Publiziert am: Freitag, 6. Oktober 2017

«Es bleibt noch Luft nach oben»

INNOVATION – Für Dominik Isler, CEO Swiss Economic Forum, ist Kreativität die Quelle der Innovation. Er attestiert den Schweizer KMU eine enorme Innovationskraft, rät ihnen aber, mehr Mut zum Risiko und zu Erneuerungen zu haben.

Für Dominik Isler, CEO Economic Forum, gehört die Schweiz zweifelsohne zu den innovativsten Ländern der Welt. Nicht nur verschiedene Studien und Statistiken belegen dies, sondern auch die tägliche Arbeit von Isler bestätigt ihm das: «Ich erlebe sowohl an unseren Konferenzen wie auch im Rahmen unserer Awards eine enorme Innovationskraft, die mich sehr freut und fasziniert. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei unserer Wachstumsinitiative SEF4KMU, mit der wir innovative Unternehmen bei ihren Wachstumsplänen unterstützen. Viele Schweizer Unternehmen brauchen sich punkto Innovation nicht vor der weltweiten Konkurrenz zu verstecken», konkretisiert Isler. Dennoch warnt er, die Schweiz dürfe sich bezüglich Innovation keinesfalls zurücklehnen: «Wir sind zwar Patentweltmeister, doch diese werden grossmehrheitlich von internationalen Konzernen eingereicht und nicht von KMU.» Oft fehle es den Schweizer Unternehmen an Mut zum Risiko und zu Erneuerungen. «Wir haben zwar gute Ideen und hervorragendes Know-how – trotzdem wagen viele kreative und clevere Köpfe nicht den Weg in die Selbstständigkeit. Die Gründerquote der Schweiz sei im internationalen Vergleich tief, sie erreiche international nur Rang 69. «Dabei sind es gerade diese Jungunternehmen, die das Wachstum, Arbeitsplätze und die Zukunft der Schweiz sichern. Dies ist ein wesentlicher Grund, warum wir mit den Plattformen und Initiativen des Swiss Economic Forum das Unternehmertum in der Schweiz fördern und dessen nachhaltige Entwicklung vorantreiben», stellt Isler fest. Kreativität, Design und Innovation sind die Rohstoffe unseres Landes. Die Schweiz ist aber nicht nur in der kreativen Branche erfolgreich, sondern auch in anderen Bereichen wie Hightech/Biotech oder IT. Dazu Isler: «Allgemein profitieren Schweizer Unternehmen hierzulande von einem hohen Bildungsstandard, einem funktionierenden Wissenstransfer zwischen Universität und Firmen, einem relativ flexiblen Arbeitsmarkt, leistungsfähigen Infrastrukturen und offenen Märkten.» Diese Erfolgsfaktoren seien nicht nur für die kreativen Branchen, sondern für alle Wirtschaftszweige zentral.

«Wir haben gute Ideen und hervorragendes Know-how – trotzdem wagen viele nicht den Weg in die Selbstständigkeit.»

Impulse, Geistesblitze und Ideen stehen ganz am Anfang jeder Innovation. Dazu braucht es Kreativität – die Quelle der Innovation. «Kreativität ist eine Eigenschaft, die grundsätzlich in jedem Menschen schlummert. Allerdings muss diese wertvolle Fähigkeit in Menschen und Organisationen gezielt aktiviert, kultiviert und trainiert werden», sagt Isler. Im hektischen Geschäftsalltag komme das jedoch oftmals zu kurz. «Termine und dringende Anliegen steuern unseren Arbeitstag. Dabei vergessen wir, dass Kreativität Freiraum braucht», so Isler. Eine entsprechende Unternehmenskultur sowie eine hohe Disziplin spielten seines Erachtens eine bedeutsame Rolle. «Mit Konferenzen wie dem Swiss Innovation Forum 2017 vom 16. November möchten wir dem entgegenwirken und einen Rahmen schaffen für das Nachdenken über Kreativität, Design und Innovation» (siehe Kasten).

Hotspot für Innovation

Kreativität lässt sich nicht in feste Rahmen wie eine 40h-Woche hineinpressen. Dies bestätigt auch Isler: «Regulierungen sind und bleiben ein Problem, gerade für unsere Start-ups. Es ist erstaunlich, dass die Politik Unternehmen nicht stärker entlastet und Hand bietet für Lösungen, etwa in den Bereichen Steuern oder Bürokratie.» Die Schweiz sei jedoch auf einem guten Weg, allerdings bleibe ganz nach dem Sprichwort «Satte Löwen jagen nicht» definitiv noch Luft nach oben. «Aufgrund unseres dualen Bildungssystems, einer intakten Infrastruktur, der kurzen Distanzen und des Zugangs zu exzellenten Talenten hätten wir in der Schweiz das Potenzial – etwa im Bereich Cleantech – zu einer Art Silicon Valley zu werden», so Isler. Er wünscht sich, dass die Schweiz zu einem Hotspot für Innovation, Kreativität und Unternehmertum wird. Damit das gelingt, brauche es mehr Mut zum Scheitern, gezielte Förderprogramme, zeitgemässe Bildungsangebote, liberale Zuwanderungsregeln und Zugang zu Wachstumskapital. «Ich wünsche mir mehr Offenheit und Vielfalt, denn in einer agilen Welt ist ein Zusammenspiel von Geschlechtern, Generationen und Kulturen zentral», so Isler. CR

SWISS INNOVATION FORUM

Kreativität mit 
Business verbinden

Das Swiss Innovation Forum (SIF) ist die bedeutendste Innovationskonferenz der Schweiz und eine nationale Plattform zur gezielten Förderung von Kreativität, Design und Innovation. Das Motto der diesjährigen Austragung am 16.November lautet «Dream». Rund 20 Expertinnen und Experten erläutern dem Publikum im Congress Center Basel, wie aus visionären Träumen innovative Geschäftsideen entstehen. Das SIF st für die Kreativwirtschaft von grosser Bedeutung, denn es verbindet Kreativität mit Business. Das zeigt beispielsweise auch die Partnerschaft mit der Swiss Design Association, dem Berufsverband für die Designberufe. Die Konferenz richtet sich aber nicht nur an Kreative, sondern branchenübergreifend an Führungspersönlichkeiten der Schweizer Wirtschaft, an Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Vertreterinnen und Vertreter der Wissenschaft und Politik. «Dieser breite Teilnehmermix aus Start-ups, etablierten Unternehmen und Wissenschaftlern ist enorm bereichernd und macht das Swiss Innovation Forum hierzulande einzigartig», betont Dominik Isler, CEO Swiss Economic Forum.

Verleihung des Swiss Technology Award

Start-ups, Jungunternehmen sowie etablierte Firmen, die sich stets neu erfinden, sind zentrale Treiber des Fortschritts und sichern unseren Wohlstand. Mit der Verleihung des Swiss Technology Award wird diese Innovationskultur unterstützt und aktiv gefördert. In drei Kategorien prämiert die Jury herausragende technologiebasierte Innovationen und Entwicklungen von Start-ups, Hoch- und Fachhochschulen sowie etablierten Unternehmen. Der Swiss Technology Award ist die wichtigste Auszeichnung für Innovation und Technologietransfer der Schweiz und wird dieses Jahr im Rahmen des Swiss Innovation Forum bereits zum 29. Mal vergeben. «So bieten wir den Firmen mediale Aufmerksamkeit sowie Zugang zum Netzwerk des Swiss Economic Forum», so Isler.CR