwärmung als herkömmliche Kältemittel.

Ein Viertel günstiger und achtmal weniger Strom

Die Förderaktion, die von Bund (ProKilowatt), den Städten Basel (mit iwb), Bern (mit ewb), Lausanne (mit SiL), Luzern, Winterthur und Zug, dem Kanton Thurgau, den Elektrizitätswerken von Kanton und Stadt Zürich (EKZ, ewz), getragen wird, ist auf drei Jahre angelegt. Das Programm wurde im Herbst 2013 schweizweit gestartet und dauert bis Juni 2016. Es vergünstigt KMU-Unternehmern, egal ob Gastronomie, Take-Away, Detailhandel und Hotels, die Anschaffung von (Verkaufs-)Kühl- und Gefriergeräten um 25 Prozent. Wegweisend ist dabei die Produkteliste mit den Bestgeräten. Dort können die energieeffizienten und klimafreundlichen Verkaufskühlmöbel oder Gastro-Kühlgeräte auf einen Blick verglichen werden.

«Ziel der Aktion ist die Einsparung von 40 Millionen Kilowattstunden», sagt Eric Bush von Topten. Typische gewerbliche Kühl- und Gefriergeräte verbrauchen im Vergleich zu effizienten Modellen bis fünf Mal so viel Strom. Besonders krass fällt die Bilanz bei den Offenverkaufs-Kühlmöbeln (sogenannte «Impuls»-Regale und offene Tiefkühlinseln) aus: Hier liegt der Verbrauch sogar achtmal höher als bei Geräten mit Tür oder Deckel. «Impuls»-Kühlmöbel wollen beim Kunden die Hemmschwelle senken, hineinzulangen und ein Produkt zu behändigen. Ideal sind stromsparende Modelle mit isolierter Tür.

Das programm

Für effiziente Kühl- und Tiefkühlgeräte

Das Förderprogramm für effiziente gewerbliche Kühl- und Gefriergeräte wird massgeblich unterstützt und mitfinanziert durch das Förderprogramm ProKilowatt unter der Leitung des Bundesamtes für Energie. Dem im September 2013 gestarteten Programm stehen insgesamt 3,7 Millionen Franken zur Verfügung. Wer effiziente Geräte mit klimafreundlichem Kältemittel beschafft, wird mit einem Förderbeitrag von bis zu 25 Prozent des Netto-Kaufpreises unterstützt. Das Förderprogramm läuft noch bis am 
30. Juni 2016 oder solange, bis die Fördergelder aufgebraucht sind. Bei Fragen kontaktieren Sie gewerbe@topten.ch.