Publiziert am: Freitag, 5. Februar 2016

«Fahrzeugleasing lohnt sich oft»

Brit Schönenberger – Full-Service-Leasing ist im Kommen, weiss Brit Schönenberger von LeasePlan. Dabei spielt eine wichtige Rolle, dass der Gewerbebetrieb sich seinem Kerngeschäft widmen kann und nicht unnötig Zeit in den Fuhrpark einbringen muss.

Es gibt viele Gründe, warum Gewerbebetriebe möglichst wenig mit Fahrzeugen zu tun haben wollen. Da bietet sich das Fahrzeugleasing an. Denn Fahrzeuge sind für den Betrieb zwingend nötig, von der Auftragsbeschaffung bis zur Montage geht es meist nicht ohne. Wer im Betrieb berechtigt ist, ein Firmenfahrzeug auch privat zu fahren, muss aber auch genau wissen, wie er dies in der Steuererklärung zu deklarieren hat. Andererseits muss der Arbeitgeber, je nach kantonaler Regelung, den mehr oder weniger grossen administrativen Abrechnungsaufwand in Kauf nehmen.

Um zu erfahren, wie weit professionelle, aber auch markenunabhängige Leasinganbieter Gewerbebetrieben «unter die Arme greifen», wenn es darum geht, einen Fuhrpark optimal zusammenzustellen, zu verwalten und kostengünstig zu betreiben, fragten wir bei Brit Schönenberger, der versierten Branchenkennerin sowie Geschäftsführerin von LeasePlan Schweiz, nach. Sie spricht natürlich als Vorstandsmitglied des Branchenverbandes der Leasingfirmen auch im Namen der andern markenneutralen Anbieter.

Schweizerische Gewerbezeitung: Ab welchem Fahrzeugvolumen bietet Leasing für KMU Vorteile beim Betriebsaufwand und den Kosten?

Brit Schönenberger: Bereits ab einem Fahrzeug ist das Angebot eines Full-Service-Leasing für KMU lohnenswert. Generell ist nicht die Grös­se des Fuhrparks entscheidend, sondern die Tatsache, dass sich unsere Kunden vollumfänglich auf ihr eigentliches Geschäft konzentrieren können und Kostenkontrolle sowie Kostentransparenz sehr schätzen. Im vergangenen Jahr haben der Frankenschock und die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung zu einer vermehrten Nachfrage nach Full-Service-Leasing geführt, da KMU hierdurch eine Entlastung der Bilanz erfahren und anderweitige Investitionen tätigen können.

Wie entlastet beispielsweise LeasePlan den administrativen Fahrzeugaufwand bei Gewerbebetrieben durch abgestimmte Gesamtpakete?

Unsere modular aufbaubaren Dienstleistungen entlasten unsere Kunden mehrfach: zum einen ist der administrative Aufwand sehr übersichtlich, da wir fliessende Prozesse offerieren und zudem das Risikomanagement übernehmen. Des Weiteren kennen wir die automobile Wertschöpfungskette bestens und sind somit in der Lage, unseren Kunden die entsprechende Expertise bei Analysen und Verhandlungen anzubieten.

Empfehlen Sie den Kunden: eher einen einheitlichen markenbezogenen Fuhrpark, vor allem wenn unterschiedliche Fahrer mit ein und demselben Fahrzeug unterwegs sind, oder spielt dies beim Leasing keine Rolle?

Dies ist abhängig von den jeweiligen Bedürfnissen. Viele unserer Kunden schätzen, dass wir als markenunabhängiger Anbieter flexibel auf die Bedürfnisse eingehen. Ein einheitlicher (white fleet) Fuhrpark hat den Vorteil, dass alle Fahrer gleich behandelt und grössere Einkaufsrabatte erzielt werden. Ein standardisierter Innenausbau, welcher von vielen Gewerbetreibenden aufgrund der einfachen und gleichbleibenden Zurechtfindung der Servicemitarbeitenden gewünscht wird, sowie die allgemeine Erkennbarkeit von Fahrzeugen mit Firmenlogo auf der Strasse sind weitere Vorteile.

Welche Dienstleistungen bietet LeasePlan über das eigentliche Leasing hinaus an?

Von den operativen Themen – wie Reifen, Service, Versicherung und Schadenabwicklung – bis hin zum Re-Marketing/Wiederverkauf der Fahrzeuge abgesehen, bieten wir viele innovative Dienstleistungen wie ein umfangreiches Online-Reporting und eine Mobile App für Fahrer. Zudem bieten wir Telematik-Lösungen und ein eigenes Carsharing an. Kunden mit einem kleineren Fuhrpark profitieren des Weiteren von unseren Skaleneffekten, kumulierten Rabatten, beim Einkauf der Fahrzeuge.

Gibt es Unterschiede zwischen den Bedürfnissen von mehrheitlich gewerblich genutzten Fahrzeugen im Gegensatz zu Aussendienst- und Kaderfahrzeugen?

Definitiv sind hier einige Unterschiede auszumachen. Gewerblich genutzte Fahrzeuge sind in der Regel leichte Nutzfahrzeuge, bei welchen wir zum Beispiel als einer der wenigen Anbieter Unterschiede bei der Schadenbewertung am Ende der Laufzeit machen. Ein leichtes Nutzfahrzeug darf aufgrund der zu erwartenden Nutzung andere Schäden aufweisen als ein normaler Personenwagen. Viele unserer Kunden und Fahrer sind mit leichten Nutzfahrzeugen unterwegs und schätzen unsere weitreichende Erfahrung und unser bewährtes Netzwerk in diesem Markt. Selbstverständlich geht jedem Leasingvertrag eine vertiefte Beratung durch unser fachkundiges Personal voraus.

Mit welchen Unterlagen sollte ein Handwerker bei einem Leasinganbieter vorstellig werden, der sich überlegt, die benötigten Fahrzeuge künftig zu leasen?

Für unsere interne Kreditprüfung benötigen wir, unabhängig vom Leasingnehmer, einen aktuellen und revidierten Geschäftsbericht sowie den Handelsregisterauszug. Durch die seit Januar 2016 geltende Neuregelung des Geldwäschereigesetzes (GWG) wird, je nach Situation, noch das sogenannte Formular K zur Feststellung des wirtschaftlich Berechtigten benötigt.

Dürfen geleaste Fahrzeuge an Mitarbeiter oder fremde Personen vermietet werden?

Die klassische (Weiter-)Vermietung von Leasingfahrzeugen ist vertraglich nicht erlaubt. Eine Nutzungsüberlassung, beispielsweise an den Partner, ist je nach Car Policy des Kunden zulässig und spielt vertraglich und versicherungsseitig keine Rolle.

Interview: Roland Hofer