Publiziert am: Freitag, 19. Januar 2018

Gemeinsam neue Werte schaffen

WERTSCHÖPFUNG – Kooperationen, zum Beispiel mittels Franchising, steigern den Wert der KMU. Aber auch generationenübergreifend festigen Firmen ihre Position und erschliessen neue Märkte.

Am Donnerstagnachmittag der 69. Winterkonferenz wurde der Wert der KMU im Markt etwas genauer unter die Lupe genommen. Dabei ging 
es darum, wie Unternehmen Wert schöpfen. Beispiele dafür sind kluge Vertriebskonzepte oder Franchise-Kooperationen, um neue Märkte zu erschliessen und Vorteile in Einkauf und Verkauf zu generieren. Heute reiche es nicht mehr, wenn Produkte und Dienstleistungen im Zentrum stünden, so Christoph Wildhaber, 
Geschäftsführer Schweizer Franchise Verband. «Heute steht der Kunde im Mittelpunkt, und Werte für eine breite Masse müssen geschaffen wer-den. Ein moderner Betrieb ist ein geführter Betrieb.» Deshalb seien Partnerschaften als Chance zu sehen. «Gemeinsam können Unternehmen gestärkt, weiterentwickelt und Herausforderungen effizienter gemeistert werden», so Wildhaber. Beispiel für eine gelungene Franchise-Kooperation sind das internationale Immobilienunternehmen Remax sowie Home Instead Seniorenbetreuung, der weltweit führende Anbieter nichtmedizinischer Seniorenbetreuung und -begleitung. Thomas Wegmüller, Leiter von Relax Collection in Klosters, ist seit 15 Jahren Franchise-Nehmer. Ihn hat das vorhandene nationale und internationale Netzwerk angesprochen. «Ich bin selbstständig und doch nicht allein und kann auf clevere Arbeitstools, auf Weiterbildungen, eine bekannte Marke sowie Toptechnologien zurückgreifen», betont Weg­müller. Dies bestätigt auch Paul Fritz, CEO von Home Instead Schweiz: «Dank des Franchise-Systems musste ich mich nicht mit EDV, Prozess und irgendwelchen Abläufe herumschlagen, sondern konnte mich um Kunden und Mitarbeiter kümmern und den Fokus auf Qualität und unsere Kernkompetenz richten.»

Wertschöpfung durch Nachfolge

Aber auch eine eigene Geschichte kann Ressource für Wertschöpfung sein. Hutter Dynamics, eines der führenden Autohäuser in der Nordwestschweiz, zeigt, wie ein Unternehmen über Generationen in der Familie geblieben ist und Werte geschaffen hat, auch ethische Werte. Alt Nationalrat und Inhaber Markus Hutter entwickelte die Ideen seines Vaters weiter, und aus dem Gründungsmythos sowie der starken Identität des Unternehmens hat er Kraft und Innovation für die Weiterentwicklung des KMU geschaffen. «Die unternehmerische Freiheit, die heute zum Teil arg beschnitten wird, war mir immer sehr wichtig. Ebenso habe ich auch mit meinem Amt als Nationalrat Politik und Unternehmertum zusammengeführt», so Hutter.

Auch die Bäckerei Bertschi zeigt, wie durch eine gute Nachfolgelösung ein Unternehmen über vier Generationen erfolgreich im Geschäft bleiben kann. 
Christian Hertig hat als junger Produktionsleiter die traditionsreiche Zürcher Altstadtbäckerei übernommen und mit einem Strategiewechsel zum führenden Lieferanten für Firmenkunden aus der Metropolregion Zürich gemacht. Im Gegensatz zur allgemein rückläufigen Entwicklung in der Branche setzte die Bäckerei Bertschi mutig auf Expansion. Hertig ist ein Macher: Deshalb auch sein Rat, der sich in allen Hochs und Tiefs bis jetzt bewährt hat: «Wir sollten weniger zögern, von unseren Ideen überzeugt sein und sie schnell umsetzen. Es ist entscheidend, beharrlich seinen Weg zu gehen und das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.» CR