Publiziert am: Freitag, 10. Juli 2015

«Finanziell sehr erfolgreiches Jahr»

PROPARIS IN ZAHLEN – Trotz anhaltend tiefer Zinsen, hektischer Märkte und viel politischer Unsicherheit erfreuen sich die 
13 ­angeschlossenen gewerblichen Vorsorgewerke einer hervorragenden finanziellen Substanz.

«2014 war insgesamt ein gutes Börsenjahr mit überdurchschnittlichen Ertragsmöglichkeiten», freute sich Stiftungsratspräsident Hans-Ulrich Bigler anlässlich der 59. ordentlichen Stiftungsversammlung der proparis. Zwar hätten die nach wie vor sehr tiefen Zinsen die Erträge belastet, und die Hektik an den Märkten sei ebenso wenig wie die politische Grosswetterlage geeignet, die allgemeine Stimmung zu beruhigen. «Es sind alles in allem eher unsichere Zeiten.»

Vor diesem Hintergrund sei die finanzielle Substanz, die proparis und die angeschlossenen Vorsorgewerke auszeichnen, «bemerkenswert und hochwillkommen». Im Jahr 2014 seien die Vorsorgeeinrichtungen durch die guten Resultate weiter gestärkt worden. «Diese Stabilität und Kontinuität sind hocherfreulich.»

«Zu Recht stolz sein»

«Hohe Aktienbewertungen und eine wiederum tiefe Schadenquote im Bereich von Tod und Invalidität sind die Hauptgründe dafür, dass sowohl die Bilanzsumme wie auch das Eigen­kapital deutlich angestiegen sind», freute sich Finanzchef Jean-Claude Bregnard. Das Eigenkapital betrug per Ende 2014 über 488 Millionen Franken, und die Bilanzsumme stieg auf mehr als 5,7 Milliarden. Die freien Mittel nahmen um 55,4 Millionen zu.

Erfreuliche Entwicklung auch beim Deckungsgrad: Dieser stieg gegenüber dem Vorjahr von 108,67 auf neu 109,53 Prozent. Diese Überdeckung von fast zehn Prozent kommentiert Bregnard wie folgt: «Ich kenne viele Pensionskassen in der Schweiz; aber ich kenne kaum eine, die im Verhältnis zwischen dem vorhandenen Vorsorgevermögen und den selber getragenen Risiken über eine ähnliche finanzielle Substanz verfügt. Darüber dürfen wir alle zu Recht stolz sein.»

Der Deckungsgrad 2 – er berücksichtigt auch die selber getragenen Risiken – stieg auf gut 106 Prozent. «Die Überdeckung von 6,02 Prozent drückt die mittlerweile extrem hohe finanzielle Risikofähigkeit der proparis-Kassen aus», konstatierte Bregnard. Die Zunahme der Freien Mittel – seit dem grossen Einbruch im Jahr 2008 haben sie sich fast vervierfacht und sind um insgesamt 88 Millionen auf 319 Millionen gestiegen – sei «in der Tat sehr bemerkenswert und gibt uns nebst einem sehr hohen Sicherheitspolster auch Handlungsspielräume im Bereich der Vorsorgeleistungen und der Anlagepolitik, die vorher undenkbar waren.»

Grund zur Freude bereiteten Bre­gnard die Aktienmärkte. «Aktien waren der starke Treiber der hervorragenden Performance im vergangenen Jahr», so Bregnard. Das Aktiengefäss Schweiz, das mit dem Swiss Performance Index den Binnenmarkt abbildet, generierte 2014 eine Rendite von 12,91 Prozent. Noch besser schnitt das globale Gefäss ab, das von einem erstarkten Dollar profitierte und eine Rendite von stolzen 17,71 Prozent erwirtschaftete.

Durch die Selbstanlagen und durch die Übernahme von Anlagerisiken im Sachwertgeschäft habe «die anvisierte Risikoprämie in hohem Masse verbucht» werden können. «Diese erfreuliche Feststellung ist eine direkte Konsequenz der seit Sommer 2012 anhaltenden Börsenrallye.»

Strapazierte Solidarität

Weniger Freude als die finanzielle macht Bregnard die generelle Entwicklung im Bereich der beruflichen Vorsorge. «Obwohl die berufliche Vorsorge vom Grundsatz her im Kapitaldeckungsverfahren finanziert wird und somit jeder Versicherte theo­retisch seine eigene Rente ansparen müsste, entwickelt sich die zweite Säule bekanntlich immer mehr zu einer systemfremden Umverteilungsmaschine», kritisiert der proparis-Rechnungsführer. «Auch proparis spürt diese zunehmende Quersubventionierung von neu gesprochenen Altersrenten immer deutlicher. Alleine die Ausfinanzierung des nur teilweise rückversicherten Entsparprozesses nach dem ordentlichen Altersrücktritt kostete im Jahr 2014 über 11,6 Millionen Franken. Diese Mittel sind den beitragspflichtigen Destinatären direkt entzogen worden, indem sie nicht als Überschuss ausgerichtet und zur Finanzierung von Leistungsverbesserungen zur Verfügung stehen.» Ohne flankierende Massnahmen werde die Solidarität zwischen den Generationen bis ins Jahr 2019 durch die in der Rückversicherung bereits angekündigte und schrittweise durchgeführte Reduktion der überobligatorischen Umwandlungssätze nochmals wesentlich stärker strapaziert.

«Bestens gewappnet»

Freude bereitet Bregnard der Ausblick auf die laufende Rechnung. Dank einem Überschuss aus der Rechnung 2014 von mehr als 74 Millionen Franken zeichne sich «aus heutiger Sicht» bereits ein positiver Abschluss für 2015 ab.

Die gewerbliche Sammelstiftung proparis ist demnach für die anstehenden Herausforderungen bestens gewappnet. «Die hohen Risikoüberschüsse sowie die ausserordentlichen Aktienrenditen der letzten Jahre haben sowohl die Sicherheit der Vorsorgegelder als auch die finanzielle Risikofähigkeit der Vorsorgewerke deutlich erhöht», fasst der stellvertretende Geschäftsführer zusammen. «Diese hervorragende Ausgangslage lässt uns trotz schwierigem Umfeld – Stichwort: Negativzinsen – mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Es ist gut zu wissen, dass wir unsere Hausaufgaben in der Vergangenheit gemacht haben und über gute Karten verfügen, um auch in Zukunft ein ­sicherer und verlässlicher Vorsorgepartner auf dem Markt der beruflichen Vorsorge zu sein.»

Oder anders formuliert: Sicher wie die Schweiz: proparis!

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zahl beitragspflichtiger VERSICHERTEr stabil

Bringt neuer Grundvertrag mehr Wachstum?

Die Abnahme der erwerbstätigen Versicherten über die letzten sechs Jahre ist laut proparis-Finanzchef Jean-Claude Bregnard «kein Grund zur Besorgnis». Der Mitgliederschwund sei ausschliesslich im Bereich der beitragsfreien Versicherten erfolgt. Die Anzahl der beitragspflichtigen Versicherten – Ende 2014 waren es 65 426 – sei seit längerer Zeit stabil. Dennoch müsse man sich eingestehen, dass es bis jetzt nicht gelungen sei, das in den letzten Jahren angestrebte Wachstum zu erreichen. Der am 1. Januar 2016 in Kraft tretende, neu ausgehandelte Grundvertrag eröffne der proparis neue Möglichkeiten und werde mittelfristig helfen, auch im strukturellen Bereich Fortschritte zu erzielen. En

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